aktuelles
  • im archiv finden Sie alle themen der letzten monate

  •  3.2.
     

     

    Arbeitskreis will lesbische und bisexuelle Frauen unterstützen
    Seit über 2009 gibt es in Essen einen Arbeitskreis, der lesbische, bisexuelle Mädchen und Frauen und Transmenschen unterstützen will. Ein besonders wichtiges Ziel ist die Information über Psychotherapeuten, Frauenärzte und Allgemeinmediziner, die den besonderen Problemlagen und Bedürfnissen dieser Zielgruppe offen und aufgeschlossen gegenüberstehen. Koordiniert wird dieses Angebot durch Nadine Strawczynski, Mitarbeiterin in der Evangelischen Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität; weitere Mitglieder des Arbeitskreises sind das AWO-Beratungszentrum Lore-Agnes-Haus, die Caritas Aidsberatung, der Verein Frauenliebe im Pott (FLIP e.V.), das Gesundheitsamt Essen sowie das Café Vielfalt vom Sozialverein für Lesben und Schwule e.V. (SVLS).

     

    Zu den Zielen des Arbeitskreises „Lesbische Gesundheit in Essen“ gehört die Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebote für lesbische und bisexuelle Mädchen und Frauen sowie Transmenschen (LBT) in  Essen, die Erkundung ihrer derzeitigen Situation, ihrer Bedürfnisse im gesundheitlichen Bereich sowie die Planung von Angeboten, um ihre Perspektiven in Essen zu verbessern. „Lesbische und bisexuelle Mädchen und Frauen sowie Transmenschen scheinen im Gesundheitswesen weder als Patientinnen noch als medizinische Fachkräfte, weder in der Gesundheitsforschung noch in der -versorgung zu existieren“, erklärt der Arbeitskreis. „In den einschlägigen Veröffentlichungen tauchen sie so gut wie nie auf.“

     

    Diese „Unsichtbarkeit“ im gesundheitlichen Bereich wollen die Mitglieder verändern. „Es ist für lesbische und bisexuelle Mädchen und Frauen und Transmenschen Alltag, dass ihnen Heterosexualität unterstellt wird. In der Folge müssen sie immer wieder abwägen und entscheiden, ob sie ihre sexuelle Identität ansprechen bzw. sich outen wollen. Dies ist eine stressfördernde Tatsache – vor allem dann, wenn die Reaktion schwer abzuschätzen ist.“ Viele Betroffene wählten deshalb den Weg, ihre sexuelle Orientierung und Lebensweise zu verschweigen oder zu verstecken, im schlimmsten Fall zu leugnen.  

     

    Um dieser Tatsache entgegenzuwirken, hat der Arbeitskreis „Lesbische Gesundheit in Essen“ Adressen von Essener Psychotherapeuten/innen, Frauenärzten/innen und Allgemeinärzten/innen zusammengetragen, die mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen vorurteilsfrei arbeiten. Zuvor war ein entsprechender Fragebogen entworfen und an die Mediziner verschickt worden. „Die Aufnahme in die Liste sagt ausschließlich etwas über die Offenheit und Bereitschaft aus, mit dieser besonderen Zielgruppe wertschätzend und unterstützend zusammenzuarbeiten – unabhängig von der beruflichen Qualifikation und der sexuellen Orientierung bzw. Identität der Ärzte/Innen“, betont Nadine Strawczynski und zieht ein positives Resümee: Über den sehr guten Rücklauf und die positive Reaktion auf den Fragebogen sei der Arbeitskreis sehr erfreut.  

     

    Informationen: Wer Interesse an der nun vorhandenen Adressenliste hat, kann sich bei allen Einrichtungen melden, die im Arbeitskreis vertreten sind. Für weitere Informationen und Fragen steht Nadine Strawczynski von der Evangelischen Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität, Henriettenstraße 6, Telefon 23 45 67, zur Verfügung.

     

    Foto: (c) ev. Pressestelle Essen .