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  •  18.6.
     

     

    Kreissynode: Evangelische Zukunftsschule soll kommen!
    Als großes Puzzle ist sie schon entstanden – und auch der tatsächlichen Verwirklichung ist sie an diesem Abend einen wichtigen Schritt näher gekommen: Die Essener Kreissynode hat am Freitag einen positiven Grundsatzbeschluss zur geplanten Evangelischen Zukunftsschule gefasst. Nach einer intensiven Diskussion stimmten die Delegierten aus den Kirchengemeinden, Einrichtungen und Diensten des Kirchenkreises mit großer Mehrheit für das Vorhaben, in Essen eine weiterführende, inklusive Gesamtschule zu gründen. Weitere Themen der Kreissynode waren Jahresberichte, die Haushaltsabschlüsse 2010, Nachwahlen zu kirchlichen Gremien, die anstehende Kirchenkreiskonzeption, Informationen und Anträge. Eine Fotostrecke finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

     

    Inklusive Gesamtschule könnte im Schuljahr 2013 starten
    „Wir freuen uns, dass wir dem Ziel, die Bildungslandschaft in Essen durch ein profiliertes evangelisches Schulangebot aktiv und verantwortlich mit zu gestalten, heute einen entscheidenden Schritt näher gekommen sind“, erklärte Assessor Helmut Keus, der das Projekt gemeinsam mit dem Schulreferat des Kirchenkreises koordiniert. Bevor im Herbst der formelle Genehmigungsantrag an die Bezirksregierung auf den Weg gebracht werden kann, muss nun allerdings noch ein geeigneter Standort gesucht und ein detaillierter Finanzplan aufgestellt werden.

     

    Aufgrund des eindeutigen Votums – 115 Synodale stimmten für die Schule, sieben dagegen und sieben enthielten sich – kann der Kirchenkreis nun jedoch umgehend mit der Stadt Essen oder anderen Eigentümern geeigneter Immobilien konkrete Verhandlungen aufnehmen. Denkbar ist die Übernahme eines Gebäudes, das schon als Schule genutzt wurde und nun leer steht; aber auch die Anmietung eines Neubaus, der eigens für diesen Zweck durch einen Investor errichtet wird, kommt in Betracht. Auch für die Gewinnung von Sponsoren ist die am Freitagabend gefasste „verbindliche Absichtserklärung“ von großer Bedeutung; potenzielle Förderer der Zukunftsschule hatten die Zusage einer finanziellen Unterstützung davon abhängig gemacht. Für die juristische und wirtschaftliche Begleitung und Absicherung der Schulgründung durch externe Berater hat der Kirchenkreis eine Summe in Höhe von maximal 50.000 Euro bereitgestellt.  

     

    Weitere Verhandlungen der Kreissynode  
    Am zweiten Tag standen Jahresberichte, die Haushaltsabschlüsse 2010, Nachwahlen in kirchliche Gremien, Anträge und Informationen auf der Tagesordnung. Zu Beginn seines Berichtes zog Superintendent Irmenfried Mundt eine positive Bilanz der kirchlichen Beteiligung am Programm der Kulturhauptsstadt RUHR.2010; neben vielen kulturellen Aktivitäten und Gottesdiensten sei vor allem auch das Ökumenische Partnerschaftstreffen mit Gästen aus aller Welt ein besonderer Höhepunkt gewesen. Dann richtete er den Blick in die Zukunft und damit insbesondere auf anstehende Herausforderungen: Sowohl die Reform der Gemeindeverwaltungen als auch die Personalentwicklung, vielfach auch im Bereich der Pfarrstellen, werden wichtige Themen der nächsten Jahre sein und sollen in die geplante Kirchenkreiskonzeption mit einfließen. Dabei werde es, so der Superintendent, mehr denn je darauf ankommen, die Stärken der einzelnen Gemeinden im Hinblick auf Kooperationen und eine übergreifende, regionale Zusammenarbeit nutzbar zu machen.  

     

    Dafür, dass dieser Prozess mit der nötigen Zeit, Sensibilität und Sorgfalt in Angriff genommen werden kann, sorgt die zurzeit stabile finanzielle Lage des Kirchenkreises. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland konnte der Haushalt 2010 der Kirchensteuerverteilungsstelle mit einem Jahreskassenbestand von insgesamt 3.362.703 Euro abgeschlossen werden. Entsprechend langjährig festgelegter Prozentsätze erhalten die Kirchengemeinden aus diesem Betrag 2.587.936 Euro (76,96 Prozent), das entspricht einem Zuweisungsbetrag in Höhe von 8,31 Euro je Gemeindeglied. Auf den Kirchenkreis entfallen 774.767 Euro (23,04 Prozent). Der wesentliche Teil dieser Summen soll zur Tilgung von Schulden und zur Auffüllung von Rücklagen verwendet werden. Auch für die nächsten zwei Jahre wagte die Leiterin der Finanzverwaltung, Regina Voldrich, hinsichtlich der zu erwartenden Kirchensteuereinnahmen einen „vorsichtig optimistischen Ausblick“; mit einem deutlichen Einbruch sei zumindest kurzfristig eher nicht zu rechnen.  

