Ehrenamt
Sie leiten Gruppen, tragen Gemeindebriefe aus, sind in Gremien und
Ausschüssen aktiv, begleiten Freizeit- und Erholungsmaßnahmen,
helfen bei Festen und Veranstaltungen: Was wären die Evangelische
Kirche und Diakonie in Essen ohne ihre ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter? Sie sind neben den beruflich für die Kirche Tätigen
die zweite tragende und unverzichtbare Säule, auf der ihre Arbeit
ruht.
Eine
vorsichtige Schätzung geht davon aus, das sich 6.000 Menschen
ehrenamtlich für die Evangelische Kirche in Essen engagieren – bei
etwa 3.800 beruflich Tätigen. Gemeinsam erfüllen sie die Kirche mit
Leben. Sie unterstützen sich gegenseitig, arbeiten partnerschaftlich
zusammen. Einer kommt ohne den anderen nicht aus. Mitgestalten,
Mittragen und gleichzeitig Getragenwerden – das macht die Kirche
für Ehrenamtliche so attraktiv!
Das
Ehrenamt wandelt sich
Das Ehrenamt hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Neue Formen
ehrenamtlichen Engagements sind neben die traditionellen getreten.
Früher erfolgte der Einstieg vor allem über Pfarrerinnen und
Pfarrer, langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder engagierte
Familienmitglieder – heute geht ihm oft ein längerer und sehr
bewusster Entscheidungsprozess voraus. War der Einstieg einmal
erfolgt, hielt das Engagement früher viele Jahre oder sogar
lebenslang an – heute ist ehrenamtliche Mitarbeit meistens zeitlich
begrenzt oder an besondere Projekte gebunden. Bestanden früher nur
wenig Möglichkeiten der Mitsprache und der Mitgestaltung, bestimmen
Ehrenamtliche die Arbeitsinhalte und -abläufe heute häufig selbst
mit und erfahren eine qualifizierte Aus- und Fortbildung, zum Beispiel
durch Supervision. Und während früher der Sinn des ehrenamtlichen
Handelns tendenziell vor allem in der Verbundenheit mit anderen,
gleichgesinnten Menschen und im Dienst für die Gemeinschaft gesehen
wurde, sind die Erfahrung von Solidarität, Selbstentfaltung und die
Verwirklichung eigener Ideen heute wichtige gleichberechtigte Ziele
des Engagements.
Ehrenamts-Koordinatorinnen
und -Koordinatoren
Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen beteiligt sich der
Evangelische Stadtkirchenverband Essen an der „Planungswerkstatt
Ehrenamts-Koordinatorinnen und -Koordinatoren“ der Diakonischen
Werke der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen
Kirche von Westfalen. Schwerpunkte dieses Pilotprojekts sind neue
Strategien zur Gewinnung ehrenamtlicher Kräfte und die Erschließung
neuer Aufgabenfelder. Die Bedeutung und Form, die das Ehrenamt
gewonnen hat, findet schon heute in der Evangelischen Kirche einen
vielfältigen Ausdruck. So geht beispielsweise dem Engagement bei der
Telefonseelsorge, den Grünen Damen und Herren oder den Hospizdiensten
eine Zeit der intensiven fachlichen Ausbildung voraus;
berufsbegleitende Fortbildungen oder Supervision sind
selbstverständlich. Kirchengemeinden versuchen, ehrenamtliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für bestimmte Projekte und Vorhaben
zu gewinnen oder veranstalten ein Fest als Dankeschön für die
geleistete Mitarbeit.
Das
Bürgerjahr
Eine ganz neue Form des ehrenamtlichen Engagements hat das
Behindertenreferat des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Essen 1996
mit dem „Bürgerjahr“ initiiert und seitdem ständig weiter
entwickelt. Das Bürgerjahr ist ein „Freiwilliges Soziales
Aufbaujahr“, das auf Ehrenamt und Freiwilligem Sozialen Jahr sowie
Zivildienst aufbaut, und zugleich ein „Arbeitseinstiegsjahr“, das
sich mit Berufsorientierung, Ausbildungen und Qualifizierungen, mit
Projektinitiativen und neuen Arbeitsentwicklungen verbindet. Als
Freiwilliges Soziales Aufbaujahr wird es mit einer existenzsichernden
und sozialversicherungspflichtigen Pauschale in Höhe von mindestens
1.800 DM (brutto) pro Monat vergütet, als Arbeitseinstiegsjahr
erschließt es eine erste Stufe tariflicher Bezahlung. Mit der
Kombination von beidem – Freiwilligkeit und Grundsicherung – ist
das Bürgerjahr etwas Neues und Zukunftsweisendes: ein Beitrag zur
Entwicklung des so genannten Dritten Sektors. Indem das Bürgerjahr
arbeitsuchenden Menschen mit geeigneter Vorerfahrung ein Jahr lang
(oder auch länger) eine sinnvolle Tätigkeit im Dienste des
Gemeinwohls ermöglicht, verbindet es das Integrations- interesse von
Arbeitslosen mit dem Integrationsinteresse von Menschen mit
Behinderung. Somit ist es auch ein wesentlicher Baustein der Aktion
Menschenstadt (Initiative des Behindertenreferates).
