Missionale
Glaube, Gemeindeaufbau und Verantwortung
Missionarisch und bei den Themen auf der Höhe der Zeit zeigte sich die 32. Missionale am Samstag in der Messe Köln. Es ging unter dem Leitwort "Immer Jünger" um Weitergabe des Glaubens, Gemeindeentwicklung und Christsein in der Welt und für die Welt.Die Teilnehmenden wählten aus einer Vielzahl von Veranstaltungen, in denen es um persönliche Glaubenserfahrungen, Gemeindeaufbau und Verantwortung für Andere ging. In Seminaren beschäftigte sich die Missionale unter anderem mit der Frage nach dem gelingenden Leben, den Folgen der Globalisierung und wie an Kinder der Glauben weitergegeben werden kann. Interessierte konnten vom Modell „vitale Gemeinden“ aus England lernen.
Eine sogenannte Thomas Messe „für Zweifler und andere gute Christen“ wählte das Thema „Jünger sein in allen Lebensphasen“. Zum offenen Gottesdienst gehörten seelsorgerliche Gespräche und Salbung. Kinder und Jugendliche fanden jeweils eigene Angebote mit Musik, Sport, Workshops und Bibelgeschichten. So spielte beim Jugendfestival die christliche Ska-Band "OctoberLight" und Jugendliche sangen Lobpreis-Lieder.
„Die atemberaubende Berufung“ in die Jesus-Bewegung aus Markus 3,13-19 war Thema der gemeinsamen Stunde der Besinnung zum Start. Pfarrer Pompe sprach zunächst von der Kraft des Rufes. „Wer sich rufen lässt, verlässt seine Komfortzone“, betonte der Missionale-Vorsitzende. Doch das sei schon Gnade, gerufen zu werden.
Zum Thema der Nähe in Gemeinschaft, erläuterte er, dass es mehr als die zwölf Jünger waren, die von Jesus gesandt wurden. Auch Frauen seien bei der Gruppe gewesen. Als hauptberuflicher Theologe sagte er den Anwesenden: „Ihr Ehrenamt ist die Hauptsache, mein Hauptamt hat dem zu dienen.“ Gemeindewachstum wird nach Ansicht Pompes nur durch Alltagskontakte möglich. Das Evangelium zeige: die Jesus-Bewegung sei „eine bunte Truppe“ gewesen.
Als „missionarischen Motor" wünschte sich in der Eröffnungsveranstaltung Vizepräses Petra Bosse-Huber die Missionale. Pastor Lars Lindler, freikirchlicher Vertreter im Missionale-Trägerkreis, erklärte, dass auch künftig kein Eintritt für die Missionale erhoben werden solle. Durch ein Erbe sei dies jetzt möglich. Zudem sei bei der vorigen Missionale die Kollekte sprunghaft angestiegen. Künftig sei die Missionale aber verstärkt auf Spenden angewiesen.
Schneeballsystem und ethisches Investment
Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise fand auch auf der Missionale ihren Niederschlag. Während einerseits Unternehmer wie Heinrich-Otto Deichmann und Norman Rentrop zu Wort kamen, ging es in einem anderen Seminar um „Gottes Geld auf unseren Konten“. Professor Dr. Frank Stubben aus Köln rechnete vor, dass vor allem die Kinder und Enkel zu den Verlierern der Verschuldung gehören. Die Erfinder der dubiosen Finanzanleihen blieben aber wie bei jedem Schnellballsystem auf der Gewinnerseite.
Habe in 1980-er Jahren ethisches Investment noch mit Renditeverlust bezahlt werden müssen, sei dies heute dank vermehrter Nachfrage anders. Er favorisiert in den Kirchen eine Vermögensverwaltung unter dem englischen Begriff „Engagement“. Kirchen könnten dann über eine externe Vermögensverwaltung Einfluss auf Firmen nehmen, in denen kirchliche Mittel angelegt seien.
ekir.de/rtm 08.03.2009
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