     

    Weitere Themen waren der geplante Stadtkirchentag am 2. und 3. Juni 2012, die geplante Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens zum 1. Januar 2014 und ein Bericht über die Arbeit der Sozialdiakonischen Stiftung des Kirchenkreises, die beispielhafte gemeinsame Projekte von Kirche und Diakonie durch Zuschüsse und Förderpreise unterstützt. Die letzte Entscheidung betraf geplante Strukturveränderungen, die die Evangelische Kirche im Rheinland in den Bereichen Personalentwicklung und Verwaltung einleiten will: Mehrheitlich beschloss die Kreissynode, auf der nächsten Landessynode einen intensiven Beratungs- und Diskussionsprozess unter stärkerer Beteiligung der Kirchengemeinden („Proponendum“) zu beantragen.  

     

    Stichwort I: Evangelische Zukunftsschule Essen
    Die „Evangelische Zukunftsschule Essen“ soll im Schuljahr 2013/2014 vierzügig mit dem 5. Jahrgang beginnen und danach Schuljahr um Schuljahr weiter aufgebaut werden. Ausgangspunkt für das Vorhaben waren fünfzehn „Thesen für Bildung und Erziehung“, die der Kirchenkreis im Jahr 2003 auf einer Sondersynode verabschiedet hatte; die konkrete Absicht einer Schulgründung wurde erstmals im Frühjahr 2009 öffentlich gemacht. Geplant ist laut Beschluss der Kreissynode „die Gründung einer Ersatzschule in privater Trägerschaft, in der Form einer Inklusiven Gesamtschule der Sekundarstufen I und II, mit den besonderen Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Lernen und Sprache.“ Entsprechend der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung sollen Kinder mit und ohne Behinderungen in allen Klassen gemeinsam unterrichtet werden und dadurch mit- und voneinander lernen. Religion, Philosophie und die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Weltdeutungen sollen wesentliche Lerninhalte sein; außerdem wird die Schule über ein ausgeprägtes musisch-kreatives Profil verfügen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge, die der Kirchenkreis im Herbst letzten Jahres bei einem unabhängigen wissenschaftlichen Institut in Auftrag gegeben hatte, stößt das Vorhaben in Essen bei den evangelischen Eltern derzeitiger Grundschulkinder auf große Zustimmung. Da die Finanzierung sowohl durch staatliche als auch private Gelder erfolgt, müssen Sponsoren für eine langfristige Unterstützung gewonnen werden; auch müssten die Eltern einen Beitrag in Höhe von 100 Euro im Monat für den Schulbesuch ihrer Kinder zahlen – der Umfrage zufolge sind die meisten von ihnen dazu bereit. Mit der Ausarbeitung des Unterrichtskonzeptes ist bereits ein Initiativkreis betraut, dem über einhundert Fachleute aus Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Kirche, engagierte Lehrkräfte und Eltern angehören. Mehr Infos zur Zukunftsschule gibt’s im Internet auf der Seite www.schulreferat-essen.de.   

     

    Stichwort II: Kreissynode
    Das Wort Synode stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Zusammenkunft“, „gemeinsamer Weg“. In der Geschichte des frühen Christentums wurden die Wörter „Konzil“ und „Synode“ oft synonym benutzt. Im wörtlichen Sinne ist die Kreissynode eine parlamentarische Tagung („Kirchenparlament“). Die Kreissynode leitet den Kirchenkreis. Sie ist insbesondere für Grundsatzentscheidungen über Zielsetzung, Planung und Durchführung der Arbeit im Kirchenkreis zuständig und trägt die Gesamtverantwortung. Die Kreissynode des Kirchenkreises Essen tritt zweimal im Jahr („Frühjahrssynode“ und „Herbstsynode“) zusammen. Zwischen diesen Tagungen leitet der gewählte Kreissynodalvorstand den Kirchenkreis. Die Kreissynode des Kirchenkreises Essen hat derzeit 161 Mitglieder. Diese setzen sich zusammen aus den Abgeordneten der 28 Kirchengemeinden, berufenen Inhabern kreiskirchlicher Pfarrstellen sowie vom Kreissynodalvorstand berufenen Mitgliedern, die verschiedene Arbeitsbereiche und Gruppierungen im kirchlichen Leben repräsentieren.
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    Fotostrecke

     

    Als Riesenpuzzle ist die Zukunftsschule am Freitagabend bereits entstanden - ihre reale Entsprechung könnte 2013 starten:

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Kreissynodalvorstand - und Plenum bei der Abstimmung:

     

     

     

    Auch bei der Vorstellung des geplanten Stadtkirchentags am 2. und 3. Juni 2012 wurden die Synodalen aktiv: Ein Scabble-Spiel lud dazu ein, das Wort "evangelisch" zu buchstabieren:

     

     

     

     

     

     

    Fotos: (c) ev. Pressestelle Essen .