Montag, 20. Oktober 2008Wer entdeckte die Allgemeine Relativitätstheorie?Trackbacks
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Wie so viele Fragen, ist die Frage "Wer entdeckte die Allgemeine Relativitätstheorie?" eigentlich falsch gestellt. Eine Theorie kann man nicht entdecken, man muss sie aufstellen. Ihr Qualitätsmerkmal ist nicht Wahrheit, sondern Erklärungskraft. Theorie ist Menschenwerk. Und oft eben Gemeinschaftswerk vieler Menschen. Bei der Relativitästheorie hat Albert Einstein eine Schlüsselrolle gespielt, indem er die Einzelbeiträge integriert, zum Teil auch initiiert, hat. In diesem Sinne ist es "seine" Theorie.
Lieber Georg
Ich moechte gerne auf den Artikel ueber die Relativitaetstheorie eingehen, da ich mich selbst mit dem Thema gruendlich beschaeftigt habe und natuerlich in meinen Vorlesungen die Problematik aufzeige. In der russsischen Fachliteratur gibt es dazu viele Arbeiten. Was Du schreibst, ist alles richtig, aber es fehlt, meiner Meinung nach, die Anerkennung des grossen Verdienstes von Henri Poincare, der in Vielem sowohl Einstein, als auch Hilbert voraus war. Die Allgemeine Relativitaetstheorie gilt nicht mehr als die einzige Theorie der Gravitation. Heute ist bewiesen, dass es 2 gleichwertige Moeglichkeiten gibt: die Gravitation aus der Geometrie zu erklaeren oder die Gravitation als Kraftfeld zu betrachten. Das hat schon Poincare verstanden, aber das wird auch heute noch nicht von allen Spezialisten anerkannt. Anatoli Verkhozin Pskov
Lieber Anatoli!
Für konstruktive Hinweise bin ich immer dankbar, und Dein Hinweis über Poincaré ist für mich wiklich konstruktiv. Ich habe zwar in den von mir gelesenen Texten Bemerkungen über Poincarés Arbeit gefunden, aber mehr in Bezug zur Speziellen Relativitätstheorie, und dass Poincaré sich sehr über Einstein geärgert hat. Auf der ersten Solvay-Konferenz 1911 haben sich Einstein & Poincaré getroffen, und kaum miteinander geredet. Poincaré war sauer, dass Einstein den ganzen Ruhm erntet. Wir wissen, dass Einstein vor 1905 in seiner "Akademie Olympia" die Schriften von Poincaré gelesen und diskutiert hat. Genauso wie später bei Hilbert hat er Poincaré in seinen Veröffentlichungen auch nicht erwähnt. Das war wohl so eine Marotte von Einstein. Ich lese Deinen Text so, dass sich Poincaré auch mit der Allgemeinen RT beschäftigt und weitreichende Gedanken darüber entwickelt hat. Das wäre mir neu! Poincaré ist im Juli 1912 gestorben. Zu dieser Zeit hatte Einstein noch den Hauptberg seiner Arbeit zur ART vor sich. Dein Kommentar hat mir große Freude gemacht, und regt mich zur Weiterbeschäftigung mit dem Thema an. Georg Linke, Aachen
Relativitätstheorie. Quellen
Von Prof. Dr. Anatoli Werchosin, Pskow, Russland Die Generalversammlung der UNO erklärte das Jahr 2005 als «Weltweites Jahr der Physik», zum Gedächtnis der grundlegenden Erkenntnisse, die von Einstein im Jahre 1905 gemacht wurden. Zu diesen Erkenntnissen gehören: - die Theorie der Brownschen Bewegung, die Existenz der Moleküle beweist; - die Quantentheorie des Lichtes, die der Quantenoptik und ihren zahlreichen technischen Anlagen zu Grunde liegt; - die spezielle Relativitätstheorie, die unsere Vorstellung über Raum und Zeit geändert hat; - das Gesetz der Äquivalenz von Masse und Energie, auf der die ganze atomare (oder, genauer gesagt, nukleare) Energetik gegründet ist. Jede von diesen Erkenntnissen bedeutete eine revolutionäre Umwälzung in der Wissenschaft und könnte die Namen der zu diesen Erkenntnissen gekommenen Gelehrten unsterblich machen. Aber fragen wir uns, ob es richtig ist, diese Errungenschaften ausschliesslich mit dem Namen Einsteins zu verbinden, wie es die Veranstalter des Jahres der Physik