Keine Angst vor Formularen
Sozialberatung im Kirchenpavillon
Unverständliche Antragsformulare, dazu Deutsch als Fremdsprache. Ein Amt verweist an ein anderes und dieses an das erste. Eberhard Wegner hört oft Geschichten wie diese. ...Hilfe zur Selbsthilfe
Das Ehrenamt des Sozialberaters ist für Wegner sein „vierter Beruf“. Zuerst war der heute 70-Jährige bei der Post, studierte dann Physik und promovierte schließlich in Informatik. Zur Sozialberatung kam er durch einen Kurs des Evangelischen Forums Bonn. Hier lernte er wichtige Grundsätze für seine Arbeit. Einer lautet: Der Berater kann immer nur „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben. „Der Beratene bleibt selbst der Experte für sein eigenes Leben“, erklärt Wegner. 1997 begann er mit Sozialberatung in der evangelischen Kirchengemeinde Holzlar. Kurz darauf riefen ihn Kurskolleginnen in den Kirchenpavillon, um sie dort zu vertreten. Bald löste er sie dauerhaft ab. Viel Wissen für seine Hilfe schöpft er aus der Erfahrung. „Ich war zwei Mal Beamter und kenne mich da aus.“ Wegner hat keine Angst vor Formularen und genau das will er auch seinen Ratsuchenden vermitteln. Seine Motivation für das Ehrenamt nennt Wegner ohne zu zögern: „Eine sinnvolle Arbeit trägt den Dank in sich.“ Mit der Kirche fühlt er sich immer schon verbunden. Seine Überzeugung: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“ Wegner selbst sieht sich aber nur als ein Baustein in der vielfältigen Sozialberatung in Bonn und der Umgebung. „Ich bin einer unter vielen.“
Sozialberatung im Evangelischen Kirchenpavillon, Budapester Straße 7, 53111 Bonn, dienstags, 11-13 Uhr.
Sanna Engell 20.04.2006
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