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Unsere Kirche wird 100 !! |
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Am 21. April 1912 wurde unsere Deutsche
Evangelische Kirche in Boulak eingeweiht. Wir wollen
im April den 100. Geburtstag unserer Kirche groß
feiern und informieren Sie auf dieser Seite über unsere Pläne.
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100 Jahre Kirche - ein literarisch-musikalischer Abend
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Nachdem wir am
20. und 21. April 2012 das 100-jährige Jubiläum unserer Kirche groß
begangen haben (Fotoausstellung, Festvortrag von Altbischof Wolfgang
Huber, Konzert zur Wiedereinweihung der Orgel, Festgottesdienst mit
anschließenden Tischreden), gab es am 05. Mai noch einen schönen
Nachklang
in der Kirche: eine Soirée mit Texten zum Thema „Kirche“ und dazu
passend, zum Teil ineinander verwoben: Musik.
"Ich
möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben", heißt es in einem
Roman unserer Tage, der in einer fernen, europäischen Hauptstadt spielt.
"Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu
leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen… Ich brauche ihren Glanz. Ich
brauche ihn gegen die schmutzige Einheitsfarbe der Uniformen. Ich will
mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr
gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des
Kasernenhofs und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den
brausenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen
Tönen. Ich brauche ihn gegen die schrille Lächerlichkeit der
Marschmusik. Ich liebe betende Menschen. Ich brauche ihren Anblick. Ich
will die mächtigen Worte der Bibel lesen. Ich brauche sie gegen die
Verwahrlosung der Sprache und die Diktatur der Parolen…."
Erinnerungen an Kirchen, die uns etwas bedeutet haben, tragen wir alle
in uns, sehen eine niedrige Kapelle in den Bergen, eine alte
Backsteinkirche im Dorf, im
Schatten der Wolkenkratzer einer City verschwindende Kirchtürme, fühlen
die erlösende Stille einer Autobahnkirche, die gelassene Majestät einer
ehrwürdigen Kathedrale, die dunkle Wucht eines Domes.
Wir sind die Glieder in einer jahrhundertelangen Kette von Menschen, die
vor uns an den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres im Sonntagsstaat
ihren Kirchgang antraten, sich als Gemeinde versammelten.
Gedanken, Gefühlen, Erfahrungen und Erinnerungen, die mit den Kirchen
unseres Lebens verbunden sind,
wurden Raum geben bei dieser Soirée, in der kurze literarische
Texte verschiedener Autoren unterschiedlicher Zeiten zur Sprache kamen,
untermalt und umrahmt von musikalischen Darbietungen.
Wir danken Reinhard Grätz für die
Textauswahl und die ausgezeichnete Darbietung, sowie den Schülerinnen
der DSB und den Studierenden der GUC, für ihre hochwertigen
musikalischen Beiträge und hoffen, dass es im Herbst eine Wiederholung
geben kann.
Man konnte in der abendlichen Kirche wirklich etwas spüren von dem
Vorschein der Transzendenz, die jede Kirche verheißen darf.
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Die Festschrift zum Jubiläum
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1912 – 2012
Die Deutsche Evangelische Kirche
Ein Jahrhundert wechselhafter Geschichte in Kairo
Am 21. April diesen Jahres feiert die
Deutschsprachige Evangelische Gemeinde, ihre Freunde und Unterstützer
das hundertjährige Bestehen des Kirchengebäudes in Boulak. Äußerlich
wenig verändert verkörpert sie die Kontinuität der evangelischen
Gemeinde in Kairo. Ihre unmittelbare Umgebung dagegen, die Stadt Kairo
und ihre Bevölkerung, erlebten in dem Jahrhundert seit der Einweihung
der Kirche tiefgreifende Veränderungen. Als die Gemeinde 1912 ihre neue
Kirche weihte, die damals Teil eines Gebäudeensembles mit Schule,
Pensionat, Pfarrhaus und deutschem Konsulat war, bestimmten vor allem
ausgewanderte deutsche Kaufmannsfamilien und Hotelangestellte die
Kirchengemeinde. Auf der Titelseite der deutschen Lokalpresse in Kairo
hatte die Einweihung der
Kirche mehr Bedeutung als der Untergang der Titanic zwei Tage zuvor.
