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Meldung vom 5.6.2008

Neue Flüchtlingsinitiative will Illegalen helfen

In Düsseldorf will die Initiative "Stay" illegal in der NRW-Landeshauptstadt lebenden Flüchtlingen helfen.

An drei Tagen in der Woche biete die Initiative in ihren Räumlichkeiten auf der Hüttenstrasse 150 Sozialberatung an, sagte Sozialarbeiterin Nicole Tauscher am Donnerstag vor Journalisten in Düsseldorf. Der als gemeinnützig anerkannte Verein wolle Menschen, die aufgrund ihrer Migrationsgeschichte Schwierigkeiten haben, ihre Lebenssituation menschenwürdig zu gestalten, professionelle Hilfe zur Seite stellen. Nach Angaben von "Stay" leben im Großraum Düsseldorf mehrere tausend Menschen als Illegale.

In den nächsten Tagen wird die Initiative nach eigenen Angaben auch im Internet unter der Adresse www.stay-düsseldorf.de erreichbar sein. Zudem sind sechssprachige Flyer in Arbeit, mit denen sich der Verein an Betroffene wenden will. Auch ein enger Kontakt zu Polizei und Ordnungsamt sei geplant. "Schließlich macht es keinen Sinn, wenn wir hier Hilfe für Illegale anbieten und draußen steht ein Streifenwagen", erklärte die Initiative. "Stay", zu deutsch bleiben, finanziert sich aus Spenden.

Das erste Projekt von "Stay" ist ein von Ärzten in Düsseldorf neu ins Leben gerufene medizinische Versorgungsnetzwerk für Migranten ohne Papiere. Es solle Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus einen Zugang zu Gesundheitsleistungen ermöglichen. "Als Mediziner können wir diese humanitäre Katastrophe vor unserer eigenen Haustür nicht länger hinnehmen", sagte der Kinderarzt Alex Rosen. Nach seinen Angaben gibt es bundesweit bereits dreizehn solcher medizinischen Netzwerke für Migranten ohne Papiere. Ab Juli soll es in den Räumen von "Stay" auch regelmäßige Sprechstunden geben. (d62694/5.6.2008)


05.06.2008