

Kunstaktion im Rahmen der Kulturhauptstädte Europas 2010
Ruhr.2010 - Pécs.2010 - Istanbul.2010
vom 3. Mai bis zum 31. Mai 2010
Schirmherrschaft NRW-Landtagspräsidentin
Regina van Dinther



Abraham-Karawane Engel der Kulturen
Am 3. Mai 2010 wird die Abraham-Karawane mit dem Kunstprojekt Engel der Kulturen von Essen Ruhr.2010 aus über Pécs als motorisierte Karawane durch den osteuropäischen Raum bis nach Istanbul reisen, um mit diesem Symbol der Toleranz und Verständigung die Kulturhauptstädte Europas 2010 zu verbinden. Der Weg der Karawane und die Stationen sind im Mittelteil dieser Broschüre abgebildet. Die erste Station wird Augsburg sein, die Friedensstadt, weil der Augsburger Religionsfrieden von 1555 ein Wegweiser war für die Toleranz zwischen unterschiedlichen Konfessionen.
Was ist Engel der Kulturen?
Engel der Kulturen ist ein Kunstprojekt der bildenden Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich. Das Projekt übersetzt den von verschiedenen Gruppen der Gesellschaft und Religionsgemeinschaften geführten Dialog in ein klares Bild der Toleranz und regt zum gemeinschaftlichen Handeln an. Dieses Bild, in dessen Innerem sich unbeabsichtigt die Gestalt des Engels ergeben hat, wird nun in Form verschiedener Kunstaktionen in die Öffentlichkeit gebracht.
Welches Ziel hat das Kunstprojekt?
Es soll bildhaft, anschaulich und begreifbar darstellen, dass niemand und keine Gruppe aus dem Kreis herauszulösen ist, ohne dass die gemeinsame Zukunft nachhaltig beschädigt wird, und setzt damit auch ein klares Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Es wird immer wichtiger, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Diesen bereits in Gang gesetzten Prozess will das Kunstprojekt Engel der Kulturen unterstützen und auch in einer klaren Symbolik das angestrebte Ideal deutlich zum Ausdruck bringen.



1. Erzeugen des temporären Sandbildes
Dazu wird die Skulptur des Engels der Kulturen auf die Seite gelegt, das Innere mit weißem Quarzsplitt gefüllt und anschließend die Skulptur mit Hilfe von Schwerlast-Magneten wieder aufgestellt.
Am 9. November 2008, dem 70. Jahrestag der Reichspogromnacht, haben die Künstler in Köln symbolisch Dom, Synagoge und Moschee miteinander verbunden, indem sie die rollende Stahlskulptur des Engels der Kulturen von einem Gotteshaus zum anderen bewegt und vor jedem ein Sandbild der innenliegenden Figur erzeugt haben.
Der Sand dieser Bilder wurde zusammengefügt, bei weiteren Aktionen
dieser Art wird immer auch etwas von diesem Sand verwendet. Im Oktober 2008 wurde das Projekt auf dem Abrahamsfest in Marl vorgestellt.
Im Mai 2009 wurde der Engel der Kulturen zu Fuß und per Hand von Köln nach Essen bewegt und machte auf diesem Weg an zahlreichen Orten Station, wobei unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit jeweils Sandabdrücke entstanden.




2. Installation der dauerhaften Bodenintarsie
Hier wird der Engel der Kulturen in Form des Rings aus Stahl, blau eingefärbtem Spezialbeton und einem Rahmen aus Aluminium in den Boden eingelassen. Dieses nachhaltige Zeichen wird an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen
gesetzt.
In Deutschland, besonders im Rahmen der Ruhr.2010, geschieht dies in einem Weiterreichungsprozess, an dem sich die Anwesenden beteiligen können, indem sie mit den Künstlern gemeinsam mit dem Schneidbrenner das Zeichen für den nächsten Ort ausbrennen.
Diese Kunstaktion ist bereits mehrmals, hauptsächlich an UNESCO-Schulen im Ruhrgebiet, realisiert worden.
Siehe auch: www.engel-der-kulturen.de
Die beim Ausbrennen jeweils herausfallenden inneren Engel werden aufeinander geschichtet und so nach und nach zur sogenannten Abraham-Säule anwachsen, die vorzugsweise einmal in Jerusalem zur Aufstellung kommen soll.
In fast allen Städten auf dem Weg der Abraham-Karawane soll sowohl die Aktion Sandbild als auch die nachhaltige Kunstaktion Verlegung der Bodenintarsie durchgeführt werden. Bei kürzerem Aufenthalt werden sich die Aktivitäten auf temporäre Sandbilder des Engels der Kulturen mit der rollenden Skulptur - möglichst vor Gotteshäusern der verschiedenen Religionen - beschränken.



