
Osterlachen - eine alte Tradition in der Kirche
Ostern
Gelächter am leeren Grab
Witze über die Auferstehung und Lachen im Gottesdienst, ist das in der Kirche erlaubt? Wenn Gott über den Tod lacht, dann dürfen wir mitlachen meint der Theologe Ulrich T. Christenn im Osterbeitrag für ekir.deEin Schulkind schreibt über die Kreuzigung von Jesus Christus: "Jesus wurde zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt. Als er auferstand, erschien er zuerst einigen Frauen, damit die Sache schneller bekannt würde. Er war von Judas für dreißigtausend Euro einfach ans Fernsehen verkauft worden..."
Umstrittenes Lachen
Ostern ist ein Fest der Freude. Ostern ist ein Fest zum Lachen. Seit dem Mittelalter gibt es die Tradition des „Osterlachens" in den Gottesdiensten. Die Gemeinde soll lachen und fröhlich sein als Zeichen des Sieges Gottes über den Tod. Dazu ist das Lachen und Schmunzeln eine Befreiung nach der trostlosen Fastenzeit.
Aber Humor und Witze sind im Christentum eine umstrittene Sache. Umberto Ecco beschreibt das in seinem Roma „Der Name der Rose". Da gelten Witze über Jesus und Gott als Blasphemie und das Lachen töte die Furcht.. Und wenn es keine Furcht mehr gibt, wird es keinen Glauben mehr geben.
Nach drei Tagen
Nach der Auferstehung Jesu waren seine Jünger noch verteilt in Jerusalem und den umliegenden Dörfern. Johannes trifft auf Petrus und erzählt ihm die ganze Sache: „Petrus, Petrus! Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht" Petrus ist ganz überrascht und will Johannes beruhigen: „Jetzt mal langsam. Was gibt es Neues? Was ist die gute Nachricht?" „Die gute ist, dass Jesus nach drei Tagen wieder auferstanden ist und lebt!" „Das ist ja großartig! Aber was ist dann die schlechte Nachricht." "Er ist ziemlich sauer darüber, wie du dich letzten Freitag verhalten hast."
Lachen über den Tod
Das Osterlachen ist keine Erfindung der Spaßgesellschaft. Es geht nicht um die Verdrängung des Todes, um einfach Fun zu haben. Das Osterlachen ist die menschliche Freude über etwas völlig Neues, etwas was uns die Sprache verschlägt. Angesichts des Todes und der Auferstehung können wir Menschen nur noch mit offenen Mund staunen über die unglaubliche Wirklichkeit Gottes. Christus hat den Tod besiegt. Gott lacht über den Tod.
Glaube an die Auferstehung
Ein Vikar und ein Pfarrer sind nach einer Hochzeitsfeier spät abends zu Fuß auf dem Heimweg. Weil sie beide ordentlich mitgefeiert haben sind sie nicht sonderlich sicher auf den Füßen. Schließlich landen sie im Straßengraben und bleiben liegen. Der Vikar nutzt die Gelegenheit zu einer theologischen Frage: „Glauben sie an die Auferstehung?" Vorauf der Pfarrer nur lallend antworten kann: „In den nächsten drei Stunden nicht."
Gottes Lachen steckt an
Gottes Gelächter über Tod und Teufel steckt an. Statt mit offenem Mund dazustehen, können wir schallend lachen. Dieses Lachen befreit, lässt uns die Widersprüche in der Welt erträglicher erscheinen. Und das auch in einem theologischen Sinn: Dass wir zugleich Schuldige und Gerechtfertigte sind, dass wir in einem tiefen Widerspruch stecken, ist Grund genug zum Lachen, nicht zum spöttischen, sondern zum befreienden. Dieses Lachen der Befreiung muss wohl von Gott stammen.
Gott lacht über den Tod, also dürfen wir mitlachen, gerade an Ostern.
14.04.2003
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