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in der Evangelischen Kirche Essen Rellinghausen, Oberstraße 67, 45134 Essen
Gemeinsam mit dem Ronald McDonald Haus am Klinikum begeht die Essener Gruppe der verwaisten Eltern ihren Gedenkgottesdienst, der in der Evangelischen Kirche in Essen Rellinghausen am 11. Dezember um 19.30 Uhr gefeiert wird.
„Es wird kein Trauergottesdienst sein, sondern ein besinnlicher Moment, in dem wir für die verstorbenen Kinder Lichter aufstellen und ihrer gedenken“, sagt Pfarrer Andreas Volke, der seit nunmehr zehn Jahren den verwaisten Eltern seine Kirche öffnet. „Eine solche Begegnung mit dem erlittenen Schicksal, kann nicht geschehen, ohne schmerzhafte Erinnerungen hervorzurufen, aber es legt auch einen Trost ins Herz, wenn die Betroffenen spüren, dass sie nicht allein stehen. Darum kommen in jedem Jahr Familien aus dem ganzen Ruhrgebiet zu uns nach Rellinghausen“, so Pfarrer Volke.
In allen Teilen der Erde werden am 2. Sonntag im Dezember Kerzen für Kinder entzündet, die ihr Leben verloren haben. Leitend ist dabei der Gedanke, diese Lichter in einer gedachten Kette einmal um die ganze Erde zu senden.
„Es geht nicht nur um Kinder, die sehr früh – ja vielleicht sogar vor der Geburt – gestorben sind. Auch jener Kinder wird gedacht, die während ihrer Jugend oder als junge Erwachsene ihre Leben verloren“, sagt Pfarrer Volke, der den liebevoll vorbereiteten Gottesdienst in diesem Jahr unter das Motto stellt: „Ein Brücke zu dir“. „Das kann die Brücke zum verstorbenen Kind sein, aber auch zu sich und anderen, wie auch zu Gott, so der Pfarrer, der sich freut, dass zu der Gruppe der verwaisten Eltern in diesem Jahr auch die Eltern und Ehrenamtliche des Ronald McDonald Hauses am Klinikum hinzukommen.
Eingeladen sind alle, die nach einem Ort suchen, um ihrer verstorbenen Kinder zu gedenken und sich
für die kommende Weihnachtszeit stärken möchten.
Kontakt:
Pfarrer A. Volke: 0201- 44 05 72
Verwaiste Eltern: 0201- 40 14 31
Ronald McDonald Haus: 0201- 43 99 9 -0

»Im ersten Jahr ist alles anders«
Im ersten Jahr ist alles anders. Das Zimmer leer, ohne Leben. Keine Geburtstagsfeier – das erste Weihnachtsfest ganz anders. Alles, was man tut, findet zum ersten Mal statt – zum ersten Mal ohne Kind.
Eltern, die den Verlust eines Kindes (teilweise des einzigen Kindes) erleben mussten, suchen häufig Menschen mit dem gleichen Schicksal zum Reden und zum Verarbeiten. Seit etwa 24 Jahren existiert in Essen die Gruppe der verwaisten Eltern. Derzeit zwölf Frauen und Männer treffen sich alle 14 Tage.
Organisiert und koordiniert wird die Selbsthilfegruppe von Christiane Beiers und Gisela Fischer:
»Wer ein Kind verloren hat, verliert jeglichen Halt. Man selbst verändert sich, aber auch das Umfeld verändert sich.« Die Gruppe ist ein Ort, die Trauer auszuleben. »Es ist auch ein Ort, den Namen meines Kindes auszusprechen«, so Gisela Fischer. Das Umfeld – Freunde und Bekannte – tut sich oft schwer, die unendliche Traurigkeit der Eltern zu ertragen und empfindet die Beerdigung als einen Abschluss. »Aber die
Beerdigung ist nicht der Abschluss der Trauerzeit, sondern erst deren Anfang.« Bis zur Beisetzung gibt es viel zu erledigen und zu organisieren, so dass die Trauer kaum Platz hat. Das schwarze Loch – die Leere und Einsamkeit – kommt danach.
In die Gruppe kommen Männer und Frauen – aber häufig sind es die Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden, die Trauer zuzulassen und zu verarbeiten. »Männer und Frauen trauern anders. Und damit ist der Verlust eines Kindes auch für die Partnerschaft eine Herausforderung«, erläutert Christiane Beiers. Man müsse Toleranz üben, dürfe sich keine Vorwürfe machen und müsse wieder neu lernen miteinander zu leben.
Doch das Gespräch in der Gruppe hat nicht nur den Sinn, Trauer zu leben und Weinen zu dürfen, sondern auch das Lachen wieder zu lernen und den Blick nach vorn zu richten.
Dazu will auch der Gottesdienst am 2. Dezember-Sonntag beitragen, der jedes Jahr gemeinsam mit Pfarrer Andreas Volke vorbereitet und gefeiert wird.
www.verwaiste-eltern-essen.de | Kontakt: info(at)verwaiste-eltern-essen.de