Sonntag, 18. Januar 2009DANKE EVA,Trackbacks
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Lieber Herr Dr. Linke,
ich danke Ihnen für Ihre "Satanischen Verse", die mich interessiert und ergötzt haben. Sie werden sich auch nicht wegen eines Todesurteils verstecken müssen wie weiland Salman Rushdi. Sie haben ein wenig LIcht in mein Dunkel gebracht, denn ich bin immer noch bestrebt, den Glauben an einen Schöpfergott und einen historischen Schöpfungsakt mit den Hypothesen der Evolutionslehre in Übereinklang zu bringen. Sollte Gott vielleicht tatsächlich an einem Punkt der Weltentwicklung so radikal eingegriffen haben, daß es zu einem qualitativen, spürbaren Sprung hin zu einem Kultur-Menschen kam und wir das als "die Schöpfung" bezeichnen könnten? Mit freundlichen Neujahrs-Grüßen, Ihr Albrecht Adam, Köln, Pfarrer
Lieber Georg,
ich besitze ein Werbeplakat der VHS Krefeld zum 2. Weiterbildungstag ( 17.-18. Mai 1994 NRW,) das als Bild-Information einen ausgestreckten Arm mit einer geöffneten Hand zeigt, in der ein Apfel liegt. Es handelte sich um ein Bilddetail aus einer italienischen Malerei und nimmt die Hälfte des Plakates (DIN A 1) ein. Die Assoziation ist natürlich diese: Eva pflückte den Apfel vom Baum der Erkenntnis, weil sie neugierig und wissensdurstig war und bot ihn auchAdam an. Die VHS warb mit diesem Vergleich: Werdet wie Eva, seid wissensdurstig und bildungshungrig wie Eva. Nehmt den Apfel, den wir euch anbieten! Auf dem Plakat stehen mit mit wenig Schrift nur noch die üblichen Informationen zum Weiterbildungstag der VHS... Ich selbst beschäftigte mich mit den Schöpfungstexten im Hinblick auf das Frauenbild, die Frauenrolle und die Wirkungsgeschichte dieser Texte bis heute. Eine spannende , feministisch-theologische Lesezeit war das damals! Herzlichst, Doris
Lieber Georg,
Du hast Dich mit so vielen theologischen und philosophischen Fragen beschäftigt! Ich kann Dich nur bewundern! Sehr gerne bin ich Deine Gedanken gefolgt. Gut kann ich nachvollziehen, dass Du EVA ganz besonders liebst. Das ist bei Deinen ausgeprägten naturwissenschaftlichen Interessen auch kein Wunder! Ohne EVA - keine Wissenschaft - keine geistige Entwicklung - überhaupt keine Entwicklung! Das wäre ja fürcherlich gewesen! Unter diesem Aspekt betrachtet können wir alle EVA dankbar sein!
Zu diesem Thema, das mich sehr interessiert möchte ich zwei Zitate anführen, deren Aussage ich nahe stehe:
Erik van Ruysbeck/Marcel Messing: Das Thomasevangelium. Seine östliche Spiritualität. Patmos Verlag u. Walter Verlag 2005, S. 34: „Jenseits der Dualität liegt die unergründliche Einheit, das Königreich. Dies ist auch das Thema des 22. Logions, in dem es heißt: wir müssten aus zwei eins machen, wir müssten das Innere wie das Äußere machen und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere. Alle Gegensätze“ auch der Gegensatz Gut und Böse „müssen aufgehoben werden. Sie sind die Frucht eines unaufhörlichen aktuellen Sündenfalls unseres Bewusstseins und nicht eines zeitlich bedingten Sündenfalls, wie er im Mythos vom Paradies symbolisiert wird.“ S. 42: „Die Logien des Thomasevangeliums fordern zur Wiedergeburt auf, zu einer Aufhebung jeglicher Dualität, zum Wiederfinden der ursprünglichen Einheit, zum Aufgehen in den lebendigen Vater, der der Urgrund aller Dinge, das Substrat alles Seienden ist, aus dem heraus alle Dinge in einem einzigen Ding zeitlos neu sind.“
Hierüber nur, weil Sie meinen guten Willen sehen sollen und weil ich Sie wie einen guten Freund behandeln will, dem gegenüber ich mich auch gnadenlos verrennen und verirren darf. Ich kaue bei der Sündenfall-Geschichte herum auf der (lutherischen) Wahl der Worte "gut" und "böse", die die Gute-Nachricht-Übersetzung (z.B. 1982), - benützen meine Frau und ich täglich wegen "leichterer" Verständlichkeit -, konsequent vermeiden, um, so muss es gemeint ein, etwas zu verbessern. Es heißt dort nicht: "Ihr werdet wissen, was gut und böse ist", sondern: "Ihr werdet Euer Leben selbst in die Hand nehmen können". Das also soll besser umschreiben, womit ich täglich jeden Augenblick zu tun habe, damit ich den Faden nicht verliere und mein Glück in der richtigen Richtung suche, also kein "gut" und sein Gegenüber "böse" , - nee !! - Vollends stutzig macht mich, wie vor einigen Tagen (am 24. August) im Neukirchener Kalender in der fortlaufenden Bibellese der Segensschlussspruch des ev. Gottesdienstes zitiert wird aus dem A.T. mit den uns gewohnten Worten "Der Herr segne und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig" (Aaronitischer Segen), in der Gute-Nachricht-Übersetzung aber hatten wir zu lesen stattdessen "Der Herr möge euch reich beschenken und euch beschützen! Freundlich blicke er euch an und wende euch seine Liebe zu !". Als ob das Weglassen von "lasse sein Angesicht leuchten" eine Verbesserung wäre, - nee !! Sondern das ist für mich genauso eine Verschlimmbesserung wie oben der Verzicht auf das Begriffspaar-Paar "gut" und "böse".
Hans Friedrich Ferbert |
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