

In Duisburg zuhause, in der Welt unterwegs
Die fünfte Kanzelrede im Jubiläumsjahr der 1. Reformierten Generalsynode 1610 hielt in der Salvatorkirche der Fernsehjournalist Ruprecht Eser. Der ehemalige ZDF-Auslandskorrespondent sprach zum Thema: „Wir sind so frei, global zu denken.“ Eser engagiert sich in Duisburg im Stiftungsrat der Kindernothilfe und wurde von Jürgen Thiesbonenkamp, dem Vorstandsvorsitzenden der Kindernothilfe, begrüßt.
Zum Thema Globalität und Duisburg habe er ein schönes und ein schreckliches Bild abgespeichert, sagte Eser zu Beginn seiner Rede. Das schöne Bild zeige Duisburger aus einunddreißig Nationen, deren Heimatländer alle zu den Teilnehmern der Fußball-WM gehörten.
Das schreckliche Bild sei das der Love-Parade, bei der in Duisburg einundzwanzig junge Menschen aus sieben Nationen ihr Leben verloren. Man dürfe dieses Bild, das mit Globalität und ihren Folgen zu tun habe, nicht wegretuschieren, sagte Eser und wies auf die Kerze aus dem Trauergottesdienst hin, die noch bis zum Ewigkeitssonntag zum Gedenken an die Opfer in der Salvatorkirche brennen wird.

Eser bezeichnete die Kirche als älteste globale Organisation, von der die Kraft zum Aufbau einer wirklichen Weltgemeinschaft ausgehen müsse. Nur die Kirche könne sich der Herrschaft des Geldes in den Weg stellen. Global Prayers und Anteilnahme seien mindestens so wichtig, wie die oft strapazierten Global Players.
Die Diskussion darüber, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei oder nicht, bezeichnete Eser als Lebenslüge. Bei fünfzehn Millionen Menschen im Land, die einen Migrationshintergrund hätten, stelle sich die Frage gar nicht mehr. Eser sah Vertrauen schaffende Arbeit als wichtige Aufgabe im nationalen und internationalen Miteinander. „Kontrolle mag gut sein, aber Vertrauen ist besser“, sagte er im Hinblick auf den Zusammenhalt von Gesellschaften. Er forderte von den Politikern ein Ende der Regelwut und mehr Vertrauen zu den Bürgern. Jeder sei aufgerufen, zur Weltvertrauensgemeinschaft beizutragen. Einen überzeugenden Beitrag leiste seit fünfzig Jahren die Kindernothilfe, die in Duisburg zu Hause und in der Welt unterwegs sei.
Text: Sabine Merkelt-Rahm
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Die nächste Kanzelrede steht unter dem Motto „Wir sind so frei, als Unternehmer Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen“ und findet in der Salvatorkirche am 10. Oktober um 17.00 Uhr statt. Redner ist Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz, Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG.