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Weihnachtsdepressionen

Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Freude oder Liebe. Einige Menschen fallen auch in ein tiefes Loch. Der Bonner Pressepfarrer Joachim Gerhardt sprach für die Lokalradios NRW mit dem Psychiater Thomas Schlaepfer. Lesen und hören Sie hier den Beitrag.

Radio Bonn/Rhein Sieg sendet jeden Sonntag morgen von 8 - 9 Uhr das Magazin der Kirchen "Himmel und Erde" LupeRadio Bonn/Rhein Sieg sendet jeden Sonntag morgen von 8 - 9 Uhr das Magazin der Kirchen "Himmel und Erde"

Anmoderation: Wie sagt man doch so schön: Advent und Weihnachten, das ist die Zeit der Besinnung. Das klingt erstmal positiv, ist es aber nicht immer. Manche Menschen kommen ausgerechnet in diesen Tagen auf traurige Gedanken. Und einige rutschen sogar in ein richtig tiefes seelisches Loch. Der Bonner Psychiater Thomas Schlaepfer hat sich mit dem Phänomen der Weihnachtsdepression beschäftigt:

 

 

 Thomas Schlaepfer: Das ist eine Zeit, in der Menschen trotz Hektik der Weihnachtszeit nachdenklich werden, wo Ihnen dann das Elend ihrer Existenz plötzlich klar wird. Wo Menschen ihre Einsamkeit spüren. Wo sie in einer Zeit, die sehr familienkonzentriert sein sollte, spüren dass sie keinen Anknüpfungspunkte mehr in der Gesellschaft mehr haben.

Joachim Gerhardt: Das hat manchmal schlimme Folgen: Zu Weihnachten und auch zu Silvester gehen die Selbstmordraten stark nach oben. Das ist kein Zufall meint Professor Thomas Schlaepfer.

Schläpfer: Depression ist eine Krankheit, die einen an allem zweifeln lässt, an allen Werten, an allem, was einem wertvoll ist. Die Menschen fühlen sich dann auch von Gott verlassen und suchen die Schuld bei sich selber und sind sehr verzweifelt. Das kann sehr quälend sein.

Gerhardt: Richtig ist aber auch: nicht jedes Stimmungstief ist gleich eine ausgewachsene Depression

Schlaepfer: Ich möchte aber ganz klar betonen, dass Trauer und Melancholie ganz wichtige, positive Bestandteile der menschlichen Existenz sind und wir das ganz klar von der Krankheit Depression abgrenzen müssen.

Gerhardt: Aber wo liegt diese Grenze? Der stellvertretende Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Bonn meint:

Schlaepfer: Wenn diese Gefühle einen Menschen mehr als zwei Wochen beeinträchtigen, wenn man nicht mehr arbeiten kann, wenn man die Initiative verloren hat, irgendwas zu unternehmen, dann ist es wichtig, das primär mit dem Hausarzt zu besprechen.

Gerhardt: Statistisch gesehen erkrankt jeder fünfte mindestens einmal im Leben an einer depressiven Episode. Depression ist eine Volkskrankheit – allerdings keine mit steigender Tendenz.

Schlaepfer: Es gibt keine Daten, dass Depression zunimmt. Auf der anderen Seite ist aber so, dass Depression viel mehr wahrgenommen wird, und das ist gut so.

Gerhardt: Denn wer erkennt, dass da jemand traurig ist oder sich einsam fühlt, der kann handeln, manchmal sogar helfen – gerade jetzt in der Weihnachtszeit, meint Thomas Schlaepfer.

Schlaepfer: Ich kenne ein paar Familien, mit denen wir befreundet sind, die es zur Tradition gemacht haben, jedes Jahr jemand Einsamen am Heiligen Abend einzuladen. Das finde ich etwas sehr, sehr Schönes, wenn es gelingt, so etwas unverkrampft durchzuführen.

Joachim Gerhardt für Himmel und Erde

Himmel und Erde ist das Magazin der Kirchen auf den Lokalradios NRW, Sonntag morgens von 8.00 - 9.00 Uhr, in unserer Region zu hören auf Radio Bonn/Rhein-Sieg. (Redaktion: Manfred Rütten www.ekir.de/pep)

 

 

 

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