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Ökumenischer Gedenkgottesdienst für die "Unbedachten"
An jedem zweiten Dienstag im Monat feiern die christlichen Kirchen
gemeinsam mit der Stadt Essen um 17 Uhr einen ökumenischen
Gedenkgottesdienst für die „Unbedachten dieser Stadt“: Nachdem die
Gottesdienste im vergangenen Jahr im Hohen Dom stattfanden, wandern sie für
2012 wieder in die Marktkirche. Die erste Gedenkfeier am 10. Januar
gestalten die Pfarrer Achim Gerhard-Kemper (ev.) und Olaf Deppe
(röm.-kath.).
Zu den „Unbedachten“ zählen in
Essen jährlich rund 250 Verstorbene, die auf Veranlassung des städtischen
Ordnungsamtes eingeäschert und anschließend anonym auf Gräberfeldern
bestattet werden müssen - weil keinerlei Vorsorge für die Beerdigung
getroffen wurde und es auch keine Angehörigen gibt, die für eine Bestattung
sorgen. Zu den Gedenkgottesdiensten laden Dr. Jürgen Cleve, Stadtdechant der
Katholischen Kirche in Essen, Irmenfried Mundt, Superintendent des
Evangelischen Kirchenkreises, und Oberbürgermeister Reinhard Paß gemeinsam
ein. „Seit dem Start vor vier Jahren haben sich die Gottesdienste, an denen
zahlreiche Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, in Essen zu einer festen
Gedenktradition entwickelt“, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher
Kirchen in Essen (ACK), die die monatlichen Erinnerungsfeiern organisiert.
In den Gedenkgottesdiensten werden
die Namen der Verstorbenen verlesen und in ein Gedenkbuch geschrieben, für
jeden Namen wird eine Kerze entzündet. „Auf diese Weise wollen wir daran
erinnern, dass die Würde eines Menschen nicht mit seinem Tod endet“, erklärt
die ACK. „Jeder Mensch hat während seines Lebens unauslöschbare Spuren
hinterlassen. Jeder Name wurde in das ‚Buch des Lebens’ eingetragen, das das
Andenken an die Verstorbenen bewahrt – auch über das Ende des Lebens
hinaus.“ Der Ort für die Gottesdienste wechselt jährlich zwischen der
Marktkirche und dem Hohen Dom.
Auch Die WAZ-Mediengruppe unterstützt
diese Form des Gedenkens: Einige Tage vor dem jeweiligen Gottesdienst
werden in den beiden Essener Tageszeitungen Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(WAZ) und Neue Ruhr Zeitung (NRZ) sowie in den Anzeigenblättern des
Stadtspiegels kostenlose Traueranzeigen geschaltet, in denen die Namen der
Verstorbenen aufgeführt sind.
Foto: (c) ev. Pressestelle Essen. |