Ökumenische Telefonseelsorge Mittelrhein sucht neue Ehrenamtliche

 

Im vergangenen Jahr (fast)lückenlos rund um die Uhr erreichbar gewesen

 

KOBLENZ. Die Ökumenische Telefonseelsorge Mittelrhein lädt zu einem Info-Abend am Montag, dem 30. März ein. Angesprochen sind an der Telefonseelsorge-Ausbildung Interessierte aus dem Großraum Koblenz und den benachbarten Landkreisen. Mitglieder des ehrenamtlichen Vorstandes und die beiden hauptamtlich Mitarbeitenden informieren an diesem Abend über die Arbeit der Telefonseelsorge, das Ausbildungskonzept sowie die Auswahlkriterien für Bewerberinnen und Bewerber. Gesucht werden Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 63 Jahren, die solide ausgebildet, anonym und im Verborgenen zur permanenten Erreichbarkeit der Telefonseelsorge beitragen wollen. Das Treffen beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal der Superintendentur des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz, Mainzer Str. 81, 56075 Koblenz.

 

Die zurzeit knapp 80 Ehrenamtlichen der Ökumenischen Telefonseelsorge Mittelrhein waren im vergangenen Jahr 8.759 von 8.780 Stunden für die persönlichen Sorgen und Nöte von Anrufenden erreichbar. "Nur 21 Stunden konnten wir das Telefon nicht besetzen. Im bundesweiten Vergleich stehen wir damit sehr gut da", freut sich Ulrich Heinen, der die ökumenische Einrichtung zusammen mit Pfarrerin Ellen Simon hauptamtlich betreut. Um den Dienstplan auch in Zukunft möglichst lückenlos füllen zu können, werden Ehrenamtliche dringend gesucht. Der neue Ausbildungsgang beginnt im Herbst.

 

Nach 15 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit weiß Vorstandsfrau Brigitte Kamphues:  "Die meisten Anrufe bekommen wir von Einsamen, auch in der Familie, auch von Kindern und Jugendlichen – das erschreckt mich jedes Mal. Manchmal ist die Telefonseelsorge der einzige soziale Kontakt." Vorstandsfrau Hanne Richter ist dankbar für die professionelle Ausbildung  zur Telefonseelsorgerin: "Hier habe ich das Rüstzeug bekommen, schwierige Gespräche auszuhalten. Das war für mich ganz elementar."

"Kennzeichen der Arbeit im Telefonseelsorge-Team ist Herzlichkeit", darin sind sich die Vorstandsfrauen einig. Eva Liedtke, Erste Vorsitzende des Vereins Telefonseelsorge Mittelrhein e.V.: "Es ist absolut beeindruckend, wie anfangs Fremde zusammenwachsen und wie vertrauensvoll sie miteinander umgehen." Gründe dafür sieht sie im hohen Maß an Selbstreflexion und den regelmäßig durchgeführten Supervisionssitzungen. Trotz bunter Vielfalt im Team gilt: "Wir sind hier alle mit einem Ziel bei der Telefonseelsorge – anderen zu helfen", bringt Brigitte Kamphues die Motivation der Ehrenamtlichen auf den Punkt.

 

Die Ökumenische Telefonseelsorge Mittelrhein ist unter den kostenfreien Rufnummern 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 zu erreichen.