und das korrespondierende Mitglied der russischen Akademie der Wissenschaften Professor Dr. D.I.Trubezkow (die staatliche Universität Saratow) machen? Und ist es gerecht gegenüber anderen Gelehrten, die den genannten Problemen ihr Leben widmeten und parallel von A.Einstein, und sogar früher als er, beeindruckende Ergebnisse erreichten? Bereichern wir die Geschichte der Physik, indem wir diese wirklich grundlegenden Erkenntnisse mit dem Namen nur eines Gelehrten verbinden? In den letzten Jahren ist in der Presse, sowohl im Internet als auch in den populärwissenschaftlichen Zeitschriften, eine Reihe von Arbeiten erschienen, die sich mit der revolutionären Rolle von Einstein in der Naturwissenschaft kritisch auseinandersetzen. Besonders stark wird das Hauptwerk des berühmten Physikers - die Relativitätstheorie – kritisch angegriffen. Es werden wenig überzeugende Versuche unternommen, diese Theorie "zu stürzen" oder, ihre Unvollständigkeit zu beweisen. Einige dieser Arbeiten sind völlig unserios und verdienen keine ernste Aufmerksmkeit. Aber in einigen Arbeiten kann man diese Kritik als berechtigt anerkennen. Der Anlass für solche Kritik ist, dass der grundlegende Artikel des 26-jährigen Einstein, wie der bekannte russische Historiker der Physik, Professor P.S.Kudrjawzew, schrieb, den Eindruck «eines auf Brachland aufgebauten Gebäudes macht», keine Literaturhinweise auf die Arbeiten der Vorgänger enthält. Zum Beispiel, Einstein veröffentlichte einen Artikel über die Brownsche Bewegung (eine chaotische Zitterbewegung von kolloidalen oder suspendierten mikroskopischen Teilchen in Gasen und Flüssigkeiten unter Einfluß der Schläge der Moleküle), wobei der Autor behauptete, dass er von der Existenz dieser Erscheinung, die von dem englischen Botaniker R.Brown schon in 1827 entdeckt wurde, überhaupt nicht gewusst hatte. Er sei auch mit den parallelen Arbeiten des polnischen Physikers M.Smoluchowski, der die Theorie der Brownschen Bewegung unabhängig von Einstein entwickelte, nicht bekannt. Einstein betrachtete die korpuskulare (quanten-) Eigenschaften der elektromagnetischen Strahlung, kannte aber den dieser Frage gewidmete und in Jahre 1903 veröffentlichte Artikel von J. J. Thomson nicht. Er sei mit den Arbeiten von L.Boltzmann und J.W.Gibbs auf dem Gebiet der statistischen Physik auch nicht bekannt usw. Aber die am meisten verwickelte Geschichte ist mit der Schöpfung der speziellen Theorie der Relativität verbunden. Einstein behauptete, dass er im Prozess des Schaffens der Theorie mit dem grundlegenden Artikel von H.A.Lorentz, der im Jahre 1904 veröffentlicht worden war, und auch die früheren Arbeiten von H.Poincare nicht gekannt hatte. Heute ist allgemein gültig und bis jetzt der Standpunkt ist weitverbreitet, laut dem der Holländer H.Lorentz und der Franzose H.Poincare an diese Theorie dicht herangekommen sind, aber «den letzten Schritt nicht gemacht haben». Dieser Schritt wird ausschließlich A.Einstein zugeschrieben. Am deutlichsten wird diese Position von W.L.Ginsburg, Nobelpreisträger und Akademiemitglied (Moskau), in seinem bekannten Artikel «Wie und durch wen wurde die Relativitätsheorie geschaffen?» ausgedrückt. Die Arbeiten von Lorentz und Poincare, als Vorgänger Einsteins, werden erwähnt, bleiben aber auf dem zweiten Plan. Es ist erstaunlich, aber selbst Fachleute, die Physik professionell betreiben, z. B. dieses Fach unterrichten, sind meistens mit den originalen Arbeiten von Lorentz und Poincare nicht bekannt und kennen nur “Nacherzählungen” dieser Arbeiten. Und dabei macht die Bekanntschaft mit den Arbeiten der Klassiker sogar auf bedeutende Gelehrten einen starken Eindruck. Diese Arbeiten sind jetzt allgemein zugänglich. Schon