Losung

für den 22.10.2017

Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein!

1.Chronik 22,16

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Krankenhausseelsorge in Bonn

Eine Begegnung in der Kinderklinik

Es geht um Mut und Zuversicht. Pfarrer Ralf Ramacher ist Seelsorger an der Kinderklinik in Bonn und erzählt eine berührende Geschichte von seinen Erfahrungen mit Kindern im Krankenhaus:

Klinikseelsorge in Bonn ist Dienst am Menschen Klinikseelsorge in Bonn ist Dienst am Menschen

„Du hast aber eine schöne Kette“, mit diesen Worten und einem Fingerzeig auf den Infusionsständer hinter dem Bett, beginnt unsere Begegnung. In mehreren Windungen sind dort bunte Holzperlen auf einem langen Nylonfaden aufgereiht.

„Ja“, antwortet der Junge, „das sind meine Mut-Perlen“. Die Mutter, die neben dem Bett sitzt erklärt mir dann, jede Perle stehe für eine Behandlungsmaßnahme und zwar in verschiedenen Farben: Blutabnehmen hat seine Farbe, Spritzen haben wieder eine andere. Ich werfe nochmals einen Blick auf die Kette. Auf gut 2,5 Meter reiht sich da Perle an Perle. „Da warst Du aber schon oft mutig“. Doch C ist schon wieder in den Film auf seinem Tablet vertieft und nickt nur. Seine Mutter erzählt mir dann, dass es jetzt 1 Jahr her ist, dass C die Diagnose Leukämie bekam, einen Monat vor seinem 8. Ge-burtstag. Sie berichtet, dass sie damals extra nach Bonn gezogen ist, wegen der Klinik und weil ihre Eltern hier leben. „Ohne diese Hilfe würde ich es gar nicht schaffen“. Sie berichtet von dem ständigen Hin- und Her zwischen zu Hause und Krankenhaus, dem Auf und Ab, den vielen Rückschlägen. „Seit einem Jahr bin ich nicht mehr ausgegangen“.

C hält seinen Blick fest auf sein Tablet, doch ich bin sicher, dass er alles mithört. Auch das lernen die Kinder, hier auf der onkologischen Station der Kinderklinik, mit einem wachen Radar, alles im Zimmer mitzubekommen.

Etwas später kommen wir dann direkt ins Gespräch, zuerst über Lego und dann erzählt er über Jurassic-Park und den neuen Film Jurassic World. Als er mich fragt, welcher der drei Filme mir am besten gefallen hat, Jurassicpark I, II oder III, beuge ich mich etwas vor und flüstere ihm mein Geheimnis ins Ohr: „Ich habe noch keinen Jurassic-Park Film gesehen“. „Echt, Du hast noch nie einen gesehen“, fragt er mich leise und staunend zurück. Ich schüttele den Kopf und er sieht mich mitleidig an: „Krass“.

Bevor ich mich dann verabschiede, beschließen wir, dass wir beim nächsten Mal einen Jurassic-Park-Film anschauen. „Am besten den 1., den verstehst Du am besten“, meint er noch. Ich nicke und wir verabschieden uns mit Handschlag.

Ralf Ramachers Arbeit wird ebenso wie die Seelsorge an anderen Bonner Kliniken durch die Stiftung Krankenhausseelsorge gefördert. Wir sind Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diese Arbeit durch eine Spende unterstützen können.

Pfarrer Ralf Ramacher Pfarrer Ralf Ramacher

 

ger / 13.04.2016



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