Darüberhinaus informierte sich die deutsche Community damals durch die
Presse über die international bedeutenden politischen Vorgänge, wobei
der Austausch über Freizeitaktivitäten im Jahr 1912 nicht zu kurz kam.
Für die Diakonieschwestern dagegen zählte vor allem der karitative
Dienst, sie bildeten damals einen wichtigen Rückhalt im sozialen Leben
der deutschen Gemeinde.
Die Weltpolitik der folgenden Jahrzehnte hinterließ bei der Gemeinde,
die vielfach repräsentativ für Deutschland stand, deutliche Spuren: In
den 30er Jahren zog die Ideologie der Nationalsozialisten auf dem
Kirchengelände ein. Zum Kriegsbeginn der beiden Weltkriege wurde jeweils
der Besitz der Gemeinde beschlagnahmt, und die rigide Abgrenzungspolitik
der DDR verhinderte Kontakte zwischen den beiden deutschen Communities.
Der Nahostkonflikt führte zu zweimaligen Evakuierungen, eine weitere
Ausreise vieler Deutscher geschah in Folge der ägyptischen Revolution im
Frühjahr 2011.
Ein Leben in Ägypten zog schon immer nicht nur am finanziellen Erfolg
Interessierte an, sondern auch Persönlichkeiten, die der Ausstrahlung
dieser alten Kultur erlagen. Mehrere Jahre verbrachte beispielsweise der
begabte Organist Plato in Kairo, um auf der außergewöhnlich
qualitätsvollen Orgel der evangelischen Gemeinde in Kairo zu spielen.
Die Firma Walcker, die 1912 auch die Orgel für den Hamburger Michel
baute, schuf die Orgel der Boulaker Kirche. Seitdem besitzt hier die
Gemeinde ein wertvolles Instrument, das dank großzügiger Spenden nach
seiner Restaurierung mit derselben Qualität wie zu seinem Einbau
erklingen wird. Der Gemeinde gelang es
einen weiteren renommierten Künstler für sich zu gewinnen: Der
Glasmaler Ludwig Preckel entwarf und führte die Kirchenfenster der
Kairener Kirche aus. Auch bei der Architektur der Kirche besaßen die
Kirchenväter damals ein gutes Händchen, man entschied sich entgegen dem
vorherrschenden wilhelminisch geprägten Geschmack für eine
fortschrittliche Formensprache.
Viele Menschen fühlen sich der Boulaker Kirche verbunden. Wenn die
deutsche Gemeinde die Kirche nicht braucht, dann wird sie von
eriträischen und von äthiopischen Christen benutzt. Auch mehrere
Zeitzeugen vergangener Jahre bewahren prägende Erinnerungen an ihre Zeit
mit der Kirche. Ebenfalls reagiert die Umgebung
auf die Kirche: Auf recht unterschiedliche Weise ist sie ein
fester Bestandteil der Nachbarschaft aus dem Al-Ahram Verlagsgebäude,
der Hochstraße, den ägyptischen Anwohnern, Handwerkern und
Straßenhändlern geworden.
Zum Jubiläum der Kirche am 20./21. April 2012 erscheint die 275 Seiten
umfassende Festschrift, in der all das ausführlich nachzulesen ist und
die käuflich bei der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde, im
deutschen Buchhandel in Kairo oder über den Buchhandel in Deutschland
bei der Heenemann Verlagsgesellschaft erworben werden kann.
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Neues von der Walcker-Orgel in Kairo
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Als der griechische Gelehrte Ktesibios um 246 vor
Christus in Alexandria, also keine zwei Autostunden von Kairo entfernt,
die erste Pfeifenorgel konstruierte, konnte er noch nicht wissen, dass
solche auf Windkästen befestigten Panflöten einmal die Kirchenmusik des
Abendlandes entscheidend prägen werden.