zur sowjetischen Zeit wurden ausgewählte Werke Poincares und eine Sammlung seiner Artikel "Über die Wissenschaft» herausgegeben. Das Verständnis des Wesens einer neuen Konzeption fordert immer bestimmte Anstrengungen. Sogar Ginsburg anerkannte im obenerwähnten Artikel, dass erst jetzt (d. h. im reifen Alter und im Range eines Akademiemitgliedes) und mit Wissen des endgültigen Ergebnisses, er verstanden habe, warum die in den Arbeiten von Lorentz bewiesene Invarianz der Gesetze der Elektrodynamik bezüglich der Lorentz-Transformation damals (vor hundert Jahren) als Beweis des Prinzips der Relativität galt. Heute ist bewiesen, dass Lorentz der Schöpfer einer der Varianten der Relativitätstheorie ist, und man sollte ihn nicht einfach als "Vorgänger" von Einstein betrachteten. Poincare war der erste (im Jahre 1899, und möglicherweise schon früher), der das Relativitätsprinzip, das in der wissenschaftlichen und Fachliteratur den Titel «das Einstein-Relativitätsprinzip» bekam, als fundamentales Naturgesetz formuliert hat. Er hat erstmalig den zentralen Begriff der Theorie – den Begriff der Gleichzeitigkeit - analysiert und hat gezeigt, dass man die Zeitabschnitte in entfernten Punkten nur aufgrund einer Übereinstimmung (der Konvention) bestimmen kann. In seinen Forschungen hat Poincare Einstein in vieler Hinsicht überholt. Die grundsätzlichen Arbeiten zur speziellen Relativitätstheorie sind fast gleichzeitig in den Jahren 1904-1906 erschienen. Wobei übrigens Poincare die erste relativistische Theorie der Gravitation schon 1906 entwickelt hat, d. h. 10 Jahre vor den Arbeiten D.Hilberts und A.Einsteins, mit deren Namen die Verallgemeinerung der speziellen Relativitätstheorie auf die Nicht-Inertialsysteme gewöhnlich verbunden ist. Die allgemeine Relativitätstheorie beschreibt die Wechselwirkung zwischen Materie (einschließlich Feldern) einerseits und Raum und Zeit andererseits. Sie deutet Gravitation als geometrische Eigenschaft der gekrümmten vierdimensionalen Raumzeit. Professor A.A.Logunow (Moskau) hat aber die konsequente relativistische Theorie der Gravitation geschaffen, in der das Gravitationsfeld ein physisches Feld im Geiste Faraday-Maxwell ist. Natürlich darf man die Bedeutung von Einstein nicht verringern. Professor A.A.Tjapkin (Moskau), der durch seine Publikationen über die Geschichte der Entstehung der Relativitätstheorie bekannt ist (auf russisch: siehe z.B. http://www.h-cosmos.ru/papers/thist.htm), schrieb in diesem Zusammenhang: « … nicht nur die erstaunliche Fähigkeit Einsteins zu neuen nichttraditionellen wissenschaftlichen Lösungen, sondern auch die Genauigkeit der Analyse und die Gründlichkeit, mit der er in die vor ihm geleistete ideelle Durcharbeitung des wissenschaftlichen Problems eindrang, erlaubten ihm, dem neuen Forscher, sich so effektiv der Suche nach einer radikalen Lösung des ausserordentlich wichtigen physikalischen Problems anzuschliessen. Mit seiner ersten Publikation zu diesem Thema und der für einen jungen Gelehrten typischen Entschlossenheit gelang es ihm, sich in einer Reihe neben solche hervorragende Autoritäten der theoretischen Physik, wie H.A.Lorentz und H.Poincare zu stellen». Also begehen wir das Weltweite Jahr der Physik, indem wir uns daran erinnern sollten, dass die vor hundert Jahren begonnene Revolution in der Naturwissenschaft mit den Namen vieler Gelehrter verbunden ist. Insbesondere ist die Relativitätstheorie kein Werk eines einzelnen Menschen; sie entstand Anfang des 20. Jh. dank den gemeinsamen Bemühungen einer Gruppe großer Forscher, unter denen in erster Linie die Namen H.Lorentz, H.Poincare und A.Einstein genannt werden sollten.
Gedanken zur SRT; ein griechischer Einstein??
