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Kreissynode: Kirchensteueraufkommen in Essen bleibt
stabil
Die Entscheidungen über den Haushaltsplan für das kommende Jahr und
die weitere Finanzplanung bis 2015 standen im Mittelpunkt der Kreissynode,
zu der die Delegierten aus den Gemeinden, Einrichtungen und Diensten des
Kirchenkreises Essen am Freitag und Samstag (11./12. November) im
Gemeindezentrum Reformationskirche in Rüttenscheid zusammengekommen waren.
Dabei erreichte die Synodalen eine gute Nachricht: In den nächsten Jahren
bleibt das Kirchensteueraufkommen im Kirchenkreis aller Voraussicht nach
stabil. Außerdem übten die Synodalen in einem Antrag an die Landessynode
Kritik an der geplanten Reform der Verwaltungsstruktur.
Berichte und Mitteilungen zum Auftakt
Nach der formellen Eröffnung der Synode standen am Freitagabend zunächst
Mitteilungen des Superintendenten, die Vorbereitungen auf den
Stadtkirchentag der Evangelischen Kirche in Essen am 2. und 3. Juni 2012,
ein Rückblick auf die bisherige Arbeit des Kirchenkreises seit seiner
Gründung vor drei Jahren und ein Sachstandsbericht zur geplanten
Kirchenkreiskonzeption auf dem Programm. Ein kurzer Zwischenbericht
informierte über das Vorhaben des Kirchenkreises, in Essen eine Evangelische
inklusive Schule zu gründen: Schulreferent Dietmar Klinke und Hans-Georg
Eger, Geschäftsführer des Kirchenkreises, konnten den Synodalen von
intensiven, aber auch erfolgversprechenden Verhandlungen berichten. Bislang
noch nicht endgültig geklärt sei die Frage des zukünftigen Standortes – hier
gebe es zwar sehr gute Perspektiven, die derzeit aber noch eingehend
gemeinsam mit der Stadt Essen geprüft würden. Auch die Aufstellung der
Rahmenkonzepte zur Finanzierung – sowohl für die Errichtung der Schule und
als auch für deren dauerhaften Betrieb – schritten weiter voran. So kümmere
sich seit einigen Wochen eine kleine, hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe um
die Gewinnung von Förderern und Sponsoren. Bis zur nächsten ordentlichen
Kreissynode am 15. und 16. Juni 2012 sei genügend Zeit, alle derzeit noch
offenen Fragen ausführlich zu beantworten, äußerten sich die
Verantwortlichen zuversichtlich.
Finanzplanung für die nächsten vier Jahre und Haushaltsplan 2012:
Positiver Trend setzt sich fort
Den Schwerpunkt der Beratungen des zweiten Tages bildeten die Feststellung
der Jahresrechnungen 2010, die Finanzplanung bis zum Jahr 2015 sowie der
Haushalts- und Stellenplan für das kommende Jahr. Dabei konnten Karl-Heinz
Grobler, Vorsitzender des Finanzausschusses, und Regina Voldrich, Leiterin
der Finanzabteilung, den Synodalen positive Zahlen vorlegen: Den
Berechnungen zufolge wird das Kirchensteueraufkommen im Kirchenkreis in den
nächsten drei bis vier Jahren voraussichtlich weitgehend konstant bleiben;
das für 2012 in Essen erwartete Aufkommen in Höhe von 42 Millionen Euro
liegt etwa 3 Millionen Euro über dem Ansatz, der ursprünglich für das
derzeit laufende Jahr prognostiziert worden war. Als Gründe für diese gute
Nachricht nannten Grobler und Voldrich vor allem den wirtschaftlichen
Aufschwung der letzten Jahre und die insgesamt noch freundlichen
Konjunkturprognosen für 2012 und 2013. Da sich andererseits aber bereits
eine Abflachung der Wachstumskurve abzeichne und die Auswirkungen der
Schuldenkrise im Raum der Euro-Länder nahezu unkalkulierbar blieben,
empfehle die Landeskirche eine eher vorsichtige Schätzung des
Steueraufkommens; an der Erwartung, dass langfristig mit einem deutlichen
Rückgang der Einnahmen gerechnet werden müsse, habe sich zudem nichts
geändert.
