Evang. Kgm. Vorgebirge
Evangelische Kirchengemeinde Vorgebirge - Bezirk 3: Alfter Alfter
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Kinderbibeltag 2006: Mirjam haut auf die Pauke

Kinderbibeltag: Kinder verkleiden sich als Ägypter

„Hatten die Ägypter auch Rennautos?“ fragt ein kleiner Junge mit roter Kappe als erstes. Tja, woher soll man auch wissen, wie die Menschen vor tausenden von Jahren in Ägypten lebten? Manche lebten sehr gut, erfuhren die Kinder – der Pharao zum Beispiel. Er hatte einen riesigen Palast mit vielen Dienern und tolle Schiffe, mit denen er auf dem Nil auf und ab fahren konnte. Und schnelle Streitwagen hatte er natürlich, mit denen man auch Rennen fahren konnte.

Anderen ging es gar nicht so gut – den hebräischen Arbeitern zum Beispiel, die für den Pharao all die tollen Paläste, Tempel und Pyramiden bauten. Sie mussten jeden Tag Ziegel brennen und schwere Steine schleppen. „Das ist ungerecht“ – da waren sich die mehr als 60 Grundschulkinder schnell einig, die am 4. November in Alfter zum Ökumenischen Kinderbibeltag ins katholische und evangelische Gemeindezentrum gekommen waren. Aber mal ehrlich – wäre es nicht auch schön, einmal der Pharao zu sein und alle kommandieren zu können? Wie fühlt sich das an, wenn alle tun müssen, was ich sage? Und wie, wenn jemand anders mich kommandiert? Gut, wenn man das mal ausprobieren kann!

Die Rollen wechseln – das galt auch in anderer Hinsicht an diesem Tag: Die Helden, um die es geht, sind einmal nicht Superman oder Michael Ballack, sondern Pua und Shifra, und vor allem Mirjam – mutige Frauen und Mädchen, die mutig Widerstand leisten gegen die Grausamkeit des Pharao, der alle männlichen Säuglinge töten lassen wollte. Die berühmte Geschichte von Moses im Weidenkörbchen, der von der Tochter des Pharao im Schilf gefunden wird, ist ja genauso eine Geschichte von Mirjam, seiner klugen Schwester, die ihn dort versteckt hatte. Diese Geschichte steht am Vormittag im Mittelpunkt der Gruppen, in denen die Kinder Körbchen und Kästchen basteln, Bilder vom Leben in Reichtum und Unterdrückung malen, Streitwagen und Pyramiden basteln und in Rollenspielen selbst zu Heldinnen und Helden werden können.

Nach dem Mittagessen ging es dann um die Zeit in der Wüste, als Moses nach langem Ringen mit dem Pharao endlich für sein Volk die Freiheit erstritten hat. Erneut spielt Mirjam eine wichtige Rolle: Mit ihrer Handtrommel macht sie den anderen immer wieder Mut, wenn die Situation verzweifelt scheint. „Gott hat uns erlöst aus der Knechtschaft in Ägypten; Gott will uns in sein verheißenes Land führen“, so lautet ihre Botschaft, die von den Kindern aufgenommen wird. Sie überlegen, was ihnen Mut macht, wenn sie traurig oder verzweifelt sind, und basteln Instrumente, vor allem Handtrommeln, die sie im abschließenden Gottesdienst im evangelischen Gemeindezentrum mit großer Freude einsetzen, um gemeinsam das Mirjam-Lied zu singen: Mirjam, Mirjam, haut auf die Pauke ...

Für die Einstimmung ins Thema sorgte eine Gruppe von älteren Kindern und Jugendlichen unter der Leitung von Elisabeth Bünder und Sylvia Riecks, die mit großer Begeisterung die Geschichte von Mirjam in Szene setzten, und viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zusammen mit Pfarrerin Susanne Back-Bauer und Gemeindeassistentin Margarete Klimont in den Kleingruppen Geschichten erzählten, mit den Kindern sangen, bastelten, spielten und malten. Viele von ihnen sind schon längere Zeit im Team und jedes Jahr wieder gerne dabei; andere sind im Frühjahr dazu gestoßen, weil ihre Kinder im letzten Jahr selbst teilgenommen hatten und so begeistert davon waren. Der katholische Musikkreis und der evangelische Gitarrenkreis sorgten für musikalische Unterstützung, die Ministranten leiteten in der Mittagspause die Geländespiele, und viele Helferinnen und Helfer sorgten zusammen mit den Eltern, die Salate oder Kuchen spendeten, dafür, dass niemand hungern musste.

Nächstes Jahr wieder? „Aber sicher doch!“

Eike Kohler

Bilder vom Kinderbibeltag 2006