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- Ein Projekt der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr2010 -

StadtKirchenPassage A40

Was für Gott gilt, gilt für Kultur schon lange, auch sie wohnt nicht in Tempeln. "Kulturtempel" oder was man dafür hält, gibt es keine. Das erklärte ein Passant vor knapp 2000 in jener Tempelstadt, die später zur ersten Kulturhauptstadt Europas wurde: "Weil wir alle von Gott gemacht sind", sagte Paulus in Athen, "kann niemand behaupten, das Göttliche gleiche den Bildern, durch menschliche Kunst gemacht."

Deshalb, weil sie menschlich sind und nicht von Gott, sind Kunst und Gedanken frei. Und weil Kirchen keine Tempel sind für Gott, sondern Räume für die Menschen, sind sie Spielräume der Freiheit. Da sagen die einen, Gott höre am liebsten Mozart, andere tippen auf die Stones, wieder andere meinen, Gott sei ein DJ, Urgrund des Seins oder tot. KIRCHE DER KULTUREN ist dazu da, dies alles zu hö-ren alswie mit Gottes Ohren. Sie ist öffentlicher Raum.

Sie fragt nach Gott, dem Anderen und antwortet, indem sie andere fragt. Indem sie sich selber im Anderen hört und sieht und sucht  -  "suchet der Stadt Bestes". Das Beste ist, die Vielfalt der Stadt zu hören und zu sehen.

 

KIRCHE DER KULTUREN ist Spielraum für die Schönheit des Plurals:

ST. PETRI DORTMUND macht Spiritualität erlebbar: Ihr heller und freundlicher Raum umschließt die Ruhe und den Atem der Stille, er lädt ein zu Begegnungen und Gesprächen und weitet sich zu einer Erfahrung des Suchens und Findens: Hier, in der Mitte der Stadt, entsteht ein begehbares Labyrinth, Ursymbol der Menschheit für den Weg zu sich selbst.


CHRISTUSKIRCHE BOCHUM erinnert an das Dunkle der Region, an das, was wir getan und Europa angetan haben. Weil sich Kultur, die Motor eines Wandels sei, nicht ohne Grauen denken lässt. Das Jahr beginnt mit der Erinnerung, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, und ende mit der Einweihung des Platz des europäischen Versprechens: Europa, sagt Jochen Gerz, werde "Bauplatz unserer Vorstellungen".


BLECKKIRCHE GELSENKIRCHEN inszeniert einen interreligiösen und interkulturellen "Dialog der Erscheinungen".Synagoge – Kirche – Moschee: Neben der ältesten Kirche der Stadt entstehen temporäre, aber begeh- und bespielbare Räume. Eine Einladung, die Bekenntnisse zu durchwandern und sie in Musik, Kunst und Architektur zu erleben.


MARKTKIRCHE ESSEN zeigt Bilder des Menschen: Die Ausstellungsfolge "Dem Antlitz zugewandt" sucht das Gesicht hinter den Bildern, das unbekannte, das uns ähnelt. Gegliedert nach den zentralen Aspekten des Kirchenjahres werden vornehmlich die Werke bekannter Künstler/Innen und Werk-stätten aus Essen gezeigt.


SALVATORKIRCHE DUISBURG lädt dazu ein, dahin zurück zu gehen, wo das Ruhrgebiet seine Sprache gefunden hat. "Ich habe eine schwere Sprache und eine schwere Zunge", sagte schon Mose von sich, und Gott fragte zurück: "Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen?" Der eigentümlichen Sprache des Ruhrgebiets gibt "Literatur & Gottesdienst" einen eigenen Raum.

So, übers Jahr hinweg, eröffnen sich protestantische Perspektiven die A40 entlang, den Himmelsrichtungen der Ruhrstadt. Und dabei gilt, was für alle Kultur gilt und alle "Kulturtempel", dass jeder Blick, der sich weitet, vor die eine Frage stellt: "Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können Dich, Gott, nicht fassen – wie sollte dieses Haus es tun?"

Das Programm unter KIRCHE-DER-KULTUREN.de

 

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