
Der Philosoph Frithjof Bergmann (l.) und Bundesarbeitsminister Franz Müntefering waren nicht immer einer Meinung, wie die Arbeit in der Zukunft aussehen wird.
Kirchentag
"Es gibt genug Arbeit"
Tue, was du wirklich willst und du wirst erfolgreich sein. Das ist das Motto zum Thema neue Arbeit von Professor Frithjof Bergmann. Vor mehr als 1000 Kirchentagsbesucherinnen und -besuchern sprach der Philosoph über die Zukunft der Arbeit.Bergmanns Grundidee: Zuerst muss jeder wissen, was er wirklich arbeiten will. Und das sei gar nicht so einfach. Ist diese Frage geklärt, können sich viele Ideen verwirklichen lassen. Zum Beispiel: Ein Manager, der eigentlich Musiker sein wollte und inzwischen als Geiger sehr erfolgreich sei.
"Wir müssen die Wirtschaft auf eine andere Basis stellen", meint Bergmann. Es müsse eine Grundarbeit geben, bei der die Menschen alle Dinge, die sie benötigen, selber machen können. Betrieben, die auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen. Und dann gebe es noch die Arbeit, die die Menschen wirklich wollen. Bergmann betonte: "Nur mit Geld können wir das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen."
"Stärker investieren"
Menschen, die nur Arbeit annehmen, die sie wirklich wollen - Bundesarbeitsminister Franz Müntefering ist davon nicht überzeugt. Er meint, die Arbeit, die es in Deutschland gibt, müsse getan werden. Auch wenn sie den Arbeitenden nicht immer gefalle.
200.000 polnische Pflegerinnen sowie 300.000 osteuropäische Spargelstecher und Apfelpflücker arbeiten derzeit in Deutschland. Deutsche wollen diese Arbeit nur selten machen.
"Es gibt genug Arbeit", betont Müntefering gegenüber EKiR.de. "Wir müssen Vollbeschäftigung suchen, die Wirtschaft stärken und wettbewerbsfähiger machen, stärker investieren."
Petra Anna Siebert/Foto: Sergej Lepke 08.06.2007









