Donnerstag, 24. September 2009
TAGESFAHRT DES FREUNDESKREISES DER AKADEMIE AM 19. SEPTEMBER 2009
Über 300 m steigt der 2008 neu eröffnete Westerwaldsteig vom Rhein bis Herborn an. Zu diesem Ziel führte im Calvinjahr der Tagesausflug des Freundeskreises der Akademie. Acht Mitglieder nahmen an dem Ausflug teil, den Dr. Georg Linke glänzend geplant und organisiert hatte. In milder Herbstsonne führte die Exkursion über den Rhein, durch das Siebengebirge und den sonst so rauen Westerwald. Je höher die Straße führte, desto karger wurde die Landschaft. Weite bergige Flächen, voller Büsche und Niederholz, Baumgruppen, soweit das Auge reicht. Frau Löwer aus Dierdorf erläuterte, dass die einst ausgedehnten Eichen- und Buchenwälder im Mittelalter für die Eisengewinnung im Siegerland abgeholzt wurden. Der Boden verkarstete und ließ nie wieder Wälder entstehen. Für einen Ackerbau war die Natur in dieser Höhe zu rau. So wuchs in Jahrhunderten der Westerwald zu einer großartigen Art Parklandschaft, die heute ein beliebtes Wander- und Sportgebiet (Ski, Mountainbikes, Drachen) für die Städte im Rheintal ist.
In Herborn hatte Dr. Linke eine hervorragende Stadtführung organisiert. Wie der promovierte Führer uns verriet, erwartete die Stadt mit uns – wegen der Bezeichnung – eine Gruppe von Akademikern der Universität Bonn. So hatte man für uns den wohl kenntnisreichsten Stadt-führer aufgeboten. Herborn überrascht allein durch seine prachtvolle Bausubstanz. Vom letzten Kriege unberührt, weisen ganze Straßenzüge in mittelalterlicher Enge steil aufragende Fachwerkhäuser mit drei und vier Stockwerken auf, dabei das Balkenwerk vielfach mit Schnitzereien und abwechslungsreichen Farben versehen. Herborn besaß eine blühende Tuchindustrie und lag an einer Kreuzung wichtiger Handelsstraßen. Den Reichtum spiegeln die Häuser noch heute wieder. Goslar und der Harz erscheinen dagegen bescheiden.
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Samstag, 12. September 2009
ERLEBNISSE und GEDANKEN zum 1. September 1939
Unser Boot stoppt in der Danziger Bucht. Es ist Frühsommer 1970. Wir, das sind meine Frau & ich, zusammen mit einer von Polen eingeladenen Hochschulgruppe der RWTH-Aachen mit unseren polnischen Reiseführern (die ersten Touristen kamen erst 1971). Es ist ganz still, als plötzlich ein Pole erklärt: „An dieser Stelle, so wie wir hier liegen, hat am 31. August 1939 um 22 Uhr die „Schleswig Holstein“ Position bezogen, und am 1. September um 4:45 Uhr die erste Salve auf die Westerplatte abgefeuert. Die Geschütze waren „zu lang“ eingestellt, und diese Geschosse überflogen lediglich das Ziel.“ So begann der von Anfang an als Vernichtungskrieg konzipierte, später als II. Weltkrieg bezeichnete, Überfall auf Polen; der „Fall Weiß“ der schon viele Monate währenden Angriffs-Planung. Bei Hitler wurde erst um 5:45 Uhr „Zurückgeschossen“. Es ist mir unbegreiflich, wie die von den Nazis geheim inszenierten Grenz-Scharmützel dem Deutschen Volk als Grund für den Polen-Feldzug verkauft werden konnten. Ich las dieser Tage in einem persönlichen Tagebuch aus der Familie meiner Frau: „Ist denn der Pole verrückt geworden, dass er uns angreift? Er muss doch wissen, was er dadurch auslöst.“ Das war aus Überzeugung geschrieben; ein klarer Beweis, wie geschickte Propaganda selbst intelligente Menschen blenden kann.
