Losung

für den 27.05.2016

HERR, lass den Geringen nicht beschämt davongehen.

Psalm 74,21

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Kirchliche Kunst

Evangelische Kirche in Moers-Repelen

Die Prinzipalstücke der Kirche Moers-Repelen stammen von dem Künstler Tobias Kammerer (Rottweil). Hier seine Erläuterungen zu seinem Werk:

Das Kreuz als Hinweis auf Christus zeichnet den Altar. LupeDas Kreuz als Hinweis auf Christus zeichnet den Altar.

Zunächst besticht der neugotische Baukörper durch seine Präzision und Axialität. Die Glasfenster sind strukturiert in einem feinen Bleiliniennetzwerk. Sie geben den Ton vor in Grautönen und rotem Ocker bei der Neufassung des Raumes. Sie ziselieren sehr behutsam die Architektur und geben ihr eine Ordnung.

Die bestehende Bestuhlung gibt dem Raum nochmals eine starke Führung und unterstreicht den Willen zur Struktur. Ich kenne den Stuhl eher aus Cafeterias und Büros, und so aufgestellt wirkt alles irgendwie uniformiert. Die Stühle sind jedoch weltbekanntes Design, die „Ameise“ von Arne Jacobsen, und daher eigentlich sehr gut.

Ständer für die Taufschale. LupeStänder für die Taufschale.

Zu dieser bereits geschilderten Strenge kam ich zur Auffassung, dass man hier in das Zentrum eigentlich nur eine künstlerische, eigenwillige Form setzen kann. Der Altar als Christussymbol soll sich solitär als Mitte behaupten. Bei der Aufstellung eines zu „braven Tisches“ bestünde die Gefahr, dass das, was die Stühle vorzugeben scheinen, also eine profane Nutzung, so ergänzt wird und der Eindruck eines Bürotisches vielleicht näher läge, als die des Ortes der Mahlfeier.

So folgen diese neuen Prinzipalstücke nicht der Strenge des Raumes, sondern stehen als eigenständiger künstlerischer Beitrag im Raum. In Material und Formensprache entsprechen sich Altar, Ambo und Taufe, dennoch bildet jedes Stück für sich einen individuellen Ort, um die Symbolik und die jeweilige Nutzung zu unterstreichen.

Die Prinzipalstücke in der Kirche Repelen im Überblick. LupeDie Prinzipalstücke in der Kirche Repelen im Überblick.

Altar

Der Altar, als Ort des Brotes, bildet als Hinweis auf Christus auf der Mensa ein Kreuz aus. In seinem weiteren Verlauf bildet das Kreuz gleichzeitig die Beine des Altares.

Die Gestaltung soll deutlich machen, dass die wichtigste Aussage des Glaubens nicht auf der Kreuzigung selbst, sondern auf dem Ostergeschehen beruht. Das vermeintliche Ende am Kreuz ist in Wahrheit ein Neuanfang. So wird das Kreuz zum Symbol des Trostes und der Zuversicht, es wandelt sich vom Marterwerkzeug zum „Lebenszeichen“. Dies wird auch in der Feier des Abendmahls verdeutlicht.

Die verwendeten Materialien sind schwarz geätztes Aluminium und rot gebeizte Buche.

Ambo

Auch hier werden dieselben Materialien verwendet. Die Formensprache ist schlicht. Eine Klammer bildet quasi die Grundform. Auf der unteren Ebene entsteht so eine Bodenplatte zum Stehen, im oberen Teil eine Buchablage. Durch die Schräge der Buchenholzplatte entsteht dennoch eine gewisse Dynamik.

Taufe

In ähnlicher formeller Sprache wie beim Ambo soll ein Ständer für die vorhandene Taufschale entstehen. Auch hier bildet eine Klammer aus Aluminium die Grundform. Die Buchenholzplatte auf der Vorderseite bildet auf der Innenseite des Taufständers eine Ablage für die Taufkanne aus. Die Taufschale wird auf der oberen Ablage aufgestellt. Eine Mulde kennzeichnet den Ort, wo die Taufschale aufgestellt wird.



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