Montag, 1. Dezember 2008Theologische Frage zur Geburt JesuTrackbacks
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Lieber Georg!
Über den Inhalt des Textes von den theolog. Zusammenhängen zur Geburt Jesu und den von den Geistlichen Dir gegebenen Antworten habe ich doch schmunzeln müssen. Als wenn Christi Botschaft und unser Glauben auf eine "Adoption" oder auf eine Jungfrauengeburt angewiesen wäre!! Das wäre doch wirklich lächerlich. Und deshalb finde ich diese Antworten auch schlimm angesichts der ernsthaft Fragenden! Die Kirche macht sich einfach unglaubwürdig mit solchen Verrenkungen. Es ist eindeutig eine theologisch Setzung von Lukas, dass Maria eine Jungfrau war und das Kind vom Heiligen Geist stammt. (Diese Vorstellungen waren damals für Kaiser gebräuchlich und wurden auf die Geburt des Christus übertragen. Sie diente ihm zur Legitimation von Jesus als dem Christus in den Vorstellungen seiner Zeit.) Jesus Christus war "ganzer Mensch" und "ganzer Gott", also auch von einem menschlichen Vater gezeugt, hat menschlich gelebt, gelitten und ist auch menschlich gestorben. "Ganzer Gott" wurde er durch seine Auferstehung in die Herzen seiner Jüngerinnen und Jünger und anderer Menschen. Die Veränderung seiner Schülerinnen und Schüler aus der Trauer und dem Schmerz um ihren Herrn hin zur Begeisterung der Verkündigung und der Umkehr zu einem neuen Leben, dass ist das Wunder von Ostern, jedenfalls für mich und manchen Prediger oder Predigerin, denen ich zu Ostern oder sonst zuhörte. Da braucht es für uns Evangelen keine merkwürdigen Ereignisse. Warum Dein orthodoxer Freund Dir die Antwort verweigerte, ist eigentlich ziemlich deutlich. Er verdrängt etwas, das er vielleicht selbst in Frage stellt, aber offiziell natürlich nicht darf. Die Orthodoxie glaubt an die unbefleckte Empfängnis wie die katholische Kirche und auch die Muslime!!! Doris Schulz
Die unbefleckte Empfängnis der Maria darf nicht mit der Jungfrauengeburt verwechselt werden. Es handelt sich dabei um zwei völlig verschiedene Dinge, die leider allzu oft miteinander vermischt werden.
Für die Kirche muss der irdische Jesus Christus u.a. drei Dinge erfüllen: Jungfrauen-Geburt in Bethlehem; irdische Abstammung aus dem Stamme Davids, so wie es Paulus im Römerbrief schreibt; und völlige Freiheit von der Erbsünde Adams. Die Jungfrauen-Geburt in Bethlehem wird durch die Weihnachtsgeschichten bei Matthäus & Lukas belegt. Es ist kanonisches Schriftgut der Christen. Vom Vater (Gott) her ist die Erbsünden-Freiheit gegeben (Das ist aber erst die halbe Miete, salopp gesagt) Die fleischliche Abstammung aus dem Stamme Davids kann also nur über Maria gehen. Leider finden sich in den kanonischen Texten dafür keine Belege. Im Schatz der Legenden, die die Kirche seit fast 2000 Jahren besitzt, befinden sich Texte, die eben diese Abstammung der Maria aus dem Stamm Davids beschreiben. In den kanonischen Texten fällt nur auf, dass die Stammbäume Jesu in Matthäus & Lukas stark voneinander abweichen, so als ob es Stammbäume verschiedener Menschen seien. Eine nahe-liegende und auch übliche Interpretation ist, dass Matthäus den Stammbaum Josefs beschreibt, Lukas in Wirklichkeit den für Jesus relevanten über seine Mutter Maria. Zugegeben, eine sehr problematische Angelegenheit, u.a. auch deshalb, da Lukas in der Genealogie Nathan auflistet und nicht Salomon, so wie es in der Jüdischen Bibel 1.Chron. 22,9ff prophezeit, und für einen Jüdischen Messias zwingend ist. Die völlige Erbsünden-Freiheit Jesu ist nur dann gegeben, wenn auch Maria erbsündenfrei ist. Deshalb ist Maria neun Monate vor ihrer Geburt unbefleckt empfangen worden. Das Jahresfest der Unbefleckten Empfängnis Marias ist am 8. Dezember und folglich ist neun Monate später am 8. September Maria Geburt. |
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