Duisburger Oberbürgermeister wirbt für christliche Stadtpolitik

Foto: Kirchenkreis Duisburg

Erste Kanzelrede zum Jubiläum "400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode"


Suchet der Stadt Bestes


„Wir sind so frei, der Stadt Bestes zu suchen“ war das selbstgewählte Motto des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland zu seiner Kanzelrede, die er am 6. Dezember in der Duisburger Salvatorkirche hielt. Die evangelische Kirche lud zu dieser Rede aus Anlass des Jubiläums „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ ein; fünf weitere Kanzelreden mit prominenten Rednern folgen im nächsten Jahr. Die Veranstaltungsreihe, die das Siegel eines Kulturhauptstadtprojektes der RUHR.2010 erhielt, nimmt den historischen Impuls der Kirche der Teilhabe und geteilten Verantwortung auf. „Mittelpunkt der Veranstaltung ist die Rede einer Person des öffentlichen Lebens in liturgischem Rahmen“, so Superintendent Armin Schneider zu Beginn der ersten Kanzelrede am vergangenen Sonntag. Das Motto „Wir sind so frei…“ ergänzt an jedem Termin der jeweilige Redner.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland bezog sich als erster Kanzelredner mit der gewählten Überschrift auf Verse aus dem Brief des Jeremia: „Suchet der Stadt Bestes […], und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl.“ Zwar sprach Sauerland den finanziell begrenzten Handlungsspielraum der Stadt Duisburg an, doch betonte er gleichermaßen, sich des Reichtums der Geschichte, des Standortfaktors, der Ideen und der Bürger Duisburgs bewusst zu werden. Um all diesen Reichtum zu stärken und sich erfolgreich auf die Suche nach dem Besten der Stadt zu begeben, benötige es einen  Kompass, und dieses Instrument sei für ihn der christliche Glaube: „Da fällt mir bei allem Nachdenken kein Kompass ein, der besser geeignet wäre als derjenige, der die Menschen seit gut zwei Jahrtausenden auf ihren Suchen begleitet. Nämlich der Maßstab unseres christlichen Glaubens. […] Konkret gesagt: Wir brauchen eine an christlichen Werten orientierte Stadtpolitik“, so Sauerland.

Die Grundgedanken christlicher Stadtpolitik seien hierbei Solidarität, Nächstenliebe, Hilfe zur Selbsthilfe, Stärkung des Ehrenamts, Respekt vor künftigen Generationen, schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen und die bestmögliche Unterstützung und Teilhabe aller Bürger an Bildung und Kultur. Sauerland betonte zudem den zu achtenden Wert der Religionsfreiheit und den Respekt vor dem Glauben des Nächsten.
Die nächste Kanzelrede steht unter dem Motto „Wir sind so frei, ein gutes Wort für die Politik und die Politiker einzulegen“ und findet in der Salvatorkirche am 21. Februar 2010 um 17.00 Uhr statt. Redner ist Dr. Dr. h.c. Jürgen Schmude, Mitglied des Bundestags (1974-1994) und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (1985-2003).



Seite drucken |




Das Jubiläum als Buch

56 Seiten Bildband und DVD mit Predigten, Vorträgen, Bildern und Film zur Lichtinstallation von Xavier de Richemont
weiterlesen>