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Losung für den 22.11.2017

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich! Psalm 28,9

Jesus spricht: 

Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. Johannes 10,16

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Geschichte

100 Jahre Gemeindegeschichte

In der Zeit vom 29. Juni bis 6. Juli 2003 feierte die evangelische Kirchengemeinde ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Grund genug, dankbar zurückzublicken auf die Geschichte der Gemeinde.

Die Anfänge gemeindlichen Lebens liegen im 19. Jahrhundert und hängen zusammen mit der Muttergemeinde Kirchherten, die 1582 erstmals erwähnt wird und seit 1684 eine Hauskirche hat. Verstreut lebende evangelische Familien im Raum Bergheim und Kerpen hatten den Wunsch nach einem Gottesdienst in der Nähe.

So entstand 1853 die "Vikariatsgemeinde Kerpen-Bergheim". Pfarrvikar Schwabe predigte in der 1854 neu errichteten Kapelle in Kerpen und im Saal des Konditors Knodt in Bergheim. Oft wechselnde Vikare und die kleine Gemeindegliederzahl führten dazu, dass die Vikariatsgemeinde nach 20 Jahren wieder aufgelöst wurde. Der Bezirk Bergheim kam wieder zu Kirchherten zurück. 60 Gemeindeglieder lebten in Bergheim (18), Elsdorf (32), Bedburg (8) und Thorr(2), versammelten sich im gemieteten Saal der Gastwirtin Sibilla Michels und bildeten 1873 - 1880 die Vikariatsgemeinde Elsdorf.

Die Errichtung der Zuckerfabrik Pfeiffer & Langen und die Gründung einer Fabrik in Bedburg trugen zum Wachstum der Gemeinde bei, weil sie auch evangelische Arbeiter beschäftigten. 1880 zählte sie 109 Gemeindeglieder. 1881 erfolgte die Umbenennung in "Vikariatsgemeinde Elsdorf-Bergheim". Sie erhielt 1883 ein 50 Plätze umfassendes "Bethaus" in Zieverich. Am 1. Oktober 1893 wurde sie selbstständige Kirchengemeinde, blieb aber pfarramtlich unter dem Pfarrer Otto Obertüschen mit Kirchherten verbunden. In den Jahren 1893 - 95 wurden in Zieverich Kirche und Pfarrhaus gebaut, im wesentlichen finanziert durch den geheimen Kommerzienrat Eugen Langen und den Kommerzienrat Valentin Pfeiffer. Die Kirche wurde am 26. Mai 1895 eingeweiht. Damit hatten die circa 200 Evangelischen ein eigenes Gotteshaus - ein wahres Schmuckkästlein, die erste größere evangelische Kirche im Altkreis Bergheim.

Im Jahr 1903 wurde die pfarramtliche Verbindung mit Kirchherten gelöst. Seit dem 1. April 1903 führte die damit selbständige Gemeinde nach Lage der Kirche und des Pfarrhauses die Bezeichnung "Evangelische Kirchengemeinde Zieverich". Ihr erster Pfarrer war Hermann Immanuel Herzog. Zusammen mit dem Presbyterium leitete er bis 1934 die Geschicke der Gemeinde, die von 400 Seelen im Jahr 1904 langsam aber stetig anwuchs. Ältere Gemeindeglieder erinnern sich noch, wie Pfarrer Herzog mit Pferd und Wagen die weiten Wege in seiner ländlichen Gemeinde zurücklegte und seinen seelsorgerlichen Dienst tat. 1906 wurde der evangelische Kirchenchor Bergheim-Kenten gegründet.

In der Zeit des l. Weltkrieges (1914) wurde gegenüber dem Zievericher Pfarrhaus durch die Familie Langen ein Kindergarten eingerichtet, weil Frauen verstärkt in den Arbeitsprozess einbezogen wurden und die Kinder pädagogisch gut und professionell versorgt werden mussten. Kriegsbedingt wurden im Gemeindebereich auch vier Lazarette errichtet, die von den Kirchen seelsorgerlich betreut wurden. Als im November 1918 englische Truppen Besatzungsmacht wurden, hielt Pfarrer Herzog auch Gottesdienste in englischer Sprache. In der Nachkriegs- und Inflationszeit hatte die evangelische Gemeinde Zieverich einen guten Rückhalt in der Firma Pfeiffer & Langen. Auch die Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation half mit, das Gehalt eines Hilfspredigers oder Vikars zu finanzieren, der insbesondere die in Fortuna zugezogenen Arbeiterfamilien betreute. Für Gottesdienste in Bedburg im Sitzungssaal des Linoleumwerkes wurden 1929 / 30 ein Harmonium und zehn Gesangbücher angeschafft.