Von Dr. Georg Linke, Aachen 2008 Lieber Anatoli! Dein Kommentar zu meinem Artikel über die Geschichte der ART, hat mich bewogen, auch zur SRT-Geschichte etwas niederzuschreiben. Ich versuche einmal meine Sicht der Rollen von Lorentz & Poincaré einerseits, und Einstein andererseits durch ein Analogon zu verdeutlichen. SRT ist das Kürzel für Spezielle Relativitätstheorie; ART für Allgemeine Relativitätstheorie. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen die Menschen einen absoluten Raum und eine absolute Zeit als „Gottgegeben“ an, so wie es auch Immanuel Kant gedacht hat. Geschwindigkeiten wurden nach den Regeln der Galilei-Transformationen addiert; das Licht hatte zwar die höchste bekannte Geschwindigkeit, aber im Prinzip sprach nichts gegen Über-Lichtgeschwindigkeiten bis Unendlich. Die Gleichzeitigkeit zweier räumlich getrennter Ereignisse stellte kein Problem dar. Die Kinetik wurde aus der Kinematik durch die Gesetze von Newton festgelegt (Kraft = Masse x Beschleunigung). Die Welt war „anschaulich“, und man glaubte alles mechanisch erklären zu können, sogar den Elektro-magnetismus & das Licht, wenn man einen mysteriösen „im Universum ruhenden“ Äther als Übertragungsmedium postulierte. Nachdem Maxwell seine Gleichungen aufstellte, sah die Welt anders aus. Der Äther blieb, aber Galilei funktionierte mit seinen Transformationen nicht mehr beliebig. Nichts übertrug Informationen schneller, als das Licht. Ruht der Äther wirklich absolut? Welche Geschwindigkeit hat die Erde zum Äther? Das waren auf einmal spannende Fragen. Das erste klärende Experiment ausreichender Genauigkeit war das mit dem Interferometer von Michelson & Morley 1887. Ergebnis: Die Lichtgeschwindigkeit ist in allen Richtungen gleich; ein „Ätherwind“ spielt keine Rolle, bzw. er ist nicht vorhanden. Es ist so, als ob der Äther bei Translationen an der Messapparatur (an unserer Erde) „klebt“. Dieses Ergebnis war überhaupt nicht zu verstehen. Es sollen Physiker und vor allem Theologen Gedanken gehabt haben, ob nicht doch das „Alte Weltbild“ mit der Erde, ruhend im Mittelpunkt des Universums, zutrifft. Ganz verrückt wird es aber, dass bei Anbringung des Interferometers auf einer rotierenden Plattform (Versuch von Sagnac 1913), der Äther die Rotation überhaupt nicht mitmacht. D.h.:Volle Mitführung des Äthers bei Translation, keine Mitführung bei Rotation: Widersinnig! Die Lösung dieses Puzzels brachte erst die ART. Auf dem Sagnac-Effekt basieren heutige LASER-Gyroskope. Eine Reihe von Physikern begann ab 1887 völlig neu nachzudenken. Sie kehrten sich von Galilei ab, und schlugen andere Additionsregeln für Geschwindigkeiten vor, bei denen die Lichtgeschwindigkeit nie überschritten werden kann. Die o.g. Gleichzeitigkeit wurde relativiert. Voigt (1887), Lorentz (1895; 1899 & 1904), Larmor (1897 & 1900), und schließlich Poincaré (1900 & 1905). Längenkontraktion & Zeitdilatation kommen als neue Phänomene vor und sind in allen Trans-formationsregeln von einem beschleunigungsfreien Koordinatensystem zum anderen, enthalten. Die Ergebnisse von Michelson & Morley sind nun erklärbar. Poincaré & Lorentz erhielten 1905 die Ausdrücke, die heute noch angewendet werden und als Lorentz-Transformation berühmt sind. Die Lichtgeschwindigkeit kann als Signalträger nicht überboten werden. Der Äther bleibt aber als gedankliches Konstrukt bestehen, obwohl man ihn nicht entdecken kann. Philosophisch unbefriedigend, aber praktisch haben wir mit Lorentz & Poincaré einsatzfähige Ausarbeitungen vorliegen. Die Beschäftigung der beiden Physiker mit der Gravitation war dann der nächste logische Schritt in deren Arbeit. Albert Einstein gelang mit der Formulierung der SRT, Mai-Juli 1905, schließlich durch Wandlung der Begriffe von Raum & Zeit und durch Abschaffung des Äthers eine völlige Neuinterpretation der lorentzschen Elektrodynamik. Auf wenigen Seiten konnte Einstein aufgrund seiner axiomatischen Methode Ergebnisse herleiten, auf die andere vor ihm erst in jahrelanger, komplizierter Arbeit gestoßen waren. Diese Ergebnisse leitete Einstein ausschließlich aus dem Relativitätsprinzip und dem Prinzip der konstanten Lichtgeschwindigkeit ab. Daher ist Einstein nicht einfach eine Weiterentwicklung der bisherigen Arbeiten, sondern ein Neuanfang ohne die Begriffe „Absoluter Raum“ & Absolute Zeit“. Max Planck verglich 1909 die Auswirkungen von Einsteins Ansatz für die Physik mit den Umwälzungen des Kopernikanischen Weltsystems. Alles muss Lorentzinvariant sein (so weit war Poincaré auch schon); die Maxwellschen Gleichungen sind es, die Newton-Mechanik ist es nicht; diese muss verändert werden. Dann erhält man auch das Fundament für die spätere ART. Die aus der SRT abgeleitete „berühmteste Gleichung“ E = m x c2 findet man schon bei den früheren Autoren, aber bei Einstein gilt sie universell, d.h. es gibt keine getrennten Erhaltungssätze der Masse und der Energie, sondern nur einen Erhaltungssatz der Energie. Deshalb kann ich auch nicht der Auffassung von Logunov (2004) folgen, nach der Poincaré & Lorentz, aber nicht Einstein, die wahren Begründer der SRT seien. Eine ganz andere Frage wäre: Was hat Einstein 1905 über die Arbeiten v. Lorentz & Poincaré gewusst? Einstein schreibt kurz vor seinem Tod 1955 darüber an Carl Seelig: „Es ist zweifellos, dass die spezielle Relativitätstheorie, wenn wir ihre Entwicklung rückschauend betrachten, im Jahre 1905 reif zur Entdeckung war. Lorentz hatte schon erkannt, dass für die Analyse der maxwellschen Gleichungen die später nach ihm benannte Transformation wesentlich sei, und Poincaré hat diese Erkenntnis noch vertieft. Was mich betrifft, so kannte ich nur Lorentz bedeutendes Werk von 1895 "La theorie electromagnetique de Maxwell" und "Versuch einer Theorie der elektrischen und optischen Erscheinungen bewegten Körpern", aber nicht Lorentz' spätere Arbeiten, und auch nicht die daran anschließende Untersuchung von Poincaré. In diesem Sinne war meine Arbeit von 1905 selbständig. [..] Was dabei neu war, war die Erkenntnis, dass die Bedeutung der Lorentztransformation über den Zusammenhang mit den maxwellschen Gleichungen hinausging und das Wesen von Raum und Zeit im Allgemeinen betraf. Auch war die Einsicht neu, dass die "Lorentz-Invarianz" eine allgemeine Bedingung sei für jede physikalische Theorie. Das war für mich von besonderer Wichtigkeit, weil ich schon früher erkannt hatte, daß die Maxwellsche Theorie die Mikrostruktur der Strahlung nicht darstelle und deshalb nicht allgemein haltbar sei.“ Mir ist, lieber Anatoli, bei der Beschäftigung mit dem Thema ein Analogon in den Sinn gekommen, das ich hier mal niederschreiben möchte. Tycho de Brahe verfügte Ende des 16. Jahrhunderts über die genauesten Astronomischen Messungen. Aus seinen Daten leitete er sein Weltmodell ab: Geozentrisch, Sonne & Mond umkreisen die Erde; die weiteren Planeten umkreisen die Sonne. Noch auf seinem Sterbebett versuchte er Keppler zu überzeugen. Kopernikus wurde von Tycho abgelehnt. Keppler hat Tychos Weltbild verworfen, und sich dem Kopernikanischen zugewandt. Das hätte er gar nicht gemusst, denn das Tychosche & das Kopernikanische liefert die gleiche Relativbewegung der Planeten zueinander. Keppler hätte seine Gesetze auch aus dem „falschen“ Weltbild ableiten können (Ellipse; der Fahrstrahl überstreicht immer gleiche Flächen pro Zeiteinheit; die Umlaufzeit- Halbachsen-Beziehung). Keppler wählte aber das Kopernikanische und nur deshalb konnte Newton aus der Kinematik zur Kinetik übergehen, und mit seiner Deutung der Planetenbewegungen triumphieren. Mit dem Weltbild des Tycho dagegen, gäbe es keinen Newton-Triumpf. Mit dem Analogon hat es folgende Bewandtnis: Nur die Einsteinsche Herleitung (Begründung) der SRT hat das Tor zur ART aufgestoßen. Allerdings um den Preis eines erneuten Neuanfangs, denn eine „einfache“ Hereinnahme der Gravitation mit „einfacher“ Verallgemeinerung der SRT stieß auf Widersprüche. Das gilt auch für die Umformulierungen durch Minkowski & Sommerfeld. Alle anderen Physiker sind damals trotz intensivem Streben an der ART gescheitert. (Hilbert war ja Mathematiker) Bemerkung: Es ist eine Kuriosität der Geschichte, dass es im Altertum mit Aristarchos von Samos einen Denker gab, der damals schon das Heliozentrische Weltbild mit Ellipsen-Planetenbahnen vorschlug. Er war auf Keppler-Niveau und scheiterte am Kreis-Dogma und der Tatsache, dass er keine besseren Vorhersagen liefern konnte, als der „Mainstream“. Man kann nur spekulieren, was passiert wäre, wenn sich Aristarchos durchgesetzt hätte. Gäbe es dann einen griechischen Newton oder gar Einstein??? Aachen, im Dezember 2008
Lieber Georg,
Ich habe "SRT-Gedanken" gelesen. Im Prinzip ist alles, was Du schreibst und denkst, richtig. Alle Konzeptionen der modernen Naturwissenschaft (nicht nur der Physik!) gehen auf das Alte Griechenland zurueck. Nicht nur die Vorstellung über das heliozentrische System, sondern auch über die Erweiterung des Universums finden wir dort, bei den alten Griechen. Diese Ideen blieben aber im Laufe langer Jahrhunderte an der Peripherie der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Natürlich ist es wichtig und interessant, die modernen Leser daran zu erinnern! Die Frage aber ist, ob das fuer alle interessant sein wird, an die Dein Artikel adressiert ist? Mit freundlichen Gruessen, Anatoli.
Die RT ist eine Schande für alle Berufs-Physiker. Sie beweist nämlich, dass wie fast überall im Leben die meisten Leute alles auswendig wissen, aber wenig wirklich verstanden haben. Ich kopiere mal was von mir rein.
Die denkfaulen und unfähigen Institutsleiter, die bloss schmarotzenden Ordinarius gehören entlassen, um Platz zu machen für den Fortschritt. Wie die Öffentlichkeit mit dem Blödsinn von Einstein zum Narren gehalten wird, das muss aufhören. Nachfolgend reinkopiert: Hallo ... , Der Versuch von Michelson-Morley sollte die Existenz eines Äthers nachweisen, denn ein gegen die ihn durchpflügende Erde bewegter Äther führt zu Laufzeit-Unterschieden: T = 2 x D / c gegenüber T = 2 x D x c / (c2 - v2) Der Versuch von MM hat bewiesen, dass es keinen Äther gibt, aber Einstein wollte die spektrale Rotverschiebung beim Sternenlicht erklären. Er hat den fundamentalen Denkfehler begangen, den Doppler-Effekt auf Licht anzuwenden. In einem Medium ist die Wellen-Ausbreitungs-Geschwindigkeit unabhängig von den Bewegungen von Sender und Empfänger überall konstant. Das hat er laienhaft und falsch auf Licht übertragen - und daraus sind seine falschen Formeln mit grotesken Folgerungen entsprungen. Die RT ist deswegen falsch und die Folgerungen daraus sind deswegen grotesker Unsinn, weil noch ein zweiter, auch uralter Versuch von Sagnac beweist, dass es keinen Äther und damit Über- und Unter-LG gibt. Die LG als absolute Naturkonstante bezieht sich immer nur auf den Sender, nicht auf den relativ zum Sender bewegten Empfänger. Einstein, nur ein Sachbearbeiter im Patentamt Bern und von der ETH-Zürich wegen fehlender Kenntnisse abgewiesen, hat die Wellenlänge (Doppler-Effekt) mit der Frequenz (Licht) verwechselt. Einsteins Relativitätstheorie ist eine Schande für alle Berufs-Physiker. Gemäss Biografie musste seine Frau die Formeln ausdenken, denn auch mathematisch war er eine Niete. Wie dumm Einstein war, dazu eine einfache Überlegung (aus mehreren anderen): Vom Sonnensystem aus betrachtet bewegt sich ein Lichtstrahl in Bahnrichtung der Erde mit c + 30 km/sec, gegen die Bahnrichtung der Erde mit c - 30 km/sec. Wie eine Rechnung sofort zeigt, ist der relativistische Effekt von 30 km/sec gemäss Einsteins eigenen Formeln vernachlässigbar klein, also lineare, vektorielle Addition der Geschwindigkeiten. Das ist eine Milchmädchen-Rechnung, die bereits Über- und Unter-LG nachweist, und ich fordere Sie auf, endlich damit aufzuhören, den Unsinn Einsteins kritiklos nachzubeten. Ich verlange, dass endlich mal die Grundlagen der Physik auch von Ihnen verstanden werden. Der Versuch von Sagnac beweist eindeutig, dass Einsteins Annahme einer absoluten Konstanz der LG beim Sender UND beim Empfänger falsch ist. Weil das die Grund-Annahme Einsteins ist, auf der alles basiert, ist damit die gesamte RT samt aller Mathe falsch. Meine Frage: Verstehen Sie überhaupt den Versuch von Sagnac mit der rotierenden Versuchs-Anordnung ? Verstehen Sie, wie ein Lichtkreisel funktioniert ? Bleiben wir simpel: Verstehen Sie, wie ein gewöhnlicher Transformator funktioniert ? Ja ? Weil Sie wie ein Papagei ein paar Formeln auswendig wissen, glauben Sie, auch die Sache zu verstehen ? Das glaube ich Ihnen nicht, Sie verstehen gar nichts, und ich erkläre Ihnen freundlicherweise den Versuch von SAGNAC mit dem Babylöffel. Nehmen wir als Medium Luft an. Wenn sich auf einer gemeinsamen Achse ein Lautsprecher und ein Mikrofon - in Richtung Mikrofon - gegenüber dem Medium bewegen, so ist kein Doppler-Effekt, also keinerlei Frequenz-Änderung messbar. Der Grund: Genau gleich, wie sich vor dem bewegten Sender die Wellenlänge staucht, genau so dehnt sie sich hinter und am Empfänger, wodurch sich der Effekt mit der veränderten Wellenlänge genau aufhebt. Praktischer: Wenn Sie in einem offenen, fahrenden Auto oder bei starkem Wind miteinander reden, dann merken Sie nichts von einem Doppler-Effekt. Wohl aber, wenn auf einer Landstrasse ein Auto an ihnen vorbei braust, denn vor Ihnen staucht sich die Wellenlänge und bewirkt eine höhere Frequenz, mal vorbei dehnt sich die Wellenlänge und bewirkt eine tiefere Frequenz. Bei gleichsinniger Bewegung heben sich Verkürzung und Verlängerung der Wellenlänge nur in einem Medium mit konstanter Wellen-Ausbreitungs-Geschwindigkeit (!) genau auf. Wenn also SAGNAC seine Anordnung rotieren lässt, dann müssten sich bei Anwesenheit eines Mediums (Äthers) die Stauchung der Wellenlänge beim Sender und die Dehnung der Wellenlänge beim Empfänger - und umgekehrt in der Gegenrichtung: Dehnung beim Sender und Stauchung beim Empfänger - genau aufheben und es dürfte keinerlei Effekt auftreten. Wir sind uns wohl einig, dass die Wellen-Ausbreitungs-Geschwindigkeit in einem Medium deswegen unabhängig von den Bewegungen von Sender und Empfänger konstant ist, weil es sich um eine spezifische Eigenschaft des Mediums bezüglich der vom Sender und Empfänger losgelösten Welle handelt. Noch präziser: Nur in einem Medium (Äther) kann es zu einer Dehnung und Stauchung der Wellenlänge kommen - ohne Medium bleibt die Wellenlänge immer gleich, aber die detektierte Frequenz kann sich bei Relativbewegung ändern. Ein qualitativer Unterschied, den man erst mal verstanden haben will. Tatsächlich aber treten beim Versuch SAGNAC Verschiebungen bei den Interferenzen kohärenten Lichts auf - weil die LG zwar endlich ist, aber es gibt kein Medium. Die Veränderungen müssen auf Über- und Unter-LG basieren. Während die einen Lichtwellen schneller beim Detektor eintreffen, treffen die anderen verzögert ein - alles immer mit konstanter Wellenlänge weil ohne Medium. Konnten Sie so weit folgen ? Ich verlange, dass Sie mich entweder sachlich widerlegen und entkräften - oder Ihren Artikel radikal richtig stellen. Aber kommen Sie nicht mit blöden Formeln, die auf falschen Annahmen basieren; ich lasse mich nicht bluffen. Mit freundlichen Grüssen, Peter Herzig aus Aarau / Schweiz.
Der Stil Ihrer Argumentation ist "sehr überzeugend" und spricht für sich.
Die redaktionelle Prüfung hätten Sie schon früher zwischenschalten sollen
Hoffentlich schreckt dieser Unsinn keine Leser von den anderen, lesenswerten Beiträgen ab! Beste Wünsche, Peter Enders
Lieber Georg,
ich bin der gleichen Meinung wie Du: es ist sinnlos, mit solchen "Opponenten" zu streiten. Mir scheint, er weiss selbst nicht genau Bescheid ueber die Dinge, die ihn so erregt haben. Bei uns habe ich auch schon solche Leute kennengelernt. Es ist gefaehrlich, mit ihnen zu streiten! Schade, dass Du nicht Russisch kannst! Die Rolle Einsteins und anderer Klassiker der RT hat der russische Professor A.A.Tyapkin (1923-2004) in vielen Arbeiten sehr ueberzeugend dargelegt. Diese Arbeiten sind im russischen Internet dargestellt. Besonders bedauerlich ist, dass jegliche Kritik der Einsteinschen Theorie oft als "nationalistisch" oder "antisemitisch" aufgenommen wird. Meine Position war und ist folgende: Einstein + Poincare und Lorentz schufen 2 Varianten RT. Herzliche Gruesse! Dein Anatoli Verkhozin, Pskow.
