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Arbeitskreis will lesbische und bisexuelle Frauen unterstützen
Seit über 2009 gibt es in Essen einen Arbeitskreis, der lesbische,
bisexuelle Mädchen und Frauen und Transmenschen unterstützen will. Ein
besonders wichtiges Ziel ist die Information über Psychotherapeuten,
Frauenärzte und Allgemeinmediziner, die den besonderen Problemlagen und
Bedürfnissen dieser Zielgruppe offen und aufgeschlossen gegenüberstehen.
Koordiniert wird dieses Angebot durch Nadine Strawczynski, Mitarbeiterin in
der Evangelischen Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und
Sexualität; weitere Mitglieder des Arbeitskreises sind das
AWO-Beratungszentrum Lore-Agnes-Haus, die Caritas Aidsberatung, der Verein
Frauenliebe im Pott (FLIP e.V.), das Gesundheitsamt Essen sowie das Café
Vielfalt vom Sozialverein für Lesben und Schwule e.V. (SVLS).
Zu den Zielen des
Arbeitskreises „Lesbische Gesundheit in Essen“ gehört die Bestandsaufnahme
der vorhandenen Angebote für lesbische und bisexuelle Mädchen und Frauen
sowie Transmenschen (LBT) in Essen, die Erkundung ihrer derzeitigen
Situation, ihrer Bedürfnisse im gesundheitlichen Bereich sowie die Planung
von Angeboten, um ihre Perspektiven in Essen zu verbessern. „Lesbische und
bisexuelle Mädchen und Frauen sowie Transmenschen scheinen im
Gesundheitswesen weder als Patientinnen noch als medizinische Fachkräfte,
weder in der Gesundheitsforschung noch in der -versorgung zu existieren“,
erklärt der Arbeitskreis. „In den einschlägigen Veröffentlichungen tauchen
sie so gut wie nie auf.“
Diese „Unsichtbarkeit“ im
gesundheitlichen Bereich wollen die Mitglieder verändern. „Es ist für
lesbische und bisexuelle Mädchen und Frauen und Transmenschen Alltag, dass
ihnen Heterosexualität unterstellt wird. In der Folge müssen sie immer
wieder abwägen und entscheiden, ob sie ihre sexuelle Identität ansprechen
bzw. sich outen wollen. Dies ist eine stressfördernde Tatsache – vor allem
dann, wenn die Reaktion schwer abzuschätzen ist.“ Viele Betroffene wählten
deshalb den Weg, ihre sexuelle Orientierung und Lebensweise zu verschweigen
oder zu verstecken, im schlimmsten Fall zu leugnen.
Um dieser Tatsache entgegenzuwirken, hat
der Arbeitskreis „Lesbische Gesundheit in Essen“ Adressen von Essener
Psychotherapeuten/innen, Frauenärzten/innen und Allgemeinärzten/innen
zusammengetragen, die mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen
vorurteilsfrei arbeiten. Zuvor war ein entsprechender Fragebogen entworfen
und an die Mediziner verschickt worden. „Die Aufnahme in die Liste sagt
ausschließlich etwas über die Offenheit und Bereitschaft aus, mit dieser
besonderen Zielgruppe wertschätzend und unterstützend zusammenzuarbeiten –
unabhängig von der beruflichen Qualifikation und der sexuellen Orientierung
bzw. Identität der Ärzte/Innen“, betont Nadine Strawczynski und zieht ein
positives Resümee: Über den sehr guten Rücklauf und die positive Reaktion
auf den Fragebogen sei der Arbeitskreis sehr erfreut.
Informationen: Wer Interesse an
der nun vorhandenen Adressenliste hat, kann sich bei allen Einrichtungen
melden, die im Arbeitskreis vertreten sind. Für weitere Informationen und
Fragen steht Nadine Strawczynski von der Evangelischen Beratungsstelle für
Schwangerschaft, Familie und Sexualität, Henriettenstraße 6, Telefon 23 45
67, zur Verfügung.
Foto: (c) ev. Pressestelle Essen . |
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