1934 wurde Pfarrer Hugo Cramer in Zieverich eingeführt. Er leitete die Gemeinde in den schwierigen Zeiten des Dritten Reiches, des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit treu und tatkräftig bis zu seinem frühen Tode im Jahr 1966. Zur Zievericher Gemeinde gehörten die Hauptorte Elsdorf, Bedburg, Niederaußem, Fortuna, Quadrath-lchendorf und Bergheim. Circa 1000 evangelische Christen wurden 1938 von Pfarrer Cramer betreut. Zunächst mit dem Fahrrad, später per Auto erreichte er die verschiedenen Predigtstellen und machte Hausbesuche. Auf Kosten von Rheinbraun wurde 1937 in Fortuna ein Betsaal für 14-tägige Gottesdienste eingerichtet. Zur besseren Betreuung der Gemeinde und für die Krankenpflege wurde im selben Jahr eine Gemeindeschwester eingestellt. Als Pfarrer Cramer 1939 in den Krieg musste, war das schwer für alle, aber die Arbeit ging weiter. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gab es verstärkte feindliche Fliegerangriffe auf Zieverich. Viele Bürger wurden evakuiert. Am 29. April 1944 wurde die schöne alte Zievericher Kirche völlig und das daneben stehende Pfarrhaus weitgehend zerstört. Das Küsterehepaar kam dabei ums Leben. In der Folgezeit wurden die Gottesdienste im Betsaal in Fortuna und in der Georgskapelle in Bergheim gehalten.

Nach Kriegsende und der Rückkehr von Pfarrer Cramer aus der Gefangenschaft begann die Zeit des gemeindlichen Wachstums und Wiederaufbaus. Tausende von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten wurden in den Bereich der Gemeinde eingewiesen und von der noch überwiegend katholischen Bevölkerung gar nicht gerne aufgenommen. Durch den Zuzug vieler Evangelischer wuchs die Gemeinde Zieverich in kurzer Zeit von 1150 auf 5200 Gemeindeglieder an. Mit den Vertriebenen war 1946 der Organist und Katechet Fritz Doepke nach Elsdorf gekommen. Er hielt zusammen mit circa 60 evangelischen Pommern in der Zuckerfabrik Gottesdienst und unterstützte die Gemeindearbeit von Pfarrer Cramer tatkräftig. Mit Spenden von Gemeindegliedern, von Rheinbraun und der Zuckerfabrik konnten 1947 das Zievericher Pfarrhaus und 1949 ein kleiner Betsaal dahinter gebaut werden. 1950 erfolgte dann der Neubau der Zievericher Kirche, die am 28. Oktober 1951 feierlich in Dienst gestellt wurde. Es war ein Tag zum Loben und Danken für die zahlreich versammelte Gemeinde. Präses D. Held sprach Grüße und Glückwünsche der Landeskirche, Superintendent Encke die der Kölner Synode aus. Durch den Zustrom weiterer Menschen aus den deutschen Ostgebieten und aus den benachbarten Ballungsgebieten wuchs die Zahl der Evangelischen weiter stark an.

In den Jahren des allgemeinen Wiederaufbaus wurden im Bereich der Großgemeinde Zieverich weitere Kirchen und Gemeindezentren gebaut: 1954 Elsdorf, 1956 Niederaußem, 1959 Bedburg, 1958 / 59 Quadrathlchendorf. 1959 erwarb die Evangelische Gemeinde Zieverich das ehemalige Bürgermeisteramt, Hauptstraße 87, sowie das daneben stehende Haus Nr. 89 und fasste damit auch im sonst noch relativ katholischen Bergheim Fuß. Das Gebäude in der Hauptstraße 87 wurde nach Umbau- und Erweiterungsarbeiten das "evangelische Jugendheim", Zentrum der Gemeindearbeit. 1961 entstanden im Bereich der Gemeinde zwei Siedlungen, gebaut von der evangelischen Siedlungsgesellschaft, unter anderem in Thorr. Ebenfalls 1961 wurde die Kirche in Zieverich nach Senkungsschäden an der Altarwand um einen Anbau erweitert und bekam das schöne neue Glasbeton-Altarfenster, gestaltet von der Künstlerin Viering. Seit 1970 heißt sie Christuskirche.

