Losung

für den 25.02.2018

Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue treten vor dein Angesicht.

Psalm 89,15

Kirchenkreiskarte
Kirchenkreiskarte mehr
Kontakt

Diakonisches Werk im
Evangelischen Kirchenkreis Wied
Rheinstraße 69
56564 Neuwied
Telefon: 02631 / 39 22 0
Fax: 02631 / 39 22 40

mehr
Projekte
mehr
Service

Hausgemachter Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen - das schmeckt den Gemeindemitgliedern in der Rotter Kirche. 70 Portionen geben Jens Peter Iven und Sabine Kortwig an diesem Sonntag aus. Hausgemachter Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen - das schmeckt den Gemeindemitgliedern in Wuppertal-Unterbarmen. 70 Portionen geben Sabine Kortwig und Jens Peter Iven an diesem Sonntag aus.

#unserSonntag ist uns #heilig

Töttern am Tresen

Der Sonntag gehört Gott, den Menschen und der Gemeinde. In Gemeinschaft den Alltag hinter sich zu lassen, bedeutet aber mehr, als zusammen Gottesdienst zu feiern: In Wuppertal-Unterbarmen trifft sich zum Beispiel die Gemeinde regelmäßig zum Mittagessen.

Würzig riecht es im Gemeindehaus an der Rotter Kirche in Wuppertal-Unterbarmen. Unverkennbar, es ist der Duft nach Rotkohl, der durch die Räume zieht. Doch welche Zutaten wurden ihm beigegeben? Das versuchen gerade einige ältere Damen am gedeckten Tisch herauszuschmecken. „Ist es Zimt oder sind es Nelken?“, überlegt eine Seniorin. „Auf jeden Fall war Lorbeer dabei“, meint ihre Sitznachbarin.

Einmal im Monat gehen die Besucherinnen und Besucher sonntags nach dem Gottesdienst in der Rotter Kirche nicht gleich auseinander und auf getrennten Wegen nach Hause. Sie bleiben zusammen und nehmen gemeinsam das Mittagessen ein. Seit fast 20 Jahren gibt es dieses Angebot der Evangelischen Kirchengemeinde Unterbarmen. Und es wird genutzt: Mit dem Rotkohl und handgemachten Klößen gibt die Küche an diesem Sonntag mehr als 70 Portionen Sauerbraten raus.

Das Essen schweißt zusammen

„Wir wollen den Sonntag nicht nur mit einem Gottesdienst gemeinsam feiern, Sinn und Zweck dieses Tages ist es ja auch, Zeit miteinander zu verbringen“, beschreibt Gemeindemitglied Jens Peter Iven den Gedanken, der zu Beginn des Mittagstischs stand. Iven selbst ist passionierter Hobbykoch, und seine Idee, einmal im Monat für die Gemeinde das Essen frisch zuzubereiten, fand schnell Zustimmung. Mit Jens Peter Iven ist derzeit Gemeindemitglied Sabine Kortwig am Herd im Gemeindehaus aktiv.

Das gemeinsame Mahl lasse die Gemeinde zusammenwachsen, sagt Iven. „An den Tischen kommen die Menschen ins Gespräch, sie lernen sich kennen und tauschen sich aus.“ Seniorinnen und Senioren, Eltern mit kleinen Kindern, Jugendliche und Menschen mittleren Alters: Sie alle erfahren bei Suppe, Fleisch und Dessert, was das Gegenüber im Alltag beschäftigt.

Quatschen über Gott und den Stadtteil

„Die Zeit, die wir an diesen Sonntagen miteinander erleben, trägt in diese Alltage hinein“, erzählt Jens Peter Iven. Wenn da zum Beispiel die ältere Dame gerade Probleme mit einem tropfenden Wasserhahn hat, findet sich schnell jemand, der zusagt, sich den mal anzuschauen. Und manchmal wird auch nur über das geredet, was gerade so los ist im Stadtteil. Eben einfach mal „töttern“, also quatschen und plaudern, wie es in Wuppertal auf bergisch Platt heißt.

Bezahlt werden muss das Essen in Unterbarmen nicht. Wem es geschmeckt hat, der kann gerne eine Spende dalassen. Damit werden dann die Kosten für die Zutaten gedeckt, der Rest geht an die Kinder- und Jugendarbeit, an Noten für den Chor oder was sonst gerade in der Gemeinde gebraucht wird.

Die gute, alte Hausmannskost

„Irgendwie sind wir beim Essen zu einer großen Familie zusammengewachsen“, sagt Iven. Und dafür steht er gerne bis zu drei Stunden am Herd, schält Kartoffeln, legt Braten ein und rührt Soßen an. „Bei meiner Großmutter durfte ich schon in die Töpfe gucken und ihr zur Hand gehen“, erzählt er. Hausmannskost ist sein Spezialgebiet. Und daher werden an den Sonntagen in Unterbarmen auch mal deftiger Grünkohl oder dick eingekochte Kartoffelsuppe über den Tresen im Gemeindehaus gereicht.

Manchmal gibt es außerdem orientalische Gerichte mit roten Linsen, mit Kreuzkümmel, Koriander oder Minze, die von den älteren Gästen mit Begeisterung erstmals gekostet werden.

Eine Insel im Alltag

„Es ist wichtig, den Sonntag zu feiern, weil er einen Freiraum von der Arbeit und dem Alltag schafft“, meint Iven. Daher gelte es die Sonntagsruhe und die Inseln, die sie wie bei diesem Mittagstisch biete, zu bewahren. Da macht es dann auch nichts, dass die Küche im Gemeindehaus an der Rotter Kirche nur 25 Quadratmeter groß ist: Sind die Mahlzeiten gegessen, finden sich immer viele Menschen, die abräumen, spülen, wischen und wieder einräumen. Auch das ist eben Gemeinschaft.

Übrig bleibt vom Essen immer etwas, das in Folie verpackt vor allem von Alleinstehenden gerne mit nach Hause genommen wird. Denn so einen hausgemachten Sauerbraten bereitet man für sich selbst ja nicht alle Tage zu.

Weitere Beispiele wie Kirchengemeinden den Sonntag über den Gottesdienst hinaus als Tag miteinander gestalten, gibt es in den nächsten Wochen auf ekir.de.
Wie  Christinnen und Christen ihren Sonntag als Zeit des Miteinanders verbringen, erzählen sie in den sozialen Medien bei der Aktion #unserSonntag ist uns #heilig. Sie zeigen Gesicht und sagen, warum ihnen der Sonntag #heilig ist. Wie man als Einzelner und als Gruppe mitmachen kann, steht auf der Seite unsersonntag.ekir.de.
Die Social-Media-Aktion begleitet die Kritik der  Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland an den Plänen der NRW-Landesregierung, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von bislang vier auf acht zu verdoppeln. In einem Antrag an die Landessynode, die ab heute in Bad Neuenahr tagt, nennt sie das Vorhaben der CDU/FDP-Koalition „ein fatales Signal“.

 

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / Text: Sabine Eisenhauer, Foto: Andreas Fischer / 07.01.2018



© 2018, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


© 2018, Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenkreis Wied
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung