
Eröffnungsgottesdienst im Essener Dom mit Präses Schneider, Bischof Overbeck und Metropolit Augoustinos (vl.). Foto: Bistum Essen
Kulturhauptstadt
Ererbte Kulturvielfalt und kreatives Schaffen
Die Glocken aller christlichen Kirchen in den 53 Städten der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 läuteten, als am Freitagabend katholische und evangelische Kirche mit einem Ökumenischen Gottesdienst im Essener Dom das Kulturhauptstadtjahr eröffneten.Dass viele Menschen heute wieder nach Spiritualität fragten und ein „Gegengewicht zu Hektik und Materialismus unserer Zeit suchen, die nicht Halt machen selbst vor der Ökonomisierung der Seelen“, darauf wies der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, in seiner Predigt hin. Christus sei „das Licht er Welt“, er hole die Menschen neu ins Leben.
Manchmal eine Zumutung
Die spirituelle Tiefe der christlichen Tradition werde in der Kulturhauptstadt „facettenreich leuchten und klingen“. Christus, das Licht der Welt, begegne einem im Fremden. Dazu zähle sicherlich für manchen auch die Kunst in der Kirche. „Sie kann eine Zumutung sein, ihre Fremdheit kann stören“, so Buß. Denn Kunst gebe nicht das Sichtbare wieder, sondern mache sichtbar. Sie schaffe Neues, Ungesehenes und Unerhörtes.
Buß: „Das wird uns verändern.“ Künstler deuteten auch die Bibel. Und diese gehöre nicht allein den Kirchen, sondern allen. Der Präses rief dazu auf, „Christus, das Licht der Welt“, weiterzugeben. Dann werde es „hell in der Welt werden“, denn Licht vermehre sich beim Teilen. Zum Ende des Gottesdienstes wurde das Kulturhauptstadtkreuz auf die Reise in der Region der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 geschickt. Dabei wird es jede Woche in einer anderen Stadt sein. Erste Station ist Dinslaken.
Gäste aus Politik, Kultur und Kirche
Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Kirche und Gesellschaft nahmen an dem Eröffnungsgottesdienst teil, darunter auch Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert, die Präsidentin des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Regina van Dinther, Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und Dr. Fritz Pleitgen, Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH.
Beim Empfang nach dem Gottesdienst kam im Talk neben anderen auch der rheinische Präses zu Wort, erzählte, dass er ein waschechtes Kind des Ruhrgebiets ist, Aufgewachsen in einer Duisburger Arbeitersiedlung, erlebte er in seiner Kindheit Straßenfußball, „Banden“ und großen Zusammenhalt in der Siedlung. Präses Schneiders Wunsch für das Kulturhauptstadtjahr ist, „dass die Kirche nahe bei den Menschen bleibt und die Erfahrung sichtbar macht, wie wichtig der Glaube für ein gelingendes Zusammenleben ist“.
ekir.de / be, sk, neu 08.01.2010
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