
Europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 und Evangelische Kirche - Rückblick.pdf

Herzlich willkommen beim Rückblick auf "evangelisch2010", dem Auftritt der Evangelischen Kirche bei der Kulturhauptstadt Europas RUHR 2010
Alle Ideen, Projekte und Aussagen, die Sie auf diesen Seiten finden, dürfen weiterentwickelt und als Anstoß genommen werden, selber etwas zu entwerfen und mit anderen zu gestalten.
Kultur ist der Spielraum der Freiheit. Sie lebt von Begegnung - Inspiration - und Beteiligung.
Machen Sie etwas draus,
Ihre Andreas Isenburg und Andreas Volke




Kulturhaupstadt - Die Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet ist zu Ende. Auch die Kirchen haben sich mit vielen Aktionen beteiligt. Sie haben sich als wichtige Kulturträger erwiesen.
Von Bettina von Clausewitz
Tradition und Moderne, alte Schätze und gewagte Experimente:
Im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 präsentierten sich die Kirchen im Ruhrgebiet ausgiebig mit beidem. Beispiel Reformationsfest Ende Oktober: Den Auftakt bildete eine Komposition für neun chromglänzende Harley-Davidson-Motorräder mit Trompete und Synthesizer auf dem Vorplatz der Essener Philharmonie. Ein akustisches Spektakel mit unterschiedlicher Resonanz. "Nichts als Krach und Luftverschmutzung", sagten naserümpfend die einen. "Klasse! Musik von der Straße, so wie Luthers Lieder ja auch auf der Straße gesungen wurden", sagten begeistert die anderen.
Beim Hauptprogramm im Konzertsaal ging es dann mit Kirchenmusik aus fünf Jahrhunderten weiter, einer der Höhepunkte des evangelischen Kulturhauptstadt-Programms. "Wir wollten im Jahr 2010 mit profilierten Beiträgen dabei sein und im Jahr 2011 besser dastehen als vorher", sagt der Geschäftsführer des Evangelischen Kulturbüros, Andreas Volke. "Das ist uns gelungen."
weiterlesen: Bettina von Clausewitz auf www.evangelisch.de





War es richtig, sich als Kirche bei der Kulturhauptstadt zu engagieren?
Eindeutig Ja! Die „Ruhr 2010“ hat eine Metropole erfunden, die es real nicht gab. Über den 53 Städten des Ruhrgebietes wurde eine virtuelle Gesellschaft erschaffen, zu der die Kirchen einzig über Projektvorschläge Zugang hatten.
Darum galt: Wer keine Themen besetzt und von sich aus nicht darum kämpft, öffentlich präsent zu sein, blieb draußen. Es war absolut richtig, dass wir Christen als ältester Kulturträger der Region unsere Kräfte gebündelt haben mit dem Ziel: 2010 profiliert dabei zu sein und - was uns sehr wichtig ist – 2011 nachhaltig einen Gewinn davon zu tragen.
Gibt es Dinge, die uns, der evangelischen Kirche, über dieses Kulturhauptstadtjahr hinaus bleiben?
Als erstes wäre das gestärkte Bewusstsein als Kulturträger zu nennen. Da haben wir angefangen von den Gemeinden über die Kirchenkreise bis zur überregionalen Zusammenarbeit der beiden Landeskirchen Fortschritte gemacht. Kirche versteht Kultur als „Spielraum der Freiheit“ (Bonhoeffer).
Wir grenzen uns damit von Interessen ab, die kulturelle Veranstaltungen vorrangig als Event und somit als Wirtschaftsfaktor verstehen, der sich irgendwann selbst finanziert.
Kultur ist ein Verständigungsprozess: Kommunikation und Inspiration führen zur Partizipation.
Heute blicken wir auf spannende Erfahrungen zurück, weil der Ansatz richtig war, „aus der Region, in der Region und für die Region“ zu arbeiten. Das hat starke Potentiale geweckt und Netzwerke hinterlassen, in denen über 2010 hinaus weiter gearbeitet werden kann.