Die Orgel ist also ein Musikinstrument, das aus der Antike stammt, und
das in dieser Zeit großen Einfluss auf die damalige Musik- und
Musiktheorie ausübte, aber eben bei den Griechen und später bei den
Römern vor allem im weltlichen Musizieren angetroffen werden konnte. So
war ein berühmter Orgelspieler Kaiser Nero, der ohnehin nie den Eindruck
gemacht hat, besonders sakral oder gar christenfreundlich eingestellt zu
sein. Und in der Tat wurden Orgeln bei Spielen in Kolosseen verwendet,
wo Christen den Märtyrertod fanden.
Die damaligen Orgeln waren sehr klein und hatten nur rund 13 x 3 Pfeifen
und sie konnten leicht transportiert werden.
Bei der hier in der Deutschen Evangelischen Kirche gebauten Walcker-Orgel
in Kairo treffen diese antiken Beschränkungen nicht mehr zu. Ja, der
antike Mensch würde sich sehr über solch einen technischen Apparat
wundern. Eine solch große Panflöte mit 1226 Pfeifen, die mit einem Druck
von 96mm Wassersäule angeblasen werden würde, das wäre zu ihrer Zeit
auch ohne Elektrizität nicht mehr zu schaffen gewesen.
Mein Ur-Ur-Ur-Großvater Eberhard Friedrich Walcker hat um 1856 die
damals weltgrößte Orgel im Ulmer Münster gebaut, die von 12 Kalkanten
(Windtretern) bedient wurde, aber erst vier Jahre später konnte mit
Hilfe eines Dampfgebläses der erforderliche Druck von über 100mm
Wassersäule für das Pedal geschafft werden, das dieser Riesenorgel den
nötigen Bass gab.
Zurück in Ägypten, wo wir an
unserer Walcker-Orgel genügend damit zu tun hatten, das fehlende
Pfeifenmaterial in halb Deutschland zusammen zu suchen, um nicht
gänzlich mit den Kosten von Neuanfertigungen verschiedener Pfeifen
malträtiert zu werden, so sind uns doch immer wieder ein paar Pfeifen
nicht auf die Schnelle zugängig gewesen. Da half mir ein des Ktesibios
geistesverwandter, vielleicht auch antiker Ägypter, der seines Zeichens
Schreiner war und sich rasch bereit erklärte auch solche Lappalien, wie
Holzpfeifen anfertigen zu können.
Wir haben das gerne ausprobiert und gleich fünf solcher Pfeifen bei ihm
bestellt; denn eine erneute
Bestellung und Lieferung aus Deutschland, hätte nicht nur den Etat
gesprengt sondern auch die Zeit ins Unermessliche gezogen. Und, wie
waren wir erfreut, als die erste ägyptische Pfeife in der deutschen
Walcker-Orgel erklang: ein voller, ungetrübter Bordunton, grundvoll,
rund und schön. Diese Holzpfeifen haben sich auch vom Äußeren ästhetisch
in den Reigen des bestehenden Pfeifenmaterials eingereiht. Jetzt also
noch warten wir auf die nächsten 5 Gedacktpfeifen fürs Schwellwerk und
eine größere Pfeife der tiefen Oktave im Bordun des Hauptwerks. Damit
ist dann unser Pfeifenmaterial komplett.
In den vergangen zwei Monaten konnten wir auf diese oder ähnliche
Methode, aber eben im Heimatland, weiteres Pfeifenmaterial gewinnen, das
für unsere Orgel von großer Bedeutung war. So fehlten vor allem die
tiefen Basspfeifen des Pedals und des Borduns im Hauptwerk. Ohne das
Internet und die Möglichkeit dort zu recherchieren, wäre es nicht
möglich gewesen, das fehlende Pfeifenmaterial zu organisieren. Mit
insgesamt 1,7t Material aus Deutschland und Frachtrechnungen von über
4.500,-- Euro haben wir ameisengleich, all das notwendige
Pfeifenmaterial zusammengetragen, was auf dem freien Markt erhältlich
war. Dazu kommt eine komplette elektrische Anlage zur Steuerung der
Pfeifenorgel. Darunter sind 450 Stück Hebelmagnete, die allesamt mit dem
Spieltisch verkabelt sind, eine komplette Steuerungsmaschine, das Gehirn
der Orgel gewissermaßen, das im Spieltisch untergebracht ist und das mit
2800 Kontakten bestückt ist, die wiederum alle miteinander verkabelt
sind und von den beiden Manualen und dem Pedal sowie den Registertasten
gesteuert werden. Insgesamt wurden so mehrere tausend Meter Einzelkabel
verlegt, die, und darauf sind wir auch stolz drauf, kaum im Orgelinneren
bemerkt werden.
