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für den 10.12.2018

Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.

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Hungrig, müde und verzweifelt kehren viele Migrantinnen und Migranten nach Mali zurück, nachdem ihr Traum von einem Leben in Europa geplatzt ist. Manche waren jahrelang in Afrika unterwegs, geflohen vor politischer Verfolgung, Gewalt oder Perspektivlosigk Hungrig, müde und verzweifelt kehren viele Migrantinnen und Migranten nach Mali zurück, nachdem ihr Traum von einem Leben in Europa geplatzt ist. Amadou Coulibaly, Mitarbeiter des Brot-für-die-Welt- Partners AME, nimmt Rückkehrer auf.

Brot für die Welt

Alles auf Anfang

Geflohen vor politischer Verfolgung, Gewalt oder Perspektivlosigkeit. Jahrelang in Afrika unterwegs gewesen. Vergeblich: Der Traum von einem Leben in Europa ist geplatzt. Nun kehren sie zurück, hungrig, müde und verzweifelt. Noch einmal eine Stunde zu Fuß vom Busbahnhof in Malis Hauptstadt Bamako. Dann das: eine offene Tür.

Doudou Sonko (27) aus Gambia mit seinen Habseligkeiten. Doudou Sonko (27) aus Gambia mit seinen Habseligkeiten.

Es ist die Tür der Association Malienne des Expulsés (AME), der Malischen Vereinigung der Vertriebenen, der lokalen Partnerorganisation des deutschen Hilfswerks Brot für die Welt. Die jungen Männer stapfen die Treppe in den ersten Stock hinauf, unter ihnen Doudou Sonko (27). Jeans und T-Shirts schlackern an ihren mageren Körpern. Ihr Besitz passt in einen kleinen Rucksack. Ein paar Kleidungsstücke, Seife, Lebensmittel, ein Dokument der malischen Einwanderungsbehörde: Das sind die Habseligkeiten von Doudou Sonko.

Seit 2015 war er unterwegs. Er stammt aus Gambia, auch er wollte nach Europa, blieb in Mauretanien hängen, schaffte es dann doch bis Algerien, wo er sich als Putzmann durchschlug. Oft wurde er um seinen Lohn geprellt. "Wie hätte ich das Geld denn einfordern sollen?"

Nun also Bamako. AME bietet Migrantinnen und Migranten nicht nur die offene Tür, sondern für Notfälle einen Abstellraum, darin zwanzig Matratzen. Es gibt auch Essen, Getränke, Hygieneartikel, Kleidung.

Gefühl des Scheiterns

"Viele Rückkehrende sehen sich als gescheitert an", weiß Sophia Wirsching, Referentin für Migration und Entwicklung bei Brot für die Welt. Angehörige hätten große Hoffnungen in sie gesetzt, ihnen Geld geliehen, sich oftmals sogar verschuldet, damit sie ins Ausland gehen können.

"Nun sind sie nicht in der Lage, ihnen dieses Vertrauen zurückzuzahlen." Außerdem hätten viele Migrantinnen und Migranten Gewalt erfahren, seien traumatisiert.

Brot für die Welt unterstützt das AME-Projekt, das auf 1.200 Personen zugeschnitten ist. Es ist zugleich auch ein rheinisches Brot-für-die-Welt-Projekt. Spenden willkommen - sie müssen gar nicht riesig sein: 60 Euro - damit lassen sich 20 Migrantinnen und Migranten an einem Tag mit Lebensmitteln versorgen.

Plakat 2008 von Brot für die Welt Plakat 2008 von Brot für die Welt

Am Sonntag beginnt die 60. Aktion von Brot für die Welt

Stichwort 60: Am kommenden Sonntag, 1. Advent, 2. Dezember, startet Brot für die Welt seine 60. Aktion. Der Fernsehgottesdienst beginnt um 10 Uhr bei der ARD. Das Motto der neuen, 60. Aktion: "Hunger nach Gerechtigkeit".

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat bei der Pressekonferenz in Berlin anlässlich dieses Jubiläums hervorgehoben, Brot für die Welt leiste „weltweit unverzichtbare Arbeit zur Unterstützung notleidender Menschen. Denn jeder Mensch hat Anspruch auf ein Leben in Würde, frei von Hunger, Gewalt und Elend.“

Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt, erklärte:„Der Anteil der Menschen an der Weltbevölkerung, die Hunger leiden, ist zwar in den letzten 60 Jahren deutlich zurückgegangen. Doch wir sehen mit Sorge, dass die Zahl der Hungernden nun zum zweiten Mal in Folge wieder angestiegen ist.“

Die Gründe: bewaffnete Konflikte und die Folgen des Klimawandels ebenso wie die ungleiche Verteilung von Land. „Ohne mehr Gerechtigkeit wird der Hunger bleiben. Wir brauchen eine gerechte Verteilung der Ressourcen und eine abgestimmte Außen-, Wirtschafts-, Handels- und Klimapolitik, die den Schutz der Menschenrechte ebenso wahrt wie den Erhalt unserer natürlichen Ressourcen“, sagt Füllkrug-Weitzel.

Sie fügt hinzu: „Die weltweite Nahrungsmittelproduktion würde derzeit ausreichen, um alle Menschen zu ernähren. Dass wieder mehr Menschen hungern, obwohl wir die Mittel haben, alle Menschen satt zu machen, ist ein Skandal. “

Die Überwindung von Hunger und Armut gehört zu den Schwerpunkten von Brot für die Welt, ebenso die Stärkung von Bildung und Gesundheit sowie der Einsatz für den Erhalt der Umwelt und die Wahrung der Menschenrechte - wie beispielsweise das Rückkehrerprojekt in Mali. Die Hilfe wurde von Beginn an mit Partnerorganisationen vor Ort nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ umgesetzt.

Hilfe für Millionen Menschen

Aktuell arbeitet Brot für die Welt mit mehr als 1.300 Partnerorganisationen weltweit zusammen und fördert mehr als 1.500 Projekte in 97 Ländern. Millionen Menschen hat Brot für die Welt in den vergangenen Jahrzehnten geholfen, ein besseres Leben in Würde zu führen. Seit Gründung hat Brot für die Welt rund 2,4 Milliarden Euro an Spenden und Kollekten erhalten – aus der ehemaligen DDR, der alten Bundesrepublik und dem vereinten Deutschland.

Cornelia Füllkrug-Weitzel sagt: „Die Kirchengemeinden waren und sind das Rückgrat von Brot für die Welt. Wir sind dankbar und stolz auf diese große gemeinsame Unterstützung für Menschen in Not.“ Neben Spenden und Kollekten erhält das evangelische Werk Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED) und aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Erlebtes verarbeiten

In Bamako, im AME-Büro, werden die Neuankömmlinge am nächsten Morgen registriert. Um statistisch klar zu kriegen, wie viele Menschen zurückkehren. Aber auch, um die Zurückgekehrten gut unterstützen zu können. Um sie zu Treffen einzuladen. Damit die Betroffenen im Austausch in einer Gruppe Erlebtes verarbeiten und neue Lebensperspektiven entwickeln können.

Doudou Sonko wird nach Gambia zurückkehren, er ist hin- und hergerissen. Eigentlich, sagt er, wollte er "nicht mit leeren Händen" zurück nach Hause kommen. "Ich bin doch nur gegangen, um meine Familie zu unterstützen. Andererseits ist er dankbar für die Rückkehrhilfe bei AME. "Ich freue mich auf mein Land."

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Brot für die Welt, Mali-Fotos: Christoph Püschner; ekir.de / neu / 28.11.2018



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