Losung

für den 30.06.2016

Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben.

Jesaja 57,18

Fanny Furios. Ich bin mal schnell die Welt retten. Ariane Grundies

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Fanny Furios

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Service

EKiR-Büchereifachstelle

Die Arbeit der evangelischen Büchereien

Eine Bibliothek einem Haus hinzuzufügen heißt,
dem Haus eine Seele geben.
Cicero

In den Kirchengemeinden, Krankenhäusern, Heimen, Kindergärten und sonstigen Einrichtungen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland gibt es derzeit ca. 240 Büchereien, in denen sich etwa 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ehrenamtlich engagieren.

1848 legte Johann Hinrich Wichern mit seiner programmatischen Rede vor dem Wittenberger Kirchentag den Grundstein für die Gründung von Büchereien. Er forderte für Menschen aller sozialen Schichten einen kleinen, aber feinen und sorgfältig ausgesuchten Buchbestand zugänglich zu machen, damit sie sich bilden, aber auch unterhalten konnten. Zuvor hatte bereits Martin Luther die Gründung von Bibliotheken gefordert - die schnelle Verbreitung der Reformation wäre ohne das gedruckte Wort nicht möglich gewesen - doch erst durch Johann Hinrich Wichern wurden Büchereien im Rahmen der Inneren Mission gegründet, die vom gesamten Volk genutzt werden sollten. Die Verbreitung von Lektüre und Literatur setzt Lese- und Sprachfähigkeit voraus. Diese gelten heute als Kernkompetenzen und sind zentrale Voraussetzung für die Weiterentwicklung des eigenen Wissens und des selbstregulierten Lernens und damit auch Grundlage, um die biblische Botschaft verstehen und ins eigene Leben hineinbuchstabieren zu können.

Bis heute zählt die Sprach- und Leseförderung zu den wesentlichen Aufgaben von Büchereien. Als niederschwelliges, wohnortnahes, generationenübergreifendes, überschaubares und sorgfältig ausgewähltes Angebot in einem von vielfältigen Reizen und Informationen überfluteten Leben bieten die Büchereien unserer Kirche darüber hinaus Gelegenheit zur Orientierung und Auseinandersetzung mit den Fragen der Zeit, zur praktischen Lebensbewältigung und zur sinnvollen Freizeitgestaltung. Sie geben Werteorientierung und fördern die Urteilskraft.

 

„Missionarisch Volkskirche sein“ bedeutet aus Sicht der Büchereiarbeit vor allem, sich für den Erhalt der Sprach- und Lesefähigkeit als Grundlage des Verstehens der biblischen Botschaft einzusetzen, d.h. Worte oder eine Sprache zu finden und zu vermitteln, die Menschen von heute verstehen können. Als biblisches Leitmotiv dienen die Verse aus der Apostelgeschichte 8,30-31: „Verstehst du auch, was du da liest? Der Äthiopier sagte: Wie kann ich es verstehen, wenn mir niemand hilft!“

 

3 Säulen prägen die Arbeit der evangelischen Büchereien heute:

Mit einem vielfältigen Medienangebot geben die Büchereien Informationen zur Auseinandersetzung mit aktuellen, religiösen und politischen Fragen. Darüber hinaus vermitteln sie Medien zur Unterhaltung und für die Freizeitgestaltung und bieten Orientierungs- und Lebenshilfen an.

Zum Selbstverständnis evangelischer Büchereiarbeit gehört heute ein breitgefächertes Veranstaltungsangebot. So sind die Büchereien eine wahre Fundgruben für die vielfältigen Lesebedürfnisse. Mit vielen kleinen und großen Veranstaltungen werden immer wieder Lesebegeisterung und Leselust geweckt.

Evangelische Büchereiarbeit ist nicht denkbar ohne die vielen, vielen Menschen, die ihre Zeit zur Verfügung stellen und mit Kompetenz, Kreativität und Ideenreichtum die Arbeit ehrenamtlich gestalten. Wenn Sie an einer Mitarbeit interessiert sind, können Sie sich bei uns nach einer Bücherei in Ihrer Nähe erkundigen: Kontakt

16.11.2010



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