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Es liegt was in der Luft - Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein am Freitag beim Zukunftskongress in Wittenberg.
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Es liegt was in der Luft - Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein am Freitag beim Zukunftskongress in Wittenberg.

EKD-Zukunftskongress in Wittenberg

Evangelisch im 21. Jahrhundert

„Es liegt was in der Luft. Nicht Frust, sondern neue Lust und Liebe, Christen und Kirche zu sein, neue Wege zu gehen“, konstatierte Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein beim EKD-Zukunftskongress in Wittenberg.

„Wir spüren es an der Ungeduld um uns und in uns. Auch an der Aufmerksamkeit und den Diskussionen, die die Leuchtfeuer entfachen“, sagte die Pfarrerin aus Aurich in ihrer Morgenandacht am Freitag vor der ersten Plenumssitzung im Kultur- und Tagungszentrum der Lutherstadt. „Es lässt uns und andere nicht kalt, was mit dieser Kirche sein wird, und das ist fast eine protestantische Liebeserklärung.“

Bevor die rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus den 23 EKD-Gliedkirchen zum Auftakt der Beratungen ausgeloste Voten einzelner hörten, erinnerte Holze-Stäblein daran, dass Gott selbst mit der Kirche auch in schwierigen Zeiten unterwegs ist: „Vielleicht ist für uns jetzt anderes dran als uns immer wieder über den tiefen Brunnen der Vergangenheit zu beugen und das Wasser des Lebens nur aus ihm schöpfen zu wollen. Vielleicht sagt Gott heute so: ,Seid unbesorgt. Nichts geht verloren. Ich bewahre das Gestern für euch in meinem Gedächtnis. Das ist meine Treue. Ihr könnt die Dosis an Erinnerung und Tradition durchaus verringern; ihr kommt mit weniger aus. Ich brauche euch jetzt für das Heute und Morgen‘.“ 

12 Diskussionsforen für 12 Leuchtfeuer

Das Heute des EKD-Zukunftskongresses in der Wiege der Reformation ist bestimmt von zwölf Diskussionsforen, in denen die zwölf Leuchtfeuer des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“ beraten werden. Der Trierer Superintendent Christoph Pistorius moderiert das Forum zu den Gemeindeformen. Um die Diakonie geht es in dem Diskussionsforum, das die rheinische Vizepräses Petra Bosse-Huber moderiert. Moderieren wird sie auch heute Abend: RBB-Intendantin Dagmar Reim wirft einen Blick auf die Reformagenda aus Sicht einer Kulturschaffenden. Am morgigen Samstag tagen die Foren am Vormittag erneut, ehe deren Ergebnisse am Nachmittag im Plenum vorgestellt werden.


 


Evangelisch im 21. Jahrhundert - Bischof Huber in der Wittenberger Stadtkirche.

Evangelisch im 21. Jahrhundert

Am Donnerstagabend hatte der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, den Kongress mit einem Hauptvortrag zum Thema „Evangelisch im 21. Jahrhundert“ in der Wittenberger Stadtkirche, der Predigtkirche Martin Luthers, eröffnet. „Es war gut, dass er darin mehrfach Bezug auf die Barmer Theologische Erklärung genommen hat“, meinte anschließend Präses Schneider – nicht weil Barmen im Rheinland liege, sondern weil die Erklärung der Bekenntnissynode von 1934 das Wesen und den Auftrag der Kirche zutreffend beschreibe.

Monika Lengelsen, Mitglied der Kirchenleitung, ist als Ausschussvorsitzende der EKD nach Wittenberg eingeladen worden. Sie vermisst nach wie vor die Ökumene im Impulspapier: „Dazu hat Bischof Huber in seinem Vortrag leider gar nichts gesagt“, so Lengelsen, dabei habe er an vielen anderen Stellen, die im Vorfeld kritisiert worden waren, präzisiert und geglättet. Auch in den Voten, die den heutigen Vormittag prägten, gab es neben Zustimmung auch Kritik für das Papier – die wirkliche Aufbruchskraft entfalte es nicht.

Keine Beschlüsse - aber Perspektiven

Hin wie her: Wichtig ist das, was in den Diskussionsforen beraten wird, denn Beschlüsse kann der EKD-Zukunftskongress in Wittenberg nicht fassen. „Aber wir werden Perspektiven aufzeigen“, erklärt der rheinische Präses. Das sieht auch Bischof Wolfgang Huber so. Er schloss seinen Eröffnungsvortrag: „Der Geist wirkt, wo und wann er will. Wir wollen ihn nicht auf das begrenzen, was uns in diesen Tagen durch den Sinn geht. Aber wir wollen ihm zutrauen, dass er uns beflügelt.“


jpi 26.01.2007