Als Orgelbauer ist man hier gleichzeitig Elektriker, Schreiner,
Schlosser, planerischer Architekt und nicht zuletzt Intonateur, der den
Pfeifen seinen Odem einhaucht. Diese Klanggestaltung, die eigentlich
immer am Schluss kommt, musste hier aus verschiedenen Gründen
zwischendurch geschehen und hat uns allen hier sehr viel Freude gemacht,
weil diese Orgel eben etwas ganz außergewöhnlich Schönklingendes ist,
was wir in Deutschland kaum so unverdorben antreffen.
Jetzt stehen noch einige Arbeiten im Bereich der elektrischen
Schaltungen an, etwas Tischlerei, etwas Schlossern und der Einbau des
Fernwerks auf dem Dach der Orgel.
Die finale Klanggebung und Stimmung der Orgel ist vergleichbar Monets
Aussage: „Das Malen von Seerosen, das ist keine Arbeit, es
ist reine Entspannung!“, das sollte, so hoffe ich, unser
Abschluss im April werden.
Gerhard Walcker-Mayer
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Festvortrag
"Gotteshäuser im Exil“ – Prof. Dr. Wolfgang Huber
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Altbischof
Prof. Dr. Huber hält im Rahmen der Festwoche unserer Gemeinde zum
hundertjährigen Bestehen unserer Kirche den Festvortrag „Gotteshäuser im
Exil“.
Hier sei er all den Besuchern unserer Website und unserer
Veranstaltungen, die im Rahmen der Festwoche am 21. und 22. April 2012
stattfinden, vorgestellt:
Wolfgang Huber wird 1942 in Straßburg geboren. Er wächst in einer
Juristenfamilie auf: Der Vater ist ein bekannter Staatsrechtslehrer, die
Mutter Rechtsanwältin. Er ist der jüngste von fünf Brüdern. Seine
Kindheit und Jugend erlebt er in Falkau/Schwarzwald und in
Freiburg/Breisgau. Früh wird er bei den Pfadfindern Gruppenleiter, der
auch Gottes Wort zu verkündigen hat. Er studiert evangelische Theologie
in Heidelberg, Göttingen und Tübingen. 1966 promoviert er mit dem Thema
„Passa und Ostern“. Bereits sechs Jahre später wird er im Fach
Systematische Theologie habilitiert. Kurz ist er als Vikar und Pfarrer
in Reutlingen tätig; seine gesamte Lebensleistung aber in Forschung und
Lehre und in Wahrnehmung seiner vielen Ämter und Aufgaben in der Kirche
versteht er von Anfang an immer als Dienst an den Menschen, als Dienst
an der Kirche in einer demokratischen Gesellschaft.
Als Professor für Systematische Theologie und Sozialethik arbeitet er
fast zwanzig Jahre in der Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD) für öffentliche Verantwortung, ist anschließend Mitglied des
theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche der Union (EKU) und
gehört dem Präsidium des Evangelischen Kirchentages an, dessen
Präsidentschaft er von 1983-1985 inne hat.
Nach zwölf Jahren Forschungsarbeit in der Forschungsstätte der
Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST) und vierzehn
Jahren der Forschungs- und Lehrtätigkeit an den Universitäten in Marburg
und Heidelberg wechselt er in hohe Leitungsämter der Evangelischen
Kirche, als er 1993 von der Kirche in Berlin-Brandenburg zum Bischof
gewählt und in den Jahren von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland wird. Seit seinem pensionsbedingten
Ausscheiden arbeitet er wieder im Nationalen Ethikrat der
Bundesregierung mit.
