Pflegeleicht und doch nicht anonym

Unsere Gesellschaft ist mobiler geworden. Viele Kinder wohnen und arbeiten weit entfernt von ihren Eltern. Unsere Gesellschaft ist kinderarm geworden. Viele Menschen haben keine Nachkommenschaft mehr, die sich am Ende des Lebensweges zum Beistand und zur Versorgung verpflichtet sieht.

Als Folge sieht sich die traditionelle Bestattungs- und Grabkultur in Frage gestellt. Hauptfrage dabei: Wer soll und kann das Grab regelmäßig pflegen? Wenn sich keiner findet: Wer bringt das Geld für professionelle Pflege auf?

Inzwischen häufig beschrittener Ausweg ist die anonyme Bestattung. Für viele Angehörige ist diese aber mit psychologischen Schwierigkeiten behaftet. – vorwiegend wegen des fehlenden Ortes für die Trauer. Ein Grabstein ist bekanntlich mehr als nur ein Namensschild mit Lebensdaten. Er markiert einen ganz persönlichen Ort für Trauerarbeit und Gedenken.

Hier versuchen insbesondere die Kirchen seit einigen Jahren Alternativen anzubieten, die beiden Anliegen gerecht werden: dem Bedürfnis nach einem erkennbaren Ort persönlichen Gedenkens und gleichzeitiger Befreiung von nur noch schwer tragbaren Pflegeverpflichtungen.

Jüngstes Angebot in diesem Bereich ist das vor gut einem Jahr eingerichtete Rasenreihengräberfeld auf „unserem Friedhof an der Lanterstraße“. Dort sind sowohl Urnen- als auch Sargbestattungen möglich. Mit dem Erwerb der Grabstelle für die übliche Frist ist zugleich die regelmäßige Pflege verbunden. Das Gräberfeld wird fortlaufend entsprechend der Bestattungstermine belegt. An der jeweiligen Grabstelle ist eine waagerecht liegende Steinplatte für die persönlichen Daten eingelassen.

Die Gestaltung des Feldes, das bereits mit sieben Gräbern belegt ist, fand nun am Ewigkeits- oder Totensonntag mit der Enthüllung des zentralen Gedenksteins ihren Abschluss. Der Gedenkstein trägt auf jeder Seite einen Bibelvers, der die christliche Hoffnung angesichts des Todes zum Ausdruck bringt. In Zusammenarbeit mit dem Presbyterium der Gemeinde konzipiert, wurde das Monument aus schwarzem Impala-Granit von der in der Erhardstraße beheimateten Duisburger Steinmetzfirma Freund-Babbo errichtet. Dort können Blumen und ähnliches abgelegt werden.

Unser Presbyterium hofft, mit der Einrichtung des neuen Feldes dem Bedürfnis vieler Gemeindeglieder nach einem persönlichen Ort der Trauer und gleichzeitig langfristig gesicherter, kostengünstiger Pflege entgegengekommen zu sein.