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Kernprozess und Unterstützungsprozesse

Die Qualitätsstandards beziehen sich auf die ganze Arbeit der Gemeindeberatung / Organisationsentwicklung. Am besten wird der innere Zusammenhang der Prozesse von diesem Plan (pdf-Format) verdeutlicht.

Präambel der GO-Qualitätsstandards

  1. Kirche ist die "Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut des Evangeliums gereicht werden" (Das Augsburgische Bekenntnis 1530, Abschnitt 7). Diese Gemeinschaft der Glaubenden bringt eigene Lebensäußerungen in Bekenntnis, Gebet und Feier, in Abläufen, Regeln, Symbolen, Raum- und Zeitgestaltung, in Verständigungs- und Entscheidungsverfahren hervor.

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung achtet und fördert die Glaubens- und Lebensäußerungen vor Ort. Sie geht dabei von den der Gemeinde geschenkten Gaben und Fähigkeiten aus.
          

  2. Kirche hat sich im gesellschaftlichen Prozess zu einer Großorganisation entwickelt, in der sich neben den klassischen personalen Beziehungen institutionelle Bezüge herausgebildet haben. Ihre Aufgaben und Lebensformen wandeln sich sowohl im personalen Nahbereich von Gemeinden und Gruppen wie auf der Mittelebene von Kirchenkreis und Landeskirche wie auch im gesellschaftlichen Bereich.

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung schärft den Blick für die institutionellen Erfordernisse, die sich aus den Wandlungen für die verschiedenen Ebenen ergeben. Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung arbeitet mit den Beratungsnehmenden an auftragsgemäßen Zielsetzungen, Organisationsstrukturen und Kommunikationsweisen und orientiert sich dabei an der Kirchenordnung.

  3. Als Institution braucht die Kirche ständige Reformation und Innovation.

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung begreift Kirche als lernende Organisation. Sie stärkt die Selbststeuerung von Kirche. Sie stellt ihre Erfahrungen in der Anleitung von Verständigungsprozessen über Werte, Leitbilder und Ziele, in der Planung und Gliederung von Umstrukturierungsprozessen, in der Bearbeitung von Interessenkonflikten zur Verfügung. Dabei sucht Gemeindeberatung/ Organisationsentwicklung nach Möglichkeiten, wie Betroffene zu Beteiligten werden können.
          
  4. Kirche hat die Aufgabe, sich den Menschen zuzuwenden, ihren eigenen Mitgliedern, den distanzierten wie den engagierten, ebenso wie denen, die nicht mehr oder noch nicht zur Kirche gehören.

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung arbeitet kirchensoziologische Erkenntnisse auf. Sie nimmt ernst, wie Menschen ihr Mitgliedschaftsverhalten bzw. ihr Verhalