

Gemeindebüro
Oberstr. 67
45134 Essen
Tel: (0201) 441783
Fax: (0201) 3 60 11 99
garelli1(at)arcor.de
Neue Öffnungszeiten:
Mo | Mi | Fr 9.00 – 12.00 Uhr
Pfarrbezirk I
Pfarrbezirk II
Vordrucke zum Download
Im Bereich Begleitung finden Sie Informationen zu den Themen Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Trauer und Kircheneintritt.

Wer heute die Pfarrkirche St. Lambertus besucht, findet vor dem Westportal die alte Sturmglocke aus dem Jahr 1643 . Das untere Schriftband trägt einige Namen, darunter den des Glockengießers und zweier Evangelischer, nämlich des Pfarrers Johannes Natorp und seines Kirchmeisters Caspar Temmesfeld.
Die -während des 30jährigen Krieges für die Stiftskirche gegossene- Glocke belegt, was 1660 die Pröpstin des Rellinghauser Damenstiftes, Gräfin Anna Isabella von Vellbrück rückblickend in ihrer Chronik mit den folgenden Worten umschreibt: "Im Kapitel von Rellinghausen fand sich keiner, welcher der katholischen Wahrheit eingedenk blieb, sondern alle stürzten sich jählings und freiwillig in das geistliche und zeitliche Verderben Leibes und der Seele".
Bauernschaft, Landadel und Stift waren zum evangelischen Glauben übergetreten. Das im westfälischen Friedensschluss von 1648 angesetzte "Normaljahr" versetzte dieser gefestigten protestantischen Praxis ein jähes Ende. Es wurde mit 1624 festgesetzt. Zu dieser Zeit waren die Stiftsgebiete von spanischen Truppen besetzt mit der Folge, dass nun, wie die "Informatio" der Anna Isabella von Vellbrück weiter ausführt: "alle Canonissen und Canoniker den römisch-katholischen Glauben wieder angenommen und bekannt haben".
Den verbliebenen Evangelischen der Bauernschaft Rellinghausen, deren räumliche Ausdehnung weit über die Ruhr hinaus reichte und auch das heutige Bergerhausen einschloss, blieben karge Zeiten ohne Pfarrkirche und mit teils vertriebenen Pfarrern. Die Schenke "Cremer's Hof" diente ebenso als Gottesdienststätte wie die über der Ruhr gelegenen Feldstücke "Mönkhoffs Busch" und "Wittgens Busch", wo unter freiem Himmel Gottesdienste gehalten wurden. Grundsätzlich aber konnte geregelt werden, dass den Evangelischen am Ort das Läuterecht der Pfarrkirche zugestanden blieb, der Zugang zum Friedhof offen stand und die Gestellung von Brot und Wein zur Feier des Heiligen Abendmahls weiter zuerkannt wurde.

Beim Versuch, 1654 auf einem kleinen Grundstück, das der Erbdrost zu Baldeney, von Grimborn, der evangelischen Gemeinde geschenkt hatte, eine kleine Holzkirche, zu errichten, soll es allerdings recht grob zugegangen sein und sogar auf dem heutigen Gelände an der Oberstraße eine Schießerei stattgefunden haben.Dennoch kam es zu einer ersten Holzkirche wo heute das Gemeindehaus steht, allerdings "ohne Klock und Kleppel". Auch gab es keine Orgel. Als die Gemeinde ein altgedientes Instrument der Gemeinde Königssteele zum Geschenk erhielt, musste dieses auf Betreiben des Stiftes wieder entfernt werden, da eine Strafe von 1000 Golddukaten angedroht und wohl auch vollstreckt worden wäre. Es bedurfte der Intervention des preußischen Königs, um schließlich auch den 50 Jahre währenden Orgelstreit zum guten Ende zu führen.