Vom Kirchensteueraufkommen sind zunächst alle vorgeschriebenen Abgaben
abzuziehen: Zu nennen sind vor allem die Umlagen, die die Landeskirche für
ihre Aufgaben erhebt, die Verwaltungskosten der Finanzämter, Abzüge für die
Gemeinde Kettwig, die nicht zum Kirchenkreis Essen gehört, und sogenannte
Clearingzahlungen für all diejenigen, die in Essen arbeiten, aber hier nicht
ihren Hauptwohnsitz haben. Nach diesen Abzügen verbleiben von den
ursprünglich 42.000.000 Euro des erwarteten Kirchensteueraufkommens im Jahr
2012 noch 20.077.100 Euro im Kirchenkreis Essen (2011: 19.503.800 Euro).
Dieser Betrag wird im nächsten Schritt nach einem feststehenden
Prozentschlüssel (76,96 Prozent für die Gemeinden, 23,04 Prozent für die
Arbeit des Kirchenkreises) aufgeteilt.
Demnach erhalten die Kirchengemeinden im kommenden Jahr insgesamt 15.451.300
Euro; 2011 waren es nur 15.010.100 Euro. Nach Abzug der Pfarrbesoldung und
einem Betrag von 500.000 Euro, der der Ausgleichsrücklage zugeführt wird,
bleiben davon noch 9.809.300 Euro (2011: 9.087.300 Euro) übrig, die den
Gemeinden in Form eines Pro-Kopf-Betrages in Höhe von 63,50 je Gemeindeglied
(2011: 60 Euro) zugewiesen werden. Den Kirchengemeinden wird empfohlen, bei
der Planung ihrer Ausgaben in den Jahren 2013, 2014 und 2015 bis auf
weiteres einen Zuweisungsbetrag in Höhe von 63 Euro je Gemeindeglied
zugrunde zu legen.
Auch der Haushalt des Kirchenkreises erhöht sich im kommenden Jahr leicht
auf 4.625.800 Euro (2011: 4.493.700 Euro); aus diesem Etat werden alle
Gemeindeübergreifenden Dienste und Einrichtungen finanziert –
Telefonseelsorge und Schulreferat, Gehörlosenseelsorge, Jugendreferat und
Bildungswerk, Krankenhausseelsorge, die Seelsorge an der
Justizvollzugsanstalt Essen, die Notfallseelsorge und die
Öffentlichkeitsarbeit sowie die Allgemeine Verwaltung, die Finanzverwaltung
und die Personalverwaltung. Bei wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen wurden
alle Haushalts- und Stellenpläne mit großer Einmütigkeit verabschiedet.
Antrag an die Landessynode kritisiert Verwaltungsstrukturreform
Nach den Haushaltsberatungen brachten die Synodalen ebenfalls nahezu
einstimmig einen Antrag an die nächste Landessynode auf den Weg, die im
Januar in Bad Neuenahr zusammentritt: Die Kreissynode Essen wird dort
beantragen, dass alle Kirchengemeinden, die ihre Verwaltungsaufgaben
entsprechend der Kirchenordnung ordnungsgemäß durchführen können,
eigenständig bleiben und nicht ohne Not zum Zusammenschluss mit einem
zentralen kreiskirchlichen Verwaltungsamt verpflichtet werden können.
„Verwaltung ist ein integraler Teil unserer Gemeindearbeit und eröffnet und
ermöglicht konkrete Gemeindearbeit vor Ort, weil eine gemeindenahe
Verwaltung die Gemeinde kennt“, heißt es in der Begründung. Hintergrund ist
die geplante landeskirchliche Verwaltungsstrukturreform, die vorsieht, für
jeden Kirchenkreis nur noch ein einziges, zentrales Verwaltungsamt
vorzuhalten und bei Bedarf allenfalls kleine Gemeindebüros vor Ort zu
belassen. Der Vorschlag war schon vorher im Kirchenkreis Essen wie auch in
anderen Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland auf deutliche
Kritik gestoßen, die mit diesem Antrag noch einmal bekräftigt wurde.
Foto: (c) ev. Pressestelle Essen . |
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