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Kreissynode: Evangelische Zukunftsschule soll kommen!
Als großes Puzzle ist sie schon entstanden – und auch der tatsächlichen
Verwirklichung ist sie an diesem Abend einen wichtigen Schritt näher
gekommen: Die Essener Kreissynode hat am Freitag einen positiven
Grundsatzbeschluss zur geplanten Evangelischen Zukunftsschule gefasst. Nach
einer intensiven Diskussion stimmten die Delegierten aus den
Kirchengemeinden, Einrichtungen und Diensten des Kirchenkreises mit großer
Mehrheit für das Vorhaben, in Essen eine weiterführende, inklusive
Gesamtschule zu gründen. Weitere Themen der Kreissynode waren
Jahresberichte, die Haushaltsabschlüsse 2010, Nachwahlen zu kirchlichen
Gremien, die anstehende Kirchenkreiskonzeption, Informationen und Anträge.
Eine Fotostrecke finden Sie ganz unten auf dieser Seite.
Inklusive Gesamtschule könnte im Schuljahr 2013
starten
„Wir freuen uns, dass wir dem Ziel, die Bildungslandschaft in Essen durch
ein profiliertes evangelisches Schulangebot aktiv und verantwortlich mit zu
gestalten, heute einen entscheidenden Schritt näher gekommen sind“, erklärte
Assessor Helmut Keus, der das Projekt gemeinsam mit dem Schulreferat des
Kirchenkreises koordiniert. Bevor im Herbst der formelle Genehmigungsantrag
an die Bezirksregierung auf den Weg gebracht werden kann, muss nun
allerdings noch ein geeigneter Standort gesucht und ein detaillierter
Finanzplan aufgestellt werden.
Aufgrund des eindeutigen Votums – 115 Synodale stimmten für die Schule,
sieben dagegen und sieben enthielten sich – kann der Kirchenkreis nun jedoch
umgehend mit der Stadt Essen oder anderen Eigentümern geeigneter Immobilien
konkrete Verhandlungen aufnehmen. Denkbar ist die Übernahme eines Gebäudes,
das schon als Schule genutzt wurde und nun leer steht; aber auch die
Anmietung eines Neubaus, der eigens für diesen Zweck durch einen Investor
errichtet wird, kommt in Betracht. Auch für die Gewinnung von Sponsoren ist
die am Freitagabend gefasste „verbindliche Absichtserklärung“ von großer
Bedeutung; potenzielle Förderer der Zukunftsschule hatten die Zusage einer
finanziellen Unterstützung davon abhängig gemacht. Für die juristische und
wirtschaftliche Begleitung und Absicherung der Schulgründung durch externe
Berater hat der Kirchenkreis eine Summe in Höhe von maximal 50.000 Euro
bereitgestellt.
Weitere Verhandlungen der Kreissynode
Am zweiten Tag standen Jahresberichte, die Haushaltsabschlüsse 2010,
Nachwahlen in kirchliche Gremien, Anträge und Informationen auf der
Tagesordnung. Zu Beginn seines Berichtes zog Superintendent Irmenfried Mundt
eine positive Bilanz der kirchlichen Beteiligung am Programm der
Kulturhauptsstadt RUHR.2010; neben vielen kulturellen Aktivitäten und
Gottesdiensten sei vor allem auch das Ökumenische Partnerschaftstreffen mit
Gästen aus aller Welt ein besonderer Höhepunkt gewesen. Dann richtete er den
Blick in die Zukunft und damit insbesondere auf anstehende
Herausforderungen: Sowohl die Reform der Gemeindeverwaltungen als auch die
Personalentwicklung, vielfach auch im Bereich der Pfarrstellen, werden
wichtige Themen der nächsten Jahre sein und sollen in die geplante
Kirchenkreiskonzeption mit einfließen. Dabei werde es, so der
Superintendent, mehr denn je darauf ankommen, die Stärken der einzelnen
Gemeinden im Hinblick auf Kooperationen und eine übergreifende, regionale
Zusammenarbeit nutzbar zu machen.
Dafür, dass dieser Prozess mit der nötigen Zeit, Sensibilität und Sorgfalt
in Angriff genommen werden kann, sorgt die zurzeit stabile finanzielle Lage
des Kirchenkreises. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in
Deutschland konnte der Haushalt 2010 der Kirchensteuerverteilungsstelle mit
einem Jahreskassenbestand von insgesamt 3.362.703 Euro abgeschlossen werden.
Entsprechend langjährig festgelegter Prozentsätze erhalten die
Kirchengemeinden aus diesem Betrag 2.587.936 Euro (76,96 Prozent), das
entspricht einem Zuweisungsbetrag in Höhe von 8,31 Euro je Gemeindeglied.
Auf den Kirchenkreis entfallen 774.767 Euro (23,04 Prozent). Der wesentliche
Teil dieser Summen soll zur Tilgung von Schulden und zur Auffüllung von
Rücklagen verwendet werden. Auch für die nächsten zwei Jahre wagte die
Leiterin der Finanzverwaltung, Regina Voldrich, hinsichtlich der zu
erwartenden Kirchensteuereinnahmen einen „vorsichtig optimistischen
Ausblick“; mit einem deutlichen Einbruch sei zumindest kurzfristig eher
nicht zu rechnen.
