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Meldung vom 6.5.2007

Kritik an EKD-Leitlinien zum Zusammenleben mit Muslimen

Kritik an der kirchlichen Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft" zum Zusammenleben von Christen und Muslimen haben Theologen und Teilnehmer einer kirchlichen Tagung geäußert.

Die Stellungnahme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus dem Jahr 2006 müsse dringend überarbeitet werden, denn sie lasse die dialogische Grundstruktur vermissen, heißt es in einer am Wochenende in Iserlohn verabschiedeten Resolution. Auf der Jahrestagung des Evangelischen Forums Westfalen standen die Gottesbilder im Christentum und im Islam im Zentrum.

Das EKD stelle in ihrer Handreichung statt eines Dialogs die Abgrenzung zwischen Christen und Muslimen in den Vordergrund, heißt es in der Resolution. Die Handreichung lasse Einsichten aus dem Dialogen mit Juden, mit der Ökumene und auch aus dem bisherigen Dialog mit Muslimen außer Acht. Zudem sei die evangelische theologische Position dürftig, kritisierten die Unterzeichner.

Auch der Tübinger katholische Theologieprofessor Karl-Josef Kuschel äußerte Kritik an der EKD-Handreichung und der Wiederbelebung des Missionsgedankens im Umgang mit dem Islam. Während sich die evangelische Kirche klar zu den Verfassungsprinzipien bekenne und damit die Trennung von Staat und Religion bejahe, stelle das EKD-Papier Muslime unter einen Generalverdacht, sagte der Dortmunder Pfarrer Dieter Tometten. Es werde unterstellt, dass Muslime die Grundrechte nicht achteten und einen Gottesstaat errichten wollten.

Der katholische Theologe Kuschel sprach sich für einen Dialog auf Augenhöhe und gegenseitiger Neugier aus. Kuschel, der in Tübingen den Lehrstuhl für Kultur und interreligiösen Dialog an der Katholischen Fakultät inne hat setzte sich kritisch mit der Haltung der katholischen Kirche zum Islam auseinander. Papst Benedikt XVI. und seinem Vorgänger Johannes Paul II. bescheinigte er, in ihren persönlichen Begegnungen mit Vertretern des Islam bei ihren Moschee-Besuchen in Damaskus (1986) und Istanbul (2006) sehr viel offener gewesen zu sein als in der offiziellen Doktrin. (d51993/6.5.2007)


07.05.2007





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