"ERINNERN, VERZEIHEN, VERSÖHNEN" vollständig lesen
Montag, 7. September 2009
Sie sind eingeladen, sich zu beteiligen! Vom 29. Juni bis zum 1. Juli 2009 fand an der Akademie die
Tagung „Über Darwin hinaus?! Die unabgeschlossene Geschichte des
naturwissenschaftlichen Fortschritts“ stattgefunden. Sie war eine Kooperation mit der „European Society for the Study of Science And Theology“, dem Evangelischen Studienwerk e.V. Villigst und der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) e.V.
Die Vorträge, die Sie hier auf Internetseite zum Teil hier nachlesen
können, beschäftigten sich insbesondere mit der Frage, wie die Evolutionstheorie verstanden werden kann.
Während der Tagung entstand ein Disput zwischen Professor Dr. Andreas Beyer und Dr. Frank Vogelsang darüber, ob die Evolutionstheorie allein mit analytisch-biologischen Methoden operiere oder ob sie andere Erkenntnisquellen hinzunehme. Im Zentrum des Disputs steht das Problem, ob der Ausdruck „Kampf ums Überleben (Struggle for existence)“ biologisch analytisch abgeleitet werden kann und welche Rolle er in der Evolutionstheorie spielt. Der Austausch von Argumenten setzten die beiden Diskutanten auch nach der Tagung fort. Sie entschieden sich jetzt, den weiteren Verlauf der Diskussion öffentlich zu machen und die Besucher unserer Internet-Seite dazu einzuladen, sich zu beteiligen.
Mit dem Einstellen der Thesen hier im Blog ist jetzt das Diskussionsforum eröffnet. Sie sind herzlich eingeladen, nicht nur mitzulesen, sondern mitzudiskutieren! Die Möglichkeit dazu gibt Ihnen die Kommentarfunktion.
"Thesen zur Evolutionstheorie - ein Disput zwischen Biologie und Theologie" vollständig lesen
Donnerstag, 25. Juni 2009
Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Dasselbe war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was geworden ist – in ihm war das Leben.
Mit diesem Prolog beginnt das Johannes-Evangelium. Starke Worte, die mich immer fasziniert haben. Die klassische Deutung ist: Jesus Christus ist mit dem Wort gemeint, der vom Anbeginn an zusammen mit Gott war.
In der letzten Zeit begann ich aber über den Prolog neu nachzudenken, nach zunehmenden Hinweisen in modernster Physikalischer Literatur. Es ist frappant, wie man im Zuge der Quanten-Information dem Prolog eine weitere Deutung geben kann, ohne auch nur ein Wort aus dem Prolog verändern zu müssen. Dazu passt, dass der in Indien hoch geachtete, berühmte Hindu-Yogi Paramahansa Yogananda (1893-1952) in seiner Auto-Biographie schreibt, dass von allen Jesu-Worten Mt 24,35: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen" , das bedeutendste sei. Das Universum ist vom „Wort“ (Bewusstsein, Geist, …) total durchdrungen; es ist der Urgrund von allem.
Ich möchte versuchen einige Gedanken zum Obigen verständlich (oder besser ausgedrückt: so wie ich es verstanden habe) niederzuschreiben.
Die Physik der Quantenmechanik unterscheidet sich radikal von der Physik unserer Alltags-Erfahrung. In dieser existieren bekanntlich Teilchen (Körper, Gegenstände) mit ihren Eigenschaften, egal, ob man sie beobachtet oder nicht. Durch Beobachtungen (Messungen) werden diese Eigenschaften in beliebiger Genauigkeit aufgedeckt. Eine Beeinflussung des Messergebnisses durch den Beobachter ist unerwünscht, ja schädlich & verfälschend. Alles ist streng deterministisch. In meinem Berufsleben als Maschinenbau-Ingenieur zählte nur diese Alltags-Erfahrung. Gewöhnung suggeriert „Verstehen“; ein großer Irrtum! Ich konnte während meiner Promotionsjahre an der RWTH-Aachen theoretische Physik hören, und „roch“ damals auch in die Quantenwelt hinein. Welle-Teilchen-Dualismus, verbunden mit der Heisenbergschen Unschärferelation eröffnete einem völlig neue Sichtweisen. Am sog. Doppelspaltversuch lässt sich die „verrückte“ Quantenwelt wohl am einfachsten demonstrieren.