Weitere Themen waren der geplante Stadtkirchentag am 2. und 3. Juni 2012,
die geplante Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens zum 1. Januar
2014 und ein Bericht über die Arbeit der Sozialdiakonischen Stiftung des
Kirchenkreises, die beispielhafte gemeinsame Projekte von Kirche und
Diakonie durch Zuschüsse und Förderpreise unterstützt. Die letzte
Entscheidung betraf geplante Strukturveränderungen, die die Evangelische
Kirche im Rheinland in den Bereichen Personalentwicklung und Verwaltung
einleiten will: Mehrheitlich beschloss die Kreissynode, auf der nächsten
Landessynode einen intensiven Beratungs- und Diskussionsprozess unter
stärkerer Beteiligung der Kirchengemeinden („Proponendum“) zu beantragen.
Stichwort I: Evangelische Zukunftsschule Essen
Die „Evangelische Zukunftsschule Essen“ soll im Schuljahr 2013/2014
vierzügig mit dem 5. Jahrgang beginnen und danach Schuljahr um Schuljahr
weiter aufgebaut werden. Ausgangspunkt für das Vorhaben waren fünfzehn
„Thesen für Bildung und Erziehung“, die der Kirchenkreis im Jahr 2003 auf
einer Sondersynode verabschiedet hatte; die konkrete Absicht einer
Schulgründung wurde erstmals im Frühjahr 2009 öffentlich gemacht. Geplant
ist laut Beschluss der Kreissynode „die Gründung einer Ersatzschule in
privater Trägerschaft, in der Form einer Inklusiven Gesamtschule der
Sekundarstufen I und II, mit den besonderen Förderschwerpunkten emotionale
und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische
Entwicklung sowie Lernen und Sprache.“ Entsprechend der UN-Konvention über
die Rechte von Menschen mit Behinderung sollen Kinder mit und ohne
Behinderungen in allen Klassen gemeinsam unterrichtet werden und dadurch
mit- und voneinander lernen. Religion, Philosophie und die kritische
Auseinandersetzung mit verschiedenen Weltdeutungen sollen wesentliche
Lerninhalte sein; außerdem wird die Schule über ein ausgeprägtes
musisch-kreatives Profil verfügen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge,
die der Kirchenkreis im Herbst letzten Jahres bei einem unabhängigen
wissenschaftlichen Institut in Auftrag gegeben hatte, stößt das Vorhaben in
Essen bei den evangelischen Eltern derzeitiger Grundschulkinder auf große
Zustimmung. Da die Finanzierung sowohl durch staatliche als auch private
Gelder erfolgt, müssen Sponsoren für eine langfristige Unterstützung
gewonnen werden; auch müssten die Eltern einen Beitrag in Höhe von 100 Euro
im Monat für den Schulbesuch ihrer Kinder zahlen – der Umfrage zufolge sind
die meisten von ihnen dazu bereit. Mit der Ausarbeitung des
Unterrichtskonzeptes ist bereits ein Initiativkreis betraut, dem über
einhundert Fachleute aus Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Kirche,
engagierte Lehrkräfte und Eltern angehören. Mehr Infos zur Zukunftsschule
gibt’s im Internet auf der Seite
www.schulreferat-essen.de.
Stichwort II: Kreissynode
Das Wort Synode stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Zusammenkunft“,
„gemeinsamer Weg“. In der Geschichte des frühen Christentums wurden die
Wörter „Konzil“ und „Synode“ oft synonym benutzt. Im wörtlichen Sinne ist
die Kreissynode eine parlamentarische Tagung („Kirchenparlament“). Die
Kreissynode leitet den Kirchenkreis. Sie ist insbesondere für
Grundsatzentscheidungen über Zielsetzung, Planung und Durchführung der
Arbeit im Kirchenkreis zuständig und trägt die Gesamtverantwortung. Die
Kreissynode des Kirchenkreises Essen tritt zweimal im Jahr
(„Frühjahrssynode“ und „Herbstsynode“) zusammen. Zwischen diesen Tagungen
leitet der gewählte Kreissynodalvorstand den Kirchenkreis. Die Kreissynode
des Kirchenkreises Essen hat derzeit 161 Mitglieder. Diese setzen sich
zusammen aus den Abgeordneten der 28 Kirchengemeinden, berufenen Inhabern
kreiskirchlicher Pfarrstellen sowie vom Kreissynodalvorstand berufenen
Mitgliedern, die verschiedene Arbeitsbereiche und Gruppierungen im
kirchlichen Leben repräsentieren.
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Fotostrecke
Als Riesenpuzzle ist die Zukunftsschule am Freitagabend bereits entstanden -
ihre reale Entsprechung könnte 2013 starten:






Kreissynodalvorstand - und Plenum bei der Abstimmung:


Auch bei der Vorstellung des geplanten Stadtkirchentags am 2. und 3. Juni
2012 wurden die Synodalen aktiv: Ein Scabble-Spiel lud dazu ein, das Wort
"evangelisch" zu buchstabieren:





Fotos: (c) ev. Pressestelle Essen . |
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