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GA 23.11.03

General-Anzeiger Bonn, 23.11.2003

Das soll's nicht nur einmal geben
Eine lange Chornacht in der Bonner Universität zum Abschluss von Cantabonn
Von Guido Krawinkel

Bonn. Mit einer langen Chornacht in der Universität ging Cantabonn, das erste Internationale Vokalfestival, in Bonn zu Ende. Anderthalb Jahre hatte eine Arbeitsgemeinschaft Bonner Chorleiter auf dieses Ereignis hingearbeitet, das zwei Wochen lang mit Konzerten und Workshops Vokalmusik vom Feinsten bot und dank eines Netzwerks von Sponsoren und organisatorischen Partnern von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.

Davon zeugte auch der große Besucherandrang bei der langen Nacht, die netto über fünf Stunden Musik von zehn verschiedenen Ensembles in drei Sälen des Hauptgebäudes der Bonner Universität bot. Der gut durchdachte Konzertplan war so angelegt, dass die Ensembles ihre Programme mehrmals sangen, so dass man bei geschickter Planung alles einmal hören konnte.

Mit den Wise Guys und den Vivid Voices waren die Highlights des Abends am Anfang und am Ende platziert. Die herzensbrechenden "Besserwisser" aus Köln waren stimmlich alles andere als in Bestform, boten aber mit ihren flotten Songs und Ohrwürmern immerhin eine kurzweilige Stunde Unterhaltung.

Mit den Vivid Voices stand ein beim Deutschen Chorwettbewerb ausgezeichneter Chor am Ende des Abends, der unter der Leitung von Anne Kohler Jazz, Pop und Gospel mit viel Groove und stimmlicher Brillanz bot. Anne Kohler brachte auch das Kunststück fertig, mit dem Publikum in der vollbesetzten Aula ein offenes Singen zu veranstalten - Jazz für alle, mit einfachsten aber durchaus wirkungsvollen Mitteln.

Das in drei Blöcken gestaffelte Konzertprogramm war auf die Aula, den Festsaal und die Schlosskirche verteilt, zwischen denen die Besucher hin- und herpendeln konnten.

Ein Großteil des Programms wurde naturgemäß von den Bonner Chören bestritten: Vox bona (Karin Freist-Wissing) mit Volksliedern aus verschiedenen Epochen, der Schedrik-Chor (Pavel Brochin) mit bunten Zugabestücken, der Bonner Kammerchor (Peter Henn) und Bonn Sonata (Markus Karas) mit je gleich zwei verschiedenen Programmen und der Chor des Collegium Musicum (Walter Mik) mit einem gemischten Programm.

Der internationale Akzent der Chornacht kam Osteuropa. Vom Kammerchor "Cantus Juventae" (Halina Tsmyh) aus Minsk und dem Chor des Akademischen Kollegs am Moskauer Tschaikowskij-Konservatorium (Leonid Pavlov) wurde russische Chormusik auf höchstem Niveau geboten.

Am Ende des langen Abends und des Festivals blieb ein ausgesprochenen positives Fazit: "Das gibt's nur einmal" sang die Auerberger Kantorei (Thomas Neuhoff) in ihrem Programm mit Liedern der 20er Jahre, doch es bleibt zu hoffen, dass das nicht so sein wird und Cantabonn - wie die Bezeichnung als erstes Internationales Vokalfestival andeutet - keine Eintagsfliege bleiben wird.