

Das kleine Zirkus 1 x 1
Schüler machen Zirkus
Ein Trommelwirbel erklingt, der Vorhang öffnet sich und eine Frau in einem weißen mit Pailletten bestickten Anzug betritt die Manege. Manuela Maatz ist Moderatorin im Zirkus Proscho. Familie Maatz hat es sich mit ihrem Zirkus zur Aufgabe gemacht, Schulkindern das Zirkusleben von einer neuen Seite zu präsentieren. Mit dem Projekt „Schulunterricht einmal ANDERS“ bieten sie den Kindern in einer Projektwoche die Möglichkeit selbst einmal Artist, Clown oder Dompteur zu sein, und ihr Können dann am Ende der Projektwoche in einer eigenen Show zu präsentieren.
In dieser Woche beherbergt der Zirkus Kinder aus vier verschiedenen Duisburger Grundschulen. Sie verbringen von Montag bis Donnerstag jeden Tag zwei Stunden rund um das Zirkuszelt am Duisburger Innenhafen und proben dort fleißig an ihrer eigenen Show. Dabei stehen ihnen die Artisten des Zirkus Proscho mit Rat und Tat zur Seite. Neu für viele der Grundschüler ist auch die Erkenntnis, dass sogar Zirkuskinder zur Schule gehen müssen. Dafür gibt es seit 1994 die eigens gegründete „Schule für Circus¬kinder in NRW“, die von der Evangelischen Kirche im Rheinland unterhalten wird. Sechs der Kinder der Zirkusfamilie Maatz besuchen die Zirkusschule, die in einem eigenen Wohnwagen beherbergt wird.

Die Projektwoche in Duisburg gehört zum Programm der Festwoche anlässlich des 400. Jubiläums der ersten reformierten Generalsynode, die in Duisburg stattfand, und wird vom Evangelischen Familienbildungswerk Duisburg unterstützt, wie deren Leiter Ulrich Schmitz erklärt. „Besonders schön ist, dass die Eltern am Ende der Woche in einer richtigen Show sehen können, was die Kinder die ganze Woche über gelernt haben. Das geht in der Schule ja normalerweise nicht so einfach“.
Auch die Kinder sind begeistert von dem Angebot; Fächer wie Bodenturnen, Trapez oder Clownerie stehen normalerweise nicht auf ihrem Stundenplan. „Das ist viel aufregender als Schule“, erklärt die neunjährige Aicha. Sie hat sich für die Gruppe „Seilakrobatik“ entschieden und fiebert ihrem großen Auftritt in der Show entgegen. Ihre Trainerin, die 17-jährige Leslie Maatz, erklärt ihren Schützlingen, dass sie sich auf dem Drahtseil gut konzentrieren müssen, damit sie nicht herunterfallen.
Am Freitag ist dann für alle Clowns, Artisten und Taubenbändiger gemeinsam Generalprobe, damit in den beiden Vorstellungen am Samstag (10:30-12:30) und am Sonntagabend (15:00-17:00) nichts schief geht. Der Eintritt kostet drei Euro.
Text: Esther Merkelt
Weitere Informationen:
Das Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ feiert die Evangelische Kirche im Rheinland unter dem Motto „wir sind so frei“ mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und im September 2010 gleich mit einer ganzen Festwoche, in der eine Sondersynode eingebettet ist. Fünf Veranstaltungen des Jubiläums sind anerkannte Projekte der Kulturhauptstadt Europas Ruhr 2010. Für die Organisation zeichnen sich die Evangelische Kirche im Rheinland, der Evangelische Kirchenkreis Duisburg und die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg verantwortlich.
Das Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ unterstützen die Unternehmen Haniel, Grillo, KD-Bank, Sparkasse Duisburg, Volksbank Rhein-Ruhr, ElectronicPartner und der Verein für Rheinische Kirchengeschichte. Die Wilhelm-Schrader-Stiftung der Evangelischen Kirche im Rheinland lobt die drei ersten Preise des Wettbewerbs für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Jubiläums „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ aus. Die Wilhelm-Schrader-Stiftung fördert u.a. Forschungs- oder Schulprojekte zu Geschichte, Gegenwart oder Zukunft der evangelischen Kirche.
Weitere Informationen zum Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ und zu allen Veranstaltungen unter www.wir-sind-so-frei.de