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  •  30.4.
     

     

    Abraham-Karawane verbindet die Kulturhauptstädte
    Der „Engel der Kulturen“ geht auf Reisen: Vom 3. bis 31. Mai wird das interreligiöse Kunstprojekt von Gregor Merten und Carmen Dietrich die Kulturhauptstädte Essen, Pécs und Istanbul im Rahmen einer „Abraham-Karawane“ miteinander verbinden. Vertreter der Evangelischen und der Katholischen Kirche und Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß werden die 1,50 Meter große Stahlskulptur mit einem Reisesegen und guten Wünschen am Montag, 3. Mai, um 9.30 Uhr auf dem Platz zwischen der Essener Marktkirche und der Anbetungskirche St. Johann, Porscheplatz/Kettwiger Straße, auf ihre erste Etappe in die Friedensstadt Augsburg schicken.

     

    Mitgetragen wird die interreligiöse und ökumenische Aktion vom Kulturbüro Ruhr.2010 der Evangelischen Kirchen Rheinland und Westfalen und vom Beauftragten für die Kulturhauptstadt des Bistums Essen, Dr. Michael Schlagheck. Engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Essen und dem Ruhrgebiet, Christen, Muslime und Juden, werden die Abraham-Karawane auf ihrem Weg begleiten. „Nach den wochenlangen Vorbereitungen sind wir nun einfach neugierig, welche Erfahrungen wir auf unserem Weg sammeln werden“, erklären die beiden Künstler, Gregor Merten und Carmen Dietrich. „Die Medien berichten viel und mitunter auch sehr widersprüchlich über die Situation der Glaubensgemeinschaften in den Ländern, durch die unsere Abraham-Karawane führen wird. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um uns selbst ein Bild zu verschaffen – und die Menschen aus den verschiedenen Religionen miteinander ins Gespräch zu bringen.“  

     

    Auf dem Weg von Essen über Pécs nach Istanbul und zurück sind Aufenthalte und Begegnungen in den Städten Augsburg, Tuzla, Sarajevo, Kraljevo, Skopje, Thessaloniki, Sofia, Belgrad, Dubica, Banja Luca und Ljubljana geplant. Weil der Dialog und das friedliche Zusammenleben der Religionen in einigen der Länder, durch die die Abraham-Karawane führt, nicht frei von Belastungen ist, waren zahlreiche Absprachen zu treffen: So haben sich etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel und der mazedonische Staatspräsident Dr. Gjorge Ivanov für die Durchführung des Projekts eingesetzt. Auch die aktive Unterstützung durch das „Institute For European Affairs (INEA)“, das von Professor Dr. Jürgen Gramke geleitet wird, war überaus hilfreich.

     

    Weitere Empfehlungen haben die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, Professor Dr. Ekmeleddin Ihsanoylu, Secretary General of the Organization of the Islamic Conference (OIC),  der amtierende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, und der Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordhrein-Westfalen, Armin Laschet, ausgesprochen.

     

    Zu den wichtigsten Unterstützern zählen außerdem die Evangelischen Landeskirchen im  Rheinland und von Westfalen, die Bistümer Essen und Münster sowie die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion in Köln DITIB. Institutionelle Förderer sind der Regionalverband Ruhr, die Emschergenossenschaft und die Städte Essen und Marl. Etliche Essener Unternehmen haben die Abraham-Karawane durch Spenden möglich gemacht; insgesamt mussten rund 30.000 Euro aufgebracht werden.  

     

    Stichwort: Engel der Kulturen  
    Der „Engel der Kulturen“ ist ein interreligiöses Kunstobjekt, das die bildenden Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich geschaffen haben: Ein rund 1,50 Meter hohes und etwa 100 Kilogramm schweres Rad aus Stahl trägt im Innern die Symbole der drei abrahamschen Religionen in sich – Davidstern, Kreuz und Halbmond. Bei Betrachtung des Kreises erwächst darin der Umriss des „Engels der Kulturen“ als Symbol der Gemeinsamkeit und des gegenseitigen Respekts. Am 9. November 2008 rollte das Rad erstmals durch Köln und verband den Kölner Dom mit der Synagoge und der Moschee in Köln-Ehrenfeld. Im Mai 2009 machte es sich auf den Weg nach Essen und von dort aus weiter in verschiedene Städte des Ruhrgebiets.  

     

    Überall dort, wo das Rad Station macht, entsteht unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen und Religionen eine temporäres Bild des „Engels der Kulturen“, indem die Skulptur auf die Seite gelegt, mit weißem Quarzsplitt gefüllt und hinterher mit Hilfe von Schwerlastmagneten wieder aufgestellt wird. Parallel dazu wird eine weitere, kleinere Intarsie ausgebrannt, die dauerhaft im Boden der jeweils nächsten Station verlegt wird: Durch die Weiterreichung wollen die Initiatoren des Projekts zu gesellschaftlichem Handeln motivieren. Im Ruhrgebiet wurden bislang zehn Schulen offizielle Partner des Projekts; über zehntausend Schülerinnen und Schüler nahmen den Angeben der Initiatoren zufolge bereits an den verschiedenen Aktionen zum „Engel der Kulturen“ teil.

     Foto: privat.