"AM ANFANG WAR DAS WORT" vollständig lesen
Freitag, 29. Mai 2009
Die nie aufhörende Suche des Menschen nach Erkenntnis.
Unser Streben über uns selbst hinaus. Über alle Grenzen.
Gedanken zur Tagung am 19.& 20. Juni 2009
Der Mensch ist neugierig. Das ist ihm in die Wiege gelegt, wie man es bei jedem Kind erleben kann. Kinder können so wunderbar staunen, und wohl dem, der beides, Neugier & Staunen sich Zeit seines Lebens bewahren konnte. „Staunen ist die Sehnsucht nach Wissen“ hat Thomas von Aquin gesagt. Kinder wollen sehr, sehr viel wissen, aber das Wissen hindert sie nicht, weiter zu staunen. Sie erleben das Leben als wunderbar. Lehrer versagen, wenn im Unterricht Gleichgültigkeit und Langeweile die genannten Gefühle töten. Das ist später kaum wieder gut zu machen.
Es begann mit dem Verlassen von Afrika. Grenzen mussten und wurden immer wieder überwunden, im wahrsten Sinne des Wortes und auch in der Kunst und im Denken. Neuland reizte und forderte heraus. Leonardo da Vinci, Christoph Kolumbus, Immanuel Kant, Alexander von Humboldt, Albert Einstein und Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond, seien hier stellvertretend genannt. Solange der Mensch besteht, wird die Zukunft immer wieder neue Pioniere hervorbringen. Der Freundeskreis der Ev. Akademie möchte diese Fragen in der o.g. Tagung zur Sprache bringen.
Studienbedingt bin ich physikalisch vorbelastet. Daher orientiert sich meine Neugier, bis heute, stark an Grenzfragen der Physik. Grenzen machen neugierig auf das was dahinter liegt. Es gab und gibt da immer unheimlich viel „Erstaunliches“ zu berichten. Ich möchte dem Leser einige Kostproben geben und ihn an die aktuellsten Fragen heranführen.
"BIG BANG?, BIG BOUNCE?, ODER ???" vollständig lesen
Mittwoch, 18. März 2009
Beitrag von Jörgen Klußmann, Studienleiter an der Akademie
Technorati Profile
Am Morgen des Anschlags las ich die Nachricht im Internet. Der Täter war zu dem Zeitpunkt noch nicht gefasst. Meine erste Reaktion „Mein Gott, was ist das schon wieder für eine Gräueltat!“. Die Betonung liegt auf „Wieder“. Es sind doch gerade einmal sechs Jahre her, als es in Erfurt ein ehemaliger Schüler war, der Amok lief und 16 Opfer hinterließ. Und nun schon wieder! Es ist unfassbar. Was hat diesen jungen Menschen angetrieben, so etwas Unglaubliches zu tun. Wir sind solche Schreckensnachrichten hierzulande - Gott sei Dank - nicht (mehr) gewöhnt. Anderswo gehören solche Schreckensmeldungen zum Alltag.
"Zum Attentat in Winnenden" vollständig lesen
Freitag, 6. Februar 2009
DIE BLEIBENDE ERWÄHLUNG DES VOLKES ISRAEL IN GOTTES BUND
Jährlich zur Passions- & Osterzeit wird die Schuldfrage am Tode Jesu neu gestellt und in Diskussions-runden wie Bibelkreisen immer wieder thematisiert. Letztes Jahr nahm ich an einem solchen Hauskreis der SELK teil, und bei der Exegese der Passionsgeschichte begegnete mir Gedankengut, wie ich es selbst im eigenen Religionsunterricht früher kennen gelernt habe. Treffend hat diese alte Meinung Sigebert von Gembloux um 1100 beschrieben, „Christus wurde um die dritte Stunde von den Juden mit der Zunge, um die sechste Stunde von den Römern mit den Händen gekreuzigt". Es wurde der Prozess Jesu vor Pilatus nach dem Johannes-Evangelium besprochen. Die Schuldfrage lag auf jüdischer Seite, wobei der Römer Pilatus die Schuldlosigkeit Jesu erkannt und ihn noch retten wollte. Früher dachte ich auch so, heute sehe ich das ganz anders. Deshalb möchte ich hier von mir z.T. schon im obigen Hauskreis geäußerte Gedanken und Überzeugungen niederschreiben, die ich durch Teilnahme am Christlich-Jüdischen Dialog in Seminaren und Akademie-Tagungen gewonnen habe. An den Dialogen haben führende Evangelische u. Römisch-katholische Theologen (Klappert, Hendrix) & Rabbiner teilgenommen.
