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70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Auf dem Laufsteg und im Fokus: die Mode

Womit werden wir uns kleiden? Diese urmenschliche Frage wurde bereits vor gut zweitausend Jahren formuliert, sie ist ein wörtliches Zitat aus dem Matthäus-Evangelium. Gott wisse, dass die Menschen dessen bedürfen, heißt es dort weiter. Womit kleiden wir uns? Vieles, was wir heute tagtäglich anziehen, ist eigentlich untragbar.

"Untragbar", das schreibt die EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber im Heft "Mode um jeden Preis? Menschenrechte in der Textilindustrie". Diese EKD-Publikation vereint ansprechende, anspruchsvolle Modezeichnungen mit Texten, die kritisch auf die Produktionsbedingungen im Textilsektor schauen. Bangladesch, Indien, Indonesien, Osteuropa: In der Produktion sind allzuoft die Menschenrechte eingeschränkt oder verletzt. Untragbar.

Mode und Menschenrechte - mit diesem Thema ist die EKD-Menschenrechtsarbeit anlässlich des 70. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in die Öffentlichkeit gegangen. Und zusammen mit der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), zu deren Mitgliedern die Evangelische Kirche im Rheinland gehört, hat sie einen Laufsteg in Wuppertal aufgeschlagen. Zum Start der gemeinsamen bundesweiten Menschenrechtskampagne zu fairer und gerechter Kleidung haben EKD und VEM eine Modeschau in der Citykirche in Wuppertal-Elberfeld auf die Beine gestellt.

Außerdem gab es eine Podiumsdiskussion. Die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, unter denen Textilien im Ausland produziert würden, seien ein "dringendes und drängendes Thema" für die Kirche, sagte Bischöfin Petra Bosse-Huber, Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der EKD, bei der Auftaktveranstaltung in der evangelischen City-Kirche in Wuppertal.

Mittlerweile werde 60 Prozent mehr Kleidung als noch vor 15 Jahren verkauft, betonte die Theologin. Zugleich werde die Kleidung im Durchschnitt aber "nur noch halb so lang" getragen. Pro Jahr würden weltweit 8,4 Millionen Tonnen Textilabfälle "auf Deponien" entsorgt. Deshalb sei es wichtig, über dieses Thema aufzuklären und für Transparenz bei den Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, betonte, dass sich der Bürger seiner Macht "als Konsument" bewusst sein und beim Einkauf auf fair gehandelte Textilien achten sollte. Wer sich als Christ der "Kultur der Barmherzigkeit" verpflichtet fühle, der könne die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken nicht gutheißen.

Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene verwies darauf, dass es bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen um "glaubwürdige Schritte" zur Anhebung des Mindestlohns in den Textilfabriken gehe, da dieser derzeit oft nicht ausreiche, eine Familie zu ernähren. Zudem sollten auch die Auftraggeber gesetzlich dazu verpflichtet werden, sich an die Sorgfaltspflicht in der Produktion zu halten und Verstöße gegen die Arbeitsrechte in den Textilfabriken zu unterbinden.

Die indonesische Aktivistin Dina Septi Utami betonte, dass die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken ihres Landes "sehr schlecht" seien. Die Bezahlung sei nicht existenzsichernd, es fielen viele Überstunden an und es herrsche ein "extremer Produktionsdruck". Auch verbale Beschimpfungen und sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz seien an der Tagesordnung.

Problematisch sei nicht nur das T-Shirt vom Billigdiscounter, heißt es im EKD-Materialheft, es gehe auch um Stücke aus teuren Kollektionen. Bosse-Huber, ehemalige rheinische Vizepräses: „Am Ladenpreis lässt sich nicht ablesen, wer tatsächlich wieviel an einem Kleidungsstück verdient. Aber die Bedingungen, unter denen Menschen in dieser schnelllebigen Branche arbeiten, schreien zum Himmel.“

Dr. Jochen Motte, Leiter der VEM-Menschenrechtsarbeit, betont, dass die VEM die Opfer von Menschenrechtsverletzungen unterstützt. Sie fördert die Arbeit von Dina Septi Utami in Jakarta und der Methodistischen Kirche in Sri Lanka. Das Ziel: bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.

Die Publikation "Mode um jeden Preis?" ist Teil der EKD-Menschenrechtsinitiative #freiundgleich, die bis Ende 2019 aus Anlass des 70. Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte läuft. Auch die alljährliche VEM-Menschenrechtsaktion greift das Thema auf, das Bibelzitat aus dem Matthäus-Evangelium ist titelgebend: "Womit werden wir uns kleiden?"

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ekir.de / neu, epd / 12.12.2018



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10.01.2014



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