Jüdisches Leben in Deutschland heute

Dr. Charlotte Knobloch, ehem. Präsidentin des Zentralrats der Juden

Dr. Charlotte Knobloch

Ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden hält Kanzelrede in der Salvatorkirche, Termin: 12. Dezember 2010, 17 Uhr


PRESSEMITTEILUNG
Evangelischer Kirchenkreis Duisburg


3. Dezember 2010

Jüdisches Leben in Deutschland heute
Ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden hält Kanzelrede in der Salvatorkirche

„Wir sind so frei, wie frei sind wir wirklich? Jüdisches Leben in Deutschland heute“ ist das Thema der Rede, die Dr. Charlotte Knobloch von der Kanzel der Duisburger Salvatorkirche am 12. Dezember um 17 Uhr halten wird. Ihre Kernthese: „Freiheit ist ein Urquell jüdischen Daseins und des Denkens. Die wiederholte Erfahrung von Befreiung – aus der Sklaverei Ägyptens, dem babylonischen Exil, etc. – hatte eine erhebliche religiöse sowie identitätsbildende Wirkung. Freiheit wird dabei einerseits als G’’ttesgeschenk betrachtet, was die absolute Souveränität des g’’ttlichen Willens betont. Andererseits ist die Willensfreiheit des Menschen unbestritten und Prämisse seiner Verantwortlichkeit gegenüber der Schöpfung. Speziell in Deutschland, wo die Befreiung eine verhältnismäßig frische Erfahrung ist, leben wir in einem wunderbaren Spannungsfeld zwischen sehr weitgehender Freiheit qua Grundgesetz und geopolitischer Positionierung und größter Verantwortung gegenüber den unter schrecklichen Opfern erlangten Errungenschaften der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“
Der Vortrag der ehemaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden bildet den Abschluss einer Reihe von sieben Kanzelreden, in denen prominente theologischen „Laien“ von der Kanzel der Duisburger Citykirche Stellung zum Motto "wir sind so frei" nahmen. Mit dem selbstbewussten Motto warb die rheinische Kirche für das Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“. Die Veranstaltungsreihe „Kanzelreden“ erhielt das Siegel eines Kulturhauptstadtprojektes der RUHR.2010 und nahm den historischen Impuls der Kirche der Teilhabe und geteilten Verantwortung auf. Bisher sprachen der Duisburger Oberbürgermeister, Dr. Jürgen Schmude, Dr. Fritz Pleitgen, die Duisburger Unternehmerin Gabriela Grillo, der Fernsehjournalist Ruprecht Eser und ThyssenKrupp-Vorstandsvorsitzender Ekkehard Schulz von der Duisburger Kanzel über Gott und die Welt.
Mit dem Vortrag von Dr. Charlotte Knobloch endet das Jubiläumsjahr „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“, das Konzept der Kanzelrede findet in Salvator seine Fortsetzung: Den Auftakt im nächsten Jahr macht am 20. März der gebürtige Duisburger Prof. Dr. Rauf Ceylan. Der islamische Religionspädagoge von der Universität Osnabrück spricht zum Thema „Der Wert der Religionen heute“. Weitere sind in Planung. Angefragt wurde auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Weitere Informationen:
Vor 400 Jahren schrieben die Protestanten am Niederrhein Kirchengeschichte. Die 1. Reformierte Generalsynode in der Duisburger Salvatorkirche im September 1610 hat die Grundlagen für das Selbstverständnis der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland geschaffen – als Gemeinschaft von Gemeinden und als „von unten“ her aufgebaute Kirche mit presbyterial-synodaler Ordnung. In feudalistischer Zeit kamen 28 Pfarrer und acht Laien zusammen und legten fest, dass die evangelischen Gemeinden sämtliche "Kirchensachen" selbstständig zu verhandeln haben und die Leitung der Kirche in den Dienst von gleichberechtigten Theologen und Laien zu stellen ist. Sie legten den Grundstein für die 1835 eingeführte rheinisch-westfälische Kirchenordnung. Die Entscheidungen in Duisburg 1610 stehen nach wie vor auch Pate für ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft.

Das Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ feierte die Evangelische Kirche im Rheinland unter dem Motto „wir sind so frei“ mit einer Vielzahl von Veranstaltungen zu denen fast 30.000 Besucherinnen und Besucher kamen. Ein Höhepunkt war im September 2010 die Festwoche, in die eine Sondersynode eingebettet war. Fünf Veranstaltungen des Jubiläums sind anerkannte Projekte der Kulturhauptstadt Europas Ruhr 2010. Für die Organisation zeichneten sich die Evangelische Kirche im Rheinland, der Evangelische Kirchenkreis Duisburg und die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg verantwortlich. 

Das Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ unterstützen die Unternehmen Haniel, Grillo, KD-Bank, Sparkasse Duisburg, Volksbank Rhein-Ruhr, ElectronicPartner und der Verein für Rheinische Kirchengeschichte. Die Wilhelm-Schrader-Stiftung der Evangelischen Kirche im Rheinland lobt die drei ersten Preise des Wettbewerbs für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Jubiläums „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ aus. Die Wilhelm-Schrader-Stiftung fördert u.a. Forschungs- oder Schulprojekte zu Geschichte, Gegenwart oder Zukunft der evangelischen Kirche.

Weitere Informationen zum Jubiläum „400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode“ und zu allen Veranstaltungen unter www.wir-sind-so-frei.de

Kontakt:
Evangelischer Kirchenkreis Duisburg
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rolf Schotsch
Am Burgacker 14 – 16
47051 Duisburg
Tel.: 0203/2951-3-501
Fax: 0203/2951-4-191
ev.pressestelle@kirche-duisburg.de
www.kirche-duisburg.de



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