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Über 12.000 Gemeindemitglieder hatten wir mal (Ende der siebziger Jahre) und vier Pfarrstellen. Dazu pro Pfarrstelle eine Mitarbeiterstelle und für unsere beiden Kirchen je eine volle Stelle im Bereich Kirchenmusik. Jetzt haben wir - noch - gut 6.000 Gemeindemitglieder, 2¾ Pfarrstellen und entsprechend weniger hauptamtlich Mitarbeitende.
Erfreulich ist, dass es in allen Bereichen der Gemeinde viele ehrenamtlich Mitarbeitende gibt. So versuchen wir, die Arbeit aufrecht zu erhalten. Aber es ist schwieriger geworden. Für die vielen Projekte, Aktionen und Veranstaltungen fehlen uns manchmal die Kräfte. Und die ganze Bandbreite früherer Zeiten können wir nicht mehr abdecken. Um nur ein Beispiel zu nennen: Früher hatte jede Kirchengemeinde in Düsseldorf, auch wir in Eller, mindestens eine Gemeindeschwester, die Kranke besucht und gepflegt hat. Die Zeiten sind lange vorbei.
Wie soll’s weitergehen? Ich habe eine Vision von neuer Gemeinde. Es gibt gute Anfänge, wie wir unsere Kräfte bündeln können: Dadurch, dass wir als Gemeinde näher zusammenrücken. Wir sind eine Gemeinde: von Jakobus über den Hackenbruch zur Schlossallee. Es gibt Anfänge, Projekte für die gesamte Gemeinde zu planen und durchzuführen. Wenn eine Aufführung in Jakobus gut klappt, warum nicht eine Woche später in der Schlosskirche und wieder eine Woche später in der Lukaskirche?
Die Lukaskirchengemeinde im benachbarten Lierenfeld ist ein gutes Stichwort. Wir teilen uns seit diesem Jahr mit Lukas eine Organistin. Zwar trägt Eller nur ein Sechstel der Personalkosten und entsprechend begrenzt ist die Inhaberin der Stelle bei uns im Einsatz, trotzdem ist es ein Weg, Zusammenarbeit einzuüben und zu lernen. Auf diesem Weg wollen wir weiter vorankommen, mit den Lierenfeldern und auch mit der Markuskirchengemeinde in Vennhausen, in der Kirchenmusik und anderen Bereichen der Gemeindearbeit.
Die Zukunft unserer Gemeindearbeit liegt darin, dass wir das Kooperieren lernen, innerhalb der eigenen Gemeinde und mit den Nachbargemeinden. Dies soll uns helfen, unsere Kräfte zu bündeln, damit wir unseren Auftrag, christlichen Glauben weiterzugeben durch Handeln und Verkündigen, auch weiterhin erfüllen können. Wir wollen nicht unter dem Druck der Finanzen resignieren, sondern mit Phantasie und Ideen neue Modelle und Projekte für Zusammenarbeit entwickeln. Kooperationen auf regionaler Ebene sollen überall in Düsseldorf zu Synergieeffekten führen, da nicht jede Gemeinde mehr in der Lage ist, alles anzubieten. So soll auch die Zusammenführung der drei Düsseldorfer Kirchenkreise zu einem Kirchenkreis, die bereits beschlossen wurde, zu einer „Verschlankung“, zu klareren Entscheidungen und einem deutlichen gemeinsamen Profil für das „Evangelische Düsseldorf“ führen. Dieser Blick über den Tellerrand von Eller hinaus ist mir wichtig.
Das alles darf nur nicht dazu führen, dass wir unsere Wurzeln und unsere Eigenheiten, unser besonderes Profil, das wir in Eller ja haben, vergessen oder vernachlässigen. Dazu zähle ich u.a. unsere Gospelchorarbeit, die Friedensgruppe und die Partnerschaftsarbeit mit Namibia. Jede Gemeinde soll das anbieten, was sie kann. Und so wird es in Düsseldorf, auch bei uns in Eller, weiter eine bunte, vielfältige und bereichernde Gemeindearbeit geben. Das sind meine Visionen für die nächsten (hundert) Jahre.
Jörg Langenhorst, Vorsitzender des Presbyteriums