"WER WAR SCHULD AM TODE JESU ?" vollständig lesen
Donnerstag, 22. Januar 2009
150 Jahre sind nun schon seit dem Erscheinen des Buches vergangen, mit dem Charles Darwin eine Revolution im Sebstverständnis des Menschen ausgelöst hat: "On the origin of species". Das Buch hat sehr schnell eine breite Aufnahme gefunden und von Beginn an gab es zwei Weisen der Rezeption: die eine las eher Ausführungen eines skrupulösen und genauen Wissenschaftlers, der in vielen Details seine Theorie von der Entwicklung des Lebens auf der Erde darstellte, die andere las eine Fanfare gegen ein Weltbild, das den Menschen von alters her in den Mittelpunkt gestellt hatte. Sigmund Freud diagnostizierte deshalb auch kühl, dass hier eine nachhaltige Kränkung des Menschen erfolgt ist.
"150 Jahre Evolutionstheorie - und immer noch gekränkt?" vollständig lesen
Sonntag, 18. Januar 2009
dass Du vom Baum der Erkenntnis gegessen und auch Adam davon abgegeben hast
Gedanken zum „Sündenfall“ 200 Jahre nach der Geburt Darwins
Im Buch GENESIS ist uns überliefert, dass GOTT mitten im Garten Eden zwei Bäume gepflanzt hat, den Baum des Lebens und den der Erkenntnis von Gut & Böse. Dann gebot der HERR dem Menschen: „Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.“ Wir wissen, wie es weiterging. Adam erhielt seine- noch namenlose- Frau, beide waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.
"DANKE EVA," vollständig lesen
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Am 01.01.0000, denn unsere Zeitrechnung zählt die Jahre ab Jesu Geburt, was auch durch den Zusatz n.Chr. dokumentiert werden soll. Oft umgeht man den Bezug zu Jesu- oder Christi Geburt durch die Angabe n.ZW., d.h. „Nach der Zeitenwende“, was in jedem Fall im Einflussbereich unserer Kultur stimmt. Aber so einfach ist es nicht. Allein schon deshalb, weil es das Jahr 0000 überhaupt nicht gibt. Es wurde schlicht und einfach vergessen. Auf 1 v.Chr. folgt unmittelbar 1 n.Chr., wie aus den im 17. Jhd. erstellten Listen Römischer Konsuln hervorgeht. Der Römische Mönch Dionysius Exiguus berechnete 525 die Geburt Jesu, die er auf den 25. Dezember des Jahres 753 »nach Gründung der Stadt« [Rom] festsetzte, nur scheint er sich um einige (?) Jahre verrechnet zu haben. Die Frage nach dem Zeitpunkt Jesu Geburt bleibt im Raum stehen, und wird auch heute noch kontrovers diskutiert.
Wir feiern Weihnachten, das jährlich wiederkehrende Geburtsfest Jesu; ich finde jetzt die richtige Zeit, sich Gedanken zur historischen Wurzel zu machen.
"WANN WURDE JESUS GEBOREN ?" vollständig lesen
Montag, 1. Dezember 2008
Bei der Arbeit für einen Bibel-Abend in meiner Gemeinde zum Thema "DIE ANFÄNGE DES CHRISTENTUMS", bin ich auf folgendes Problem gestoßen:
Die Juden hatten Schwierigkeiten Jesus Christus als ihren lang erwarteten Messias anzusehen, da er nicht aus dem Stamme David sein konnte (Die jüdische Überlieferung forderte: Der Messias musste unbedingt in Bethlehem geboren sein und dem Fleische nach aus dem Stamme David kommen). Die Stammbäume Jesu aus den Evangelien des Matthäus und Lukas belegen Josef als aus dem Stamme David herkommend. Nur solange man Josef als den leiblichen Vater Jesu ansah, war alles in Ordnung. Paulus schreibt im Römerbrief 1, 3 über Jesus "Das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleische nach geboren ist als Nachkomme Davids", und Lukas zitiert in der Apostelgeschichte 10, 35-44 Petrus mit dessen berühmter Petrusrede. Dies ist die allererste theologische Basis der Christenheit; dort steht überhaupt nichts von einem Geburts-Wunder. Paulus und Petrus haben offenbar noch nichts vom Weihnachts- Wunder der Jungfrauen- Geburt gewusst.
