aktuelles
  • im archiv finden Sie alle themen der letzten monate

  •  9.1.
     

     

    Ökumenischer Gedenkgottesdienst für die "Unbedachten"
    An jedem zweiten Dienstag im Monat feiern die christlichen Kirchen gemeinsam mit der Stadt Essen um 17 Uhr einen ökumenischen Gedenkgottesdienst für die „Unbedachten dieser Stadt“: Nachdem die Gottesdienste im vergangenen Jahr im Hohen Dom stattfanden, wandern sie für 2012 wieder in die Marktkirche. Die erste Gedenkfeier am 10. Januar gestalten die Pfarrer Achim Gerhard-Kemper (ev.) und Olaf Deppe (röm.-kath.).  

     

    Zu den „Unbedachten“ zählen in Essen jährlich rund 250 Verstorbene, die auf Veranlassung des städtischen Ordnungsamtes eingeäschert und anschließend anonym auf Gräberfeldern bestattet werden müssen - weil keinerlei Vorsorge für die Beerdigung getroffen wurde und es auch keine Angehörigen gibt, die für eine Bestattung sorgen. Zu den Gedenkgottesdiensten laden Dr. Jürgen Cleve, Stadtdechant der Katholischen Kirche in Essen, Irmenfried Mundt, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, und Oberbürgermeister Reinhard Paß gemeinsam ein. „Seit dem Start vor vier Jahren haben sich die Gottesdienste, an denen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, in Essen zu einer festen Gedenktradition entwickelt“, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Essen (ACK), die die monatlichen Erinnerungsfeiern organisiert.  

     

    In den Gedenkgottesdiensten werden die Namen der Verstorbenen verlesen und in ein Gedenkbuch geschrieben, für jeden Namen wird eine Kerze entzündet. „Auf diese Weise wollen wir daran erinnern, dass die Würde eines Menschen nicht mit seinem Tod endet“, erklärt die ACK. „Jeder Mensch hat während seines Lebens unauslöschbare Spuren hinterlassen. Jeder Name wurde in das ‚Buch des Lebens’ eingetragen, das das Andenken an die Verstorbenen bewahrt – auch über das Ende des Lebens hinaus.“ Der Ort für die Gottesdienste wechselt jährlich zwischen der Marktkirche und dem Hohen Dom.  

     

    Auch Die WAZ-Mediengruppe unterstützt diese Form des Gedenkens: Einige Tage vor dem jeweiligen Gottesdienst werden in den beiden Essener Tageszeitungen Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und Neue Ruhr Zeitung (NRZ) sowie in den Anzeigenblättern des Stadtspiegels kostenlose Traueranzeigen geschaltet, in denen die Namen der Verstorbenen aufgeführt sind.

     

    Foto: (c) ev. Pressestelle Essen.