1970 wurde im Neubaugebiet Bergheim-Südwest der lange geplante, aber wegen fehlender Mittel bis dato nicht gebaute evangelische Kindergarten als Fertigbau erstellt und seiner Bestimmung übergeben. Mit dem Wachstum der Gemeinde kam es im Laufe der Zeit auch zur Verselbständigung einzelner Gemeindebereiche. So wurde am 1.4.1957 die Evangelische Kirchengemeinde Bedburg-Niederaußem gegründet. Als erster Pfarrer wurde am 1. Dezember 1957 der seit 1956 dort tätige Hilfsprediger Pastor Walter Liebert eingeführt. 1965 wurde die Evangelische Kirchengemeinde Quadrath-lchendorf selbständig. Pfarrer Hans Binder wurde dort am 2. April 1965 eingeführt. Die Petrikirche wurde am 7. Dezember 1969 durch Präses Beckmann eingeweiht. Im März 1966 verstarb Pfarrer Hugo Cramer. Pfarrer Binder übernahm die Vakanzvertretung in Zieverich. 1967 wurde Vikar Gerhard Melchior zur Verwaltung der Pfarrstelle Zieverich eingewiesen. Im großen Gartengelände hinter der Kirche wurde ein neues Pfarrhaus gebaut. Pastor Melchior wurde zum Pfarrer gewählt und am 1. Juni 1969 durch Superintendent Bachmann eingeführt. In Niederaußem tat Vikar Werner Kohl in der Zeit von Herbst 1965 bis Sommer 1967 Dienst. Pfarrer Möller, der seit dem 1. November 1964 in Bedburg an der Friedenskirche wirkte, musste danach die Erlöserkirche Niederaußem wieder mitversorgen. Am 1. November 1968 wurde Vikar Horst Grodde in die freie Stelle eingewiesen und dort am 25. Januar 1970 als erster Pfarrer eingeführt. Die Muttergemeinde Zieverich und die entstandenen Tochtergemeinden blieben durch ein 1968 eingerichtetes gemeinsames Gemeindeamt, durch den ab 1969 erscheinenden Gemeindebrief sowie durch den gemeinsamen Predigtturnus bis auf weiteres miteinander verbunden.

Nach der Kreisstadt Bergheim hieß die Gemeinde ab 1971 Evangelische Kirchengemeinde Bergheim-Zieverich und erhielt ein neu gestaltetes Siegel. In Elsdorf wurde 1974 eine zweite Pfarrstelle errichtet und - in Angelsdorf- ein Pfarrhaus gebaut. Die Stelle wurde nacheinander von Predigthelfer Doepke, Vikar Völker, Pfarrer Bernd Seifert, Pastor Klaus Termath und Pfarrer Dietger Lerch seelsorgerlich betreut. Für die gewachsene Gemeindearbeit entstand Ende der achtziger Jahre das Lutherzentrum. 1987 wurde die erste Pfarrstelle der Gemeinde geteilt und ein dritter Bezirk eingerichtet, der zum 1. Oktober 1987 mit Pfarrerin Almut Giesen besetzt wurde.

Seit dem 1. März 1993 trägt unsere Gemeinde den Namen "Evangelische Kirchengemeinde Bergheim-Zieverich-Elsdorf". Mit dieser Umbenennung hat das Presbyterium der Tatsache Rechnung getragen, dass Elsdorf seit den Anfängen der Gemeinde zu Zieverich gehörte. Im Namen der Gemeinde sind damit alle drei Pfarrbezirke benannt. In den Jahren 1994 - 96 wurde das Bergheimer Jugendheim umgebaut und um einen schönen Neubau erweitert. Es entstand das heutige "Evangelische Gemeindezentrum Arche". Zum 1. Oktober 1999 ging Pfarrer Melchior in den Ruhestand. Als Nachfolger wurde am 9. April 2000 Pfarrer Volker Niesel eingeführt. Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Lerch in Elsdorf im März 2001 wurde Pfarrer Martin Trautner am 5. Mai 2002 in der Lutherkirche Elsdorf durch Superintendent Ernst Fey eingeführt. Zur heutigen Ev. Kirchengemeinde Bergheim-Zieverich-Elsdorf gehören circa 6500 Gemeindeglieder.

Die ehemalige Evangelische Gemeinde Zieverich hat in ihrer 100-jährigen Geschichte - wie es gar nicht anders sein kann - manchen Wandel erfahren. Auch die Formen der Gemeindearbeit und die Arbeitsschwerpunkte haben sich nach zeitbedingter Herausforderung und Notwendigkeit geändert. Aber das Wort Gottes, das in Jesus Christus Mensch wurde und das in der Heiligen Schrift bezeugt wird, bleibt die Grundlage allen christlichen Glaubens, Liebens und Hoffens und allen gemeindlichen Lebens. Daran erinnert uns auch das Siegel der Gemeinde, das in Form und Maß geändert, nach dem Motiv des Bildes aber - ein Kreuz, das auf einer aufgeschlagenen Bibel liegt -gleich geblieben ist. Aus der Quelle des Wortes Gottes schöpfend lebt die evangelische Kirchengemeinde in ökumenischem Geist und gut nachbarschaftlicher Gemeinschaft in Bergheim-Zieverich-Elsdorf. Gottes reicher Segen möge sie auch in Zukunft begleiten.

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Gerhard Melchior, Pfarrer i.R. / 18.12.2015



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