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| 1.4. |
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In der Sozialen Servicestelle wird mit Rat und Tag geholfen
Als ich um halb neun das Haus der Evangelischen Kirche betrete, wartet Frau M. wartet bereits auf mich. Frau M. ist hoch schwanger und wurde von ihrem Mann verlassen. Nun hat sie eine eigene Wohnung bezogen, die allerdings unmöbliert ist. In ein paar Tagen ist der Geburtstermin – und sie besitzt weder Bett noch Küche. „Wie soll ich nur eine gute Mutter sein?“, fragt sie verzweifelt. „Ich kann meinem Kind nicht einmal eine warme Milch machen.“ Ich setze mich sofort mit der Evangelischen Beratungsstelle in Verbindung. Die Kollegen werden ihr helfen, eine einmalige Pauschale für Schwangere beim Jobcenter zu beantragen. Ich kümmere mich gemeinsam mit der Möbelbörse des Diakoniewerks darum, dass ihre Wohnung möbliert wird. Mit der Gewissheit, dass sie mit ihren Problemen nicht allein gelassen wird, verlässt die Frau um zehn Uhr mein Büro.
Dann schellt das Telefon: Pfarrer P. sucht einen Rat. Einer der ehrenamtlich Mitarbeitenden in seiner Gemeinde hat wahrscheinlich Alkoholprobleme. Einige Gemeindemitglieder haben bereits versucht zu helfen und auch der Pfarrer hatte schon viele seelsorgerliche Gespräche mit dem Mann, aber nichts hat sich geändert. Ich erkläre ihm, welche Hilfsangebote das Diakoniewerk macht und stelle den Kontakt zu den Kollegen der Suchtberatung her.
Gegen Mittag betreten Herr W. und Herr N. mein Büro. Herr N. wurde vor einem Jahr von seiner Frau verlassen und ist in ein tiefes persönliches Loch gefallen. Er verlor seinen Job und meidet seitdem fast alle sozialen Kontakte. Seine Wohnung droht zu verwahrlosen; jetzt kommt noch eine Räumungsklage hinzu. Herr W., ein früherer Arbeitskollege, scheint der einzige Mensch zu sein, der ihn noch im Blick hat. Es stellt sich heraus, dass Herr N. möglicherweise auch an einer psychischen Störung leidet. Zum Glück gibt es innerhalb des Diakoniewerks Essen das Haus Wendelinstraße, in dem psychisch erkrankte Menschen Zuflucht und Hilfe finden können. Ich vereinbare einen Termin, an dem sich Herr N. dort vorstellen kann. Auch Herr W. ist erleichtert, weil er seine Sorgen und die Verantwortung für Herrn N. nun teilen kann.
Um halb zwei schließe ich die Pforten der Sozialen Servicestelle. Ich bin froh, dass ich den Menschen heute weiterhelfen konnte. Die Mischung aus sozialer und kirchlicher Arbeit ist genau das Richtige für mich – es passt ideal zu den Fächern der Sozial- und Gemeindepädagogik, die ich studiert habe. Bereits in jungen Jahren habe ich während meines ehrenamtlichen Engagements in der Evangelischen Jugend Weigle Haus e.V. erfahren, wie Kirche und Diakonie Menschen in Not helfen können. Dass es im Haus der Kirche eine professionelle soziale Anlaufstelle gibt, ist ein Segen für die Stadt, finde ich.
Sprechstunden:
Dienstags und mittwochs von 8.30 bis 13.30 Uhr und donnerstags von 8.30 bis
15 Uhr; Einzeltermine für Berufstätige nach Vereinbarung. Informationen und Kontakt: Diakoniewerk Essen, Soziale Servicestelle im Haus der Evangelischen Kirche, III. Hagen 39, 45127 Essen. Telefon 0201 / 22 05-160; Fax 0201 / 22 05-161.
Internet:
www.soziale-servicestelle.de. Foto: Diakoniewerk Essen. |
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