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Stephanie Schlüter & Band gehörten neben Jürgen Werth zum musikalischen Programm.
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Stephanie Schlüter & Band gehörten neben Jürgen Werth zum musikalischen Programm.

Missionale 

Glaube, Gemeindeaufbau und Verantwortung

Missionarisch und bei den Themen auf der Höhe der Zeit zeigte sich die 32. Missionale am Samstag in der Messe Köln. Es ging unter dem Leitwort "Immer Jünger" um Weitergabe des Glaubens, Gemeindeentwicklung und Christsein in der Welt und für die Welt.

„Bei jedem neuen Treffen sind wir ein Jahr älter“; sagte der Vorsitzende des Missionale-Trägerkreises, Landespfarrer Hans-Hermann Pompe. Das sei ein Naturgesetz. Deshalb ist er froh, dass zu jeder Veranstaltung etwa 15 Prozent neue Besucherinnen und Besucher kommen. Vor einer drohenden „Vergreisung“ fürchte man sich daher nicht. Für die Missionale 2009 erwartetete der Trägerkreis wieder 5000 Teilnehmende, davon 3000 Erwachsene und 2000 Kinder und Jugendliche.

Die Teilnehmenden wählten aus einer Vielzahl von Veranstaltungen, in denen es um persönliche Glaubenserfahrungen, Gemeindeaufbau und Verantwortung für Andere ging. In Seminaren beschäftigte sich die Missionale unter anderem mit der Frage nach dem gelingenden Leben, den Folgen der Globalisierung und wie an Kinder der Glauben weitergegeben werden kann. Interessierte konnten vom Modell „vitale Gemeinden“ aus England lernen.

Eine sogenannte Thomas Messe „für Zweifler und andere gute Christen“ wählte das Thema „Jünger sein in allen Lebensphasen“. Zum offenen Gottesdienst gehörten seelsorgerliche Gespräche und Salbung. Kinder und Jugendliche fanden jeweils eigene Angebote mit Musik, Sport, Workshops und Bibelgeschichten. So spielte beim Jugendfestival die christliche Ska-Band "OctoberLight" und Jugendliche sangen Lobpreis-Lieder.

 


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Die Gehörlosen-Gemeinde trug Lieder in Gebärdensprache vor.

Berufung führt aus der Komfortzone hinaus

„Die atemberaubende Berufung“ in die Jesus-Bewegung aus Markus 3,13-19 war Thema der gemeinsamen Stunde der Besinnung zum Start. Pfarrer Pompe sprach zunächst von der Kraft des Rufes. „Wer sich rufen lässt, verlässt seine Komfortzone“, betonte der Missionale-Vorsitzende. Doch das sei schon Gnade, gerufen zu werden.

Zum Thema der Nähe in Gemeinschaft, erläuterte er, dass es mehr als die zwölf Jünger waren, die von Jesus gesandt wurden. Auch Frauen seien bei der Gruppe gewesen. Als hauptberuflicher Theologe sagte er den Anwesenden: „Ihr Ehrenamt ist die Hauptsache, mein Hauptamt hat dem zu dienen.“  Gemeindewachstum wird nach Ansicht Pompes nur durch Alltagskontakte möglich. Das  Evangelium zeige: die Jesus-Bewegung sei „eine bunte Truppe“ gewesen.

Als „missionarischen Motor" wünschte sich in der Eröffnungsveranstaltung Vizepräses Petra Bosse-Huber die Missionale. Pastor Lars Lindler, freikirchlicher Vertreter im Missionale-Trägerkreis, erklärte, dass auch künftig kein Eintritt für die Missionale erhoben werden solle. Durch ein Erbe sei dies jetzt möglich. Zudem sei bei der vorigen Missionale die Kollekte sprunghaft angestiegen. Künftig sei die Missionale aber verstärkt auf Spenden angewiesen.

 


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Landespfarrer Hans-Hermann Pompe

Nach Ansicht von Pompe hat sich ein „kleiner Klimawandel“ vollzogen. Mission sei heute kein „Schmudelwort“ mehr. Die Evangelische Kirche im Rheinland verstehe sich als „missionarische Kirche“. Auch auf freikirchlicher Seite habe man durch die Missionale von den Landeskirchen gelernt, sagte Pastor Lars Lindler. Es gebe eine gegenseitige Befruchtung. Für die Freikirchen heiße das, vermehrt theologisch zu arbeiten und sozial-diakonisches Engagement zu verstärken.  

Schneeballsystem und ethisches Investment

Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise fand auch auf der Missionale ihren Niederschlag. Während einerseits Unternehmer wie Heinrich-Otto Deichmann und  Norman Rentrop zu Wort kamen, ging es in einem anderen Seminar um „Gottes Geld auf unseren Konten“. Professor Dr. Frank Stubben aus Köln rechnete vor, dass vor allem die Kinder und Enkel zu den Verlierern der  Verschuldung gehören. Die Erfinder der dubiosen Finanzanleihen blieben aber wie bei jedem Schnellballsystem auf der Gewinnerseite.

Oberkirchenrat Georg Immel, Finanzdezernent der Evangelischen Kirche im Rheinland, sprach sich in den Kirchen für „nachhaltiges Investment“ aus. Bereits im 19. Jahrhundert hätten Quäker und Methodisten Negativlisten erstellt. Danach sollte zum Beispiel kein Geld in Unternehmen der Alkohol- und Waffenbranche angelegt werden.

Habe in 1980-er Jahren ethisches Investment noch mit Renditeverlust bezahlt werden müssen, sei dies heute dank vermehrter Nachfrage anders. Er favorisiert in den Kirchen eine Vermögensverwaltung unter dem englischen Begriff „Engagement“. Kirchen könnten dann über eine externe Vermögensverwaltung Einfluss auf Firmen nehmen, in denen kirchliche Mittel angelegt seien.


ekir.de/rtm 08.03.2009


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