Uvazhaemy Professor Verkhozin, sehr geehrter Herr Linke,
mir scheint, Sie haben beide Recht. - Einstein hat die Beiträge anderer unzureichend gewürdigt, angefangen mit denen seiner ersten Ehefrau; - Einstein hat viele Dinge neu durchdacht, und konsequenter als die meisten seiner Zeitgenossen; so war er der erste, der Plancks "Energieelemente" ernst genommen hat (Planck selbst ist ja bereits in seiner Annalen-Veröffentlichung 1901 gegenüber seinem Vortrag vom Dezember 1900 zurück gerudert, was die Rolle von h betrifft); haben andere vor ihm die Frage nach dem Zusammenhang von Trägheit und Energie gestellt? - infolge der Erbschaftsverhältnisse gibt sogar kommerzielle Interessen, Einstein über Maßen hervorzuheben; - die Diskussion wird leider auch durch ideologische Interessen getrübt. Was mich übrigens wundert, ist, dass sich Einstein und fast alle mit und nach ihm mit seiner kinematischen Begründung der SRT begnügt haben und nicht danach trachten, dieser eine dynamische zur Seite zu stellen, wie es Diracs "Formen relativistischer Dynamik" (1949) und die Verallgemeinerung der Eulerschen Zustandsänderungsgleichung (Suisky & Enders, DPG-Jahrestagung 2005) ermöglichen. Außerdem scheint mir, dass Einstein hier der Beobachtung eine tragende Rolle zuwies, was er bzgl. der Quantentheorie vehement ablehnte, was meinen Sie? Vielen Dank und beste Wünsche, Peter Enders
ichfinde dieses tehma echt exelent und diese fragen sind wirklich zum grübeln
Liebe Mitmenschen,
es ist mir verständlich, dass sich viele an der Eiche der Wissenschaft reiben möchten. Das Problem ist, dass es gar keine Eiche gibt, die den Druck aushalten würde, den man mit seinem Hintern bewirkt. Es sind Sträuche, die sich unter dem Druck verbiegen. Und auch die Größten, von denen ihr spricht, haben sie überschätzt. Es sind die Eichen Eurer und ihrer Eitelkeit, Eurer und ihrer eigenen Schwäche, die ihr anhimmelt. Irgendwelche Freundschaften, die nur dazu ad hoc einberufen und eingehalten werden, um den Eindruck der allgemeinen, "internationalen" Korrespondenz mit den anerkannten Spielregeln zu erwecken reichen freilich nicht aus, um die Wahrheit auf der eigenen Seite zu verrammeln. Eure Allianzen verraten einem Unbefleckten Eure Form, die Form der Auseinander-Setzung. Sie erweist sich als sichtbar, sobald man sich von den Inhalten Eurer Debatte entfernt und ihrer innigsten Form zuwendet. Seid Ihr in der Lage diese besonnene Botschaft zu vernehmen? Ich wünsche mir dies. Übrigens: Die Frage "wer entdeckte die ART?" scheint nur unsinnig zu sein. In Wahrheit existieren alle Antworten im Voraus, es fehlen nur die Fragen. Daher entdeckt man wider erwarten die Theorien eher, als man sie aufstellt. Übrigens: Die Sprache ist ein Spiel, den man spielen möchte oder nicht...komme aus Polen, bin fremd hier, verzeiht mir die Freiheit, mit der ich mit Eurem Enthusiasmus spiele Danke und Grüße
"Dunkel ist der Rede Sinn", denn das die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Fragen die Eitelkeit der Menschen wenig beeinflusst, ist weithin bekannt.
Den Satz "Daher entdeckt man wider erwarten die Theorien eher, als man sie aufstellt." hätte ich gern am Beispiel der Maxwellschen Elektrodynamik erläutert. Sicher kann man wird Worten auch spielen, doch wo die Begriffe als Werkzeuge des Denkens benötigt werden, wird es ernst - auch ernstes Spiel. Beste Wünsche, Peter Enders
Was unser physikalisches Thema betrifft, so sehe ich dass in Westeuropa kluge und tolerante Leute gibt, wie den Dr. Peter Enders, was besonders bei Diskussionen ueber solche heiklen Themen, wie RT, wichtig ist.
Das naechste Mal schreibe ich vielleicht ausfueherlicher. Anatoli Verkhozin, Pskow, Russland.
Sehr geehrter Herr Enders,
Ich danke für Ihre Antwort und entschuldige mich, dass ich so lange Zeit nicht geantwortet habe. Die Eitelkeit ist als Erscheinung omnipräsent. Keine wissenschaftliche Fragestellung, keine intellektuelle Anstrengung ist imstande die Wirkung dieser Erscheinung auf die Sprache der Betroffenen abzuschirmen. "Sicher kann man wird Worten auch spielen, doch wo die Begriffe als Werkzeuge des Denkens benötigt werden, wird es ernst - auch ernstes Spiel." Die Begriffe sind doch immer Werkzeuge des Denkens, denken Sie nicht? Oder meinen Sie die Begriffe der Mathematik? Wenn dem so ist, so verwundert mich der Satz noch mehr; begreifen Sie etwa die Begriffe der Mathematik nicht als Syntax einer besonderen Sprache? Die Toleranz kann, als ein Argument einer wissenschaftlichen Debatte, nicht verwendet werden, sie setzt die Existenz des Unterschieds voraus. Der Unterschied (Relativität der Betrachtung) ist zugegebenermaßen tief in der Grundannahme der SRT verborgen, aber es muss nicht automatisch heißen, dass er allgemein akzeptiert werden muss. Ich denke, dass die nächste große Theorie die Äquivalenz der Systeme als ihre Grundidee hervorheben wird. Dieser Äquivalenz widme ich meine Antwort und mein Wort. Ich wünsche Ihnen alles Gute |
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