
Lohmann als Pfarrer der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde 1971 in Bonn-Bad Godesberg.
Gedenkgottesdienst
„Aber bitte keine Heldenstory“
Klaus Lohmann, einst Pastor der Bekennenden Kirche, wäre am Sonntag, 24. Januar, 100 Jahre alt geworden. Trierer Gemeinde feiert Gedenkgottesdienst.Kurz nach dem Novemberpogrom traute er sich von der Kanzel aus der Juden als „Christi Brüder und somit auch unsere Brüder“ zu gedenken. Er mahnte sogar, „dass alle Völker sich vor Gott verantworten müssen“. Die Gestapo schrieb fleißig mit. Daraufhin hatte Lohmann in endlosen Verhören für sich und seine junge Familie zu fürchten.

Lohmann als Pensionär in seinem Arbeitszimmer in Bonn-Bad Godesberg 1999
Wo er wiederum Traumatisches erlebte. Lohmann ist einer der Zeitzeugen, die Walter Kempowski in seinem dokumentarischen „Echolot“-Projekt zu Wort kommen ließ. Und der kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf einem Marine-Begleitboot noch Augenzeuge einer widerrechtlichen Erschießung junger Matrosen wurde und daraufhin Prozesse gegen die willkürliche Militärgerichtsbarkeit ins Rollen brachte.

Lohmann als Pastor der Bekennenden Gemeinde Trier 1938.
Die evangelische Gemeinde Trier gedenkt am Sonntag, 24. Januar, ab 10 Uhr im Caspar-Olevian-Saal, Willy-Brandt-Platz 3, in einem Gottesdienst ihres mutigen Pastors. Auch die Evangelische Studenten- und die Katholische Hochschulgemeinde Trier veranstalten am Dienstag, 2. Februar, um 19 Uhr Im Treff 19 einen Lohmann-Abend.
ekir.de/ Ebba Hagenberg-Miliu 22.01.2010
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