Der Theologie Martin Luthers und Dietrich Bonhoeffers verdankt er
entscheidende Impulse; er zeichnet für die Neuausgabe für Bonhoeffers
Werken verantwortlich.
Seine Arbeitsschwerpunkte, die sich in zahlreichen Publikationen
niedergeschlagen haben, sind vielfältig: Sie betreffen das Verhältnis
von Kirche und Öffentlichkeit, von Christentum und Menschenrechten,
die Wurzeln und Folgen christlicher Freiheit auf dem Fundament
von Luthers Freiheitsbotschaft, die Ethik der Verantwortung, die Fragen
von Gewalt und Menschenwürde, Gerechtigkeit und Recht, die Grundlinien
christlicher Rechtsethik, politischer Ethik und Wirtschaftsethik,
Medizin- und Bioethik. Durch zahllose auch publizierte Predigten,
Vorträge und öffentliche Verlautbarungen ist Prof. Huber in Kirche und
Öffentlichkeit sehr bekannt geworden. Den Reformatoren Martin Luther und
Philipp Melanchthon verpflichtet, hat sich Prof. Huber immer für den
Bildungsauftrag der Kirche eingesetzt und für Schulen in kirchlicher
Trägerschaft und den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen
engagiert.
Bischof Huber ist seit langem ein manchmal unbequemer, aber immer
wegweisender Gesprächspartner im Evangelisch-Katholischen Dialog und in
der weltweiten Ökumene. Bekanntgeworden ist sein Slogan von der „Ökumene
der Profile“.
Altbischof Prof. Dr. Huber nimmt die Probleme unserer Zeit als wacher
Zeitgenosse wahr, sieht mit scharfem Blick problematische Entwicklungen
der Zukunft voraus, aber seine große Verantwortung für Kirche und
Gesellschaft ist ein Dienst für alle Menschen in und außerhalb der
Kirche, deren Wurzeln tief in die Vergangenheit der Überlieferung der
Kirche und des Christentums zurückreichen.
(Reinhard Grätz)
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Fotoausstellung
"Gotteshäuser in Ägypten"
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Gedanken der Kuratorin Helga Sursock
Als Axel Matyba mich vor eineinhalb Jahren fragte, ob ich für die
Gemeinde eine kleine Fotoausstellung kuratieren möchte, die im Rahmen
des Kirchenjubiläums gezeigt werden soll, sagte ich spontan zu. Mir
gefiel die Idee, aktuelle Fotos von Gotteshäusern in Ägypten
zusammenzutragen und zu präsentieren.
Architektur bezeichnet im weitesten Sinne die Auseinandersetzung des
Menschen mit gebautem Raum. Gebaute Räume sind erlebbar, begreifbar,
spürbar. Die Reduktion der Wirklichkeit des gebauten Raumes auf
zweidimensionale Informationen, auf Bilder, kann – wenn gleich die
heutige Zeit dies zu implizieren scheint - der Architektur nicht gerecht
werden. Wir wagten es trotzdem und luden Mitglieder der Gemeinde,
Freunde und bekannte Fotografen ein, ihre Fotografien einzureichen. Ihre
persönliche Betrachtung der Gotteshäuser in Ägypten.
In der Ausstellung „Gotteshäuser in Ägypten“ zeigt u.a. Kamal Moneir
beeindruckende Bilder von kleinen Moscheen am Ufer des Nils, Alice
Siebenhofer führt uns in die Rifai Moschee, Yasser Ibrahim in die
Zitadelle, Fabio Grätz in die Kapelle in Anafora. Sie zeigen uns, dass
Gotteshäuser viele Facetten haben können. Sie können bescheiden,
besinnlich, beeindruckend, prunkvoll oder heimelig sein.
(Ausführlicher finden Sie diesen Artikel von Helga Sursock in der
Festschrift.)
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