Losung

für den 16.12.2017

Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben!

Micha 2,1

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Der PROtestant ist die evangelische Zeitung für Multiplikatoren aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft im Großraum Bonn.

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Theologisieren mit Kindern

Damit die richtigen Fragen einfallen ...

Kinder sind Theologen. Da beschreibt der Neunjährige im Unterrichtsgespräch die Verwandlung der Raupe zum Schmetterling als sichtbares Symbol für die Auferstehung Jesu.

Lupe

Für den Religionspädagogen und Buchautor Rainer Oberthür sind es solche Beispiele, die zeigen, dass Theologisieren mit Kindern ein zentrales Element des heutigen Religionsunterrichts ist. Sein Motto dabei: "Aus dem Wirklichen erwächst das Erstaunliche." Es gelte, zunächst auf die Welt und die Tataschen zu schauen, aber dann das tiefere, auch geheimnisvolle nicht auszublenden.

Rainer Oberthür LupeRainer Oberthür

Die „großen Fragen“ stellt der Mensch schon als Kind

Mehr als 50 evangelische und katholische Religionslehrerinnen und -lehrer waren nach Meckenheim in die "Arche" gekommen, um an vielen praktischen Beispielen zu erleben, wie das funktionieren kann. So hatte Rainer Oberthür seine große Sammlung von Symbolkarten mitgebracht. "Damit den Kindern, die Fragen, die sie haben, besser einfallen", so der Dozent am Katechetischen Institut des Bistums Aachen. Denn die „großen Fragen“ stellt der Mensch schon als Kind. Und wenn Lehrerinnen und Lehrer den Religionsunterricht als Ort der großen Fragen betrachten und gestalten, den Schülerinnen und Schülern viel zutrauen und zumuten, wird er zugleich zum Ort der Suche nach Antworten und der sinnvollen Erfahrung. Sie verwickeln die Kinder immer wieder in biblische Geschichten und Fragen nach Gott und fordern sie als „Theologen“.

... mit Symbolsammlung Lupe... mit Symbolsammlung

Das gehe mit dem so genannten Alten Testament oft einfacher, weil es in philosophischen Fragen deutlicher sei: Der Turmbau zu Babel etwa als Symbol und Erklärung für Verschiedenheit, die Geschichte der Brüder Kain und Abel dafür, wie das Böse in die Welt komme. Aber auch im Neuen Testament stelle die Geschichte vom verlorenen Sohn die Frage nach der Gerechtigkeit. In der Praxis nimmt Oberthür die Kinder als Akteure im Unterricht sehr ernst. Es gehe nicht nur darum, ein Bild von Gott zu malen, sondern eines, mit dem Kinder den anderen etwas von Gott erzählen können.

Der ganztägige Fortbildungstag für evangelische und katholische Religionslehrkräfte wurde organisiert vom Evangelischen Schulreferat in Bonn und dem Katholischen Schulreferat der Dekanate Bonn und Euskirchen. Entsprechend groß war der Einzugsbereich, Teilnehmende kamen auch aus Siegburg, Erftstadt oder Bad Münstereifel.

 

Text und Fotos: Uta Garbisch / 05.03.2014



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