"Theologische Frage zur Geburt Jesu" vollständig lesen
Montag, 20. Oktober 2008
Wer entdeckte die Allgemeine Relativitätstheorie?
Von Dr. Georg Linke, Aachen
„Natürlich Albert Einstein!“, so habe ich es gelernt; aber es lohnt sich näher hinzusehen, es kommt dabei eine spannende Geschichte heraus.
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Freitag, 26. September 2008
Hier eine erste Meinung: Wir erleben in diesen Wochen eine wohl tiefgehende Zäsur in der Weltwirtschaft. Wir sind Zeugen einer Zeit, die langdauernde Veränderungen mit sich bringen werden. Möglicherweise haben diese Veränderungen nicht die Gewalt des Schwarzen Freitags 1929. Und doch wird das Bankwesen weltweit durchgerüttelt. Da haben sich dramatische Schwächen eines Systems offenbart, die vorher nur von Außenseitern prognostiziert worden sind. Viele Sachverständige haben dagegen lange Jahre die Arbeit der Banken, vor allem der Investmentbanken zuvor als systemkonform und notwendig dargestellt. Möglicherweise sind es dieselben Sachverständigen, die jetzt dafür plädieren, dass die Banken mit 700 Mrd. Dollar aus Steuermitteln gerettet werden müssen. Da fragt man sich dann, inwieweit Sachverstand und Interessenvertretung trennbare Größen sind. Auch die jetzige Krise kann nur mit viel Sachverstand gelöst werden. Bleibt zu hoffen, dass die Sachverständigen dieses Mal das Interesse des Allgemeinwohls im Blick haben und nicht nur die Interessen weniger.
Letztlich darf die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Diese Erfahrung sollte reichen, damit allen klar ist, dass ein laissez faire nicht die Antwort sein kann. Das weltweite Wirtschaftssystem braucht eine Regulierung, die Exzesse vermeiden hilft. Es ist eben nicht so, das zeigt sich zum wiederholten Male, dass ein freies und völlig ungebundenes Wirtschaften das Allgemeinwohl fördert. Man sollte von nun an nicht mehr die Rollen wieder in der bekannten Weise verteilen: die für das ungebundene, freie Wirtschaften sind, sind Realisten, die aber Regulierungen wollen, sind idealistische Weltverbesserer. Realisten sind die, die auch mit einem Scheitern rechnen und die mögliche Schäden durch Einschränkungen gering halten wollen. Das gilt nicht nur in der Wirtschaftspolitik, das gilt auch in der Umweltpolitik.
Donnerstag, 25. September 2008
Die Evangelische Akademie ist eine Einrichtung, die die Evangelische Kirche im Rheinland vor allem dafür gegründet hat, dass Menschen hier ihre Meinung bilden und ihre Meinung sagen. Das geschieht auch - fast jedes Wochenende hoch über dem Rhein in Bonn-Bad Godesberg. Dort gibt es tiefe Einsichten in große Menschheitsfragen und ab und zu WEitblick ins Siebengebirge - und wenn spä t am Abend die Teilnehmer in geselliger Runde ins Glas blicken, ist das auch gut.
Aber - Meinungen soll es von jetzt an auch hier geben im neuen Weblog der Akademie, getragen von ihrem Freundeskreis. Hier können Sie uns Ihre Anregungen und Ideen geben. Sie werden außerdem Texte zu den Veranstaltungen der Akademie finden.
Nicht alles kann sich um die Themen der Akademie drehen.
Man müsste jetzt auch doch einmal darüber nachdenken, was der Herbst bringt.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.
Das sagt Rilke.
Hat er recht?
Was sagen Sie?
Irene Dänzer-Vanotti
Vorsitzende des Freundeskreises
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