In der rheinischen Kirche arbeiten Frauenbeauftragte in ihren Kirchenkreisen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten.
mehrFeministische Theologie strebt eine Kirche und Gesellschaft an, in der Frauenerfahrungen in ihrer Vielfalt genauso traditionsbildend und kulturschöpfend sind wie es Erfahrungen von Männern in den letzten Jahrhunderten waren.
Gender Mainstreaming
Gottesebenbildlichkeit des Menschen ist Grundlage gerechter Geschlechterverhältnisse: Gott hat den Menschen zu seinem Bilde geschaffen, "... zum Bilde Gottes schuf er ihn, männlich und weiblich schuf er sie." (Gen 1, 27). Darauf bezieht sich später Paulus, wenn er an die Galater schreibt: "... hier ist nicht männlich noch weiblich; denn ihr seid alle eins in Jesus Christus." (Gal 3, 28).
Die Gottesebenbildlichkeit ist Grundlage der Gleichstellungsarbeit des Frauenreferats – juristisch, theologisch, soziologisch. Sie sollte allerdings nicht so verstanden werden, als hebe sie Grundsätze wie Geschlechtlichkeit (Menschsein als Mann und Frau), Verschiedenheit (in Lebenslagen, Bedürfnissen, Erfahrungen von Frauen und Männern) sowie Gerechtigkeit (im Mann-Frau-Verhältnis) auf. Gender Mainstreaming, ein methodisches Instrument, Geschlechtergerechtigkeit zu fördern, zeigt auf: es gibt keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit und keine geschlechtsneutralen Entscheidungen. Deshalb werden geschlechtsspezifische Differenzen, Bedürfnisse oder auch Benachteiligungen zum Kriterium für die Qualität von Entscheidungen, Beschlüssen, Maßnahmen und Projekten. Ziel ist, die in Jesus Christus geglaubte Kirche als Gemeinde von Schwestern und Brüdern auf allen Ebenen unserer Kirche zu verwirklichen.
Gender Mainstreaming trägt dazu bei, evangelisches Profil einer missionarischen Kirche im Sinne KO 2,2 („Frauen und Männer haben entsprechend ihren Begabungen und Fähigkeiten gleichberechtigt Zugang zu Ämtern, Diensten und weiteren Aufgaben“) im Konzert der Ökumene zu schärfen.
Mit der Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens wird sich die Evangelische Kirche im Rheinland auf Anregung des Frauenreferates verstärkt mit dem Thema Gender-Budgeting befassen. Darunter versteht man die Kosten- und Nutzenanalyse eines Haushalts unter geschlechtsspezifischen Aspekten.
Das Frauenreferat hat eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen zu Gender Mainstreaming und Gender Budgeting erstellt, die kostenlos im Frauenreferat erhältlich ist, bzw. von dieser Seite heruntergeladen werden kann.
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