Abraham ist zu einer Symbolfigur für Respekt, Verständigung und Miteinander von Juden, Christen und Muslimen an vielen Orten in Europa und den anderen Kontinenten geworden. Mit der Abraham-Karawane werden Menschen aller Generationen, Kulturen, Religionen, Milieus erreicht und selbst - so hoffen wir - aktiv. Es werden vielfältige Verbindungen hergestellt und dabei die Botschaft des Engels der Kulturen weitergereicht:
Es soll eine Spur des Friedens gelegt werden und dieses Zeichen gesetzt werden auch in den Ländern, in denen sich noch vor wenigen Jahren Angehörige der verschiedenen Religionszugehörigkeiten und Volksgruppen in gewalttätiger Auseinandersetzung befanden.
Es ist das Ziel dieser grenzüberschreitenden Kunstaktion, die Menschen in ihrem Bewusstsein von Zusammengehörigkeit und gemeinsamem Handeln zu bestärken.
Erläuterung zum Begriff „Kunstprojekt“:
Bei Engel der Kulturen handelt es sich um eine breit angelegte soziale Skulptur, die – im Sinne des erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys – verändernd in die Gesellschaft einwirkt und jeden, der sich daran beteiligt, selbst zur Künstlerin und zum Künstler werden lässt.

Mit großer Freude, Spannung und Erwartung fiebern wir in Nordrhein-Westfalen dem Ereignis „Kulturhauptstadt Europa Ruhr.2010“ entgegen. Auch in Pécs und Istanbul, den beiden weiteren Kulturhauptstätten Europas, wird das so sein.
Da der Gedanke des vereinten Europas aber nicht drei Einzelereignisse ohne Beziehung zueinander zulässt, wurde die großartige Idee entwickelt, Ruhr.2010, Pécs.2010 und Istanbul.2010 miteinander zu verbinden, und zwar mit der „Abraham-Karawane Engel der Kulturen“.
„Engel der Kulturen“ - welch ein wunderbarer Name für ein Kunstprojekt, das kultur- und religionsübergreifend für Toleranz und Verständigung wirbt und zum gemeinschaftlichen Handeln mit konkreten Schritten und Symbolen anregt.
Deshalb habe ich mit Freude die Schirmherrschaft für dieses Kunstprojekt übernommen.
Regina van Dinther

Es ist ein ganz besonderes Ereignis, dass in diesem Jahr drei Städte in Europa zur gleichen Zeit den Titel „Kulturhauptstadt“ tragen. Das sind die Städte Essen für das Ruhrgebiet, Pécs in Ungarn und Istanbul in der Türkei.
Ich freue mich, dass mit der Kunstaktion „Abraham Karawane – Engel der Kulturen“ diese drei Städte miteinander verbunden werden. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Europa in einer kulturellen Vielfalt lebt und der ständige und gelebte Dialog die Grundlagen für das Zusammenleben in Frieden sind.
Ich wünsche dem Kunstprojekt „Abraham Karawane – Engel der Kulturen“ viel Erfolg auf der Reise und dass es dazu beiträgt, in den unterschiedlichen Ländern und Städten das Verständnis der Menschen füreinander zu vertiefen.
Präses Nikolaus Schneider
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Entwurf des Zeichens und Projektidee:
Atelier Gregor Merten und Carmen Dietrich
www.engel-der-kulturen.de
Flyer @ engel-der-kulturen.de
Abraham-Karawane Engel der Kulturen Deutsch.pdf
Abraham-Caravan Angel of Culture Englisch.pdf
Hz. Đbrahim Kervanı Kültürler Meleği Tuerkisch.pdf
Karavani - Ibrahim „Engjulli i Kulturave“ Albanisch.pdf
Organisatoren und Beteiligte der Abraham-Karawane:
Atelier Gregor Merten und Carmen Dietrich, Kamal Darwich, Hartmut Dreier, Agnes Eroglu, Tamara Frankenberger, Gunter und Lisa Graf,, Rudi Löffelsend, Willi Overbeck