Bürgerjahr-Praxisfelder, in denen in Zusammenarbeit mit behinderten
Menschen Arbeit und Freizeit gestaltet werden, sind
schwerpunktmäßig:
- Integrative
Arbeitsprojekte: zwei Nachbarschafts-Cafés bzw. kulturelle
Stadtteilzentren
- Integrationsförderdienste
für Kinder/Jugendliche/Erwachsene mit Behinderung in Familien, in
Kindergärten und Schulen und im Freizeitbereich;
- Arbeitsassistenzdienste
Ehrenamtliche
Betreuerinnen und Betreuer engagieren sich
Ein weiteres Beispiel für eine sinnvolle ehrenamtliche
Betätigung ist die Arbeit der ehrenamtlichen Betreuerinnen und
Betreuer beim Diakoniewerk Essen. Ihre Aufgabe liegt darin, Menschen
zu unterstützen, die aufgrund vielfältiger Umstände – zum
Beispiel einer psychischen Erkrankung, einer geistigen Behinderung
oder altersbedingten Verwirrtheit – nicht in der Lage sind, ihre
persönlichen Angelegenheiten selbständig zu erledigen. Ob eine
Betreuerin oder ein Betreuer Vermögensfragen regelt oder
Verantwortung für die Personensorge mit Gesundheit, Wohnung und
Lebensgestaltung übernimmt, entscheidet das Vormundschaftsgericht.
Immer aber steht der Mensch im Mittelpunkt: Der Aufbau einer
möglichst intensiven persönlichen Beziehung zu den Menschen, die
betreut werden, spielt im Betreuungsverhältnis eine große Rolle.
Predigthelferinnen
und –helfer
Das Amt der Predigthelferin bzw. des Predigthelfers gibt es in der
Rheinischen Landeskirche seit 1935. Ursprünglich eine Antwort auf den
Umstand, dass ein geordneter Predigtdienst in der Zeit des
Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs in vielen
Kirchengemeinden – insbesondere denen der Bekennenden Kirche –
nicht mehr möglich war, erkannte man in späteren Jahren den Wert
dieses Amts für die Gemeinde: Durch ihren anders gearteten
Wirklichkeitsbezug bedeutet die eigenständige Wortverkündigung durch
Laien für die Gemeinde eine wichtige Erweiterung und Aktualisierung
des Predigtgeschehens. Die Sprache der Predigt kann dadurch reicher
und konkreter werden und ein lebendiges Verstehen des Evangeliums ist
besonders leicht möglich. Predigthelferinnen und -helfer sind
Menschen aus verschiedenen Berufen, die ehrenamtlich überwiegend in
ihrer eigenen Gemeinde Gottesdienste halten und predigen. Nach einer
etwa zweijährigen Vorbereitungszeit werden sie als Predigerinnen und
Prediger ordiniert und mit der Verwaltung der Sakramente beauftragt.
Was
Sie tun können:
Kaum eine Institution bietet Ihnen so viele attraktive Möglichkeiten,
sich ehrenamtlich zu engagieren, wie die Evangelische Kirche in Essen!
Dieser Führer informiert Sie über viele Arbeitsbereiche, in denen
sich eine Mitarbeit lohnt.
Wo
Sie Informationen erhalten:
- Bei
Ihrer Kirchengemeinde
- Beim
Ehrenamts-Koordinator des Evangelischen Stadtkirchenverbandes
Essen:
Haus der Kirche
III. Hagen 39
45127 Essen
Telefon 02 01/22 05-244
Telefax 02 01/22 05-266
- Bürgerjahr:
Beim Behindertenreferat des
Evangelischen Stadtkirchenverbandes Essen:
Haus der Kirche
III. Hagen 39
45127 Essen
Telefon 02 01/22 05-122
Telefax 02 01/22 05-259
Email
behindertenreferat@evkirche-essen.de
- Ehrenamtliche
Betreuung:
Beim Diakoniewerk Essen:
Bergerhauser Straße 17
45136 Essen
Telefon 02 01/26 64-0
Telefax 02 01/26 64-199
www.diakoniewerk-essen.de
- Die
Stadt Essen unterstützt Bürgerinnen und Bürger, die sich
ehrenamtlich bzw. bürgerschaftlich engagieren wollen! Informationen
finden Sie im Internet unter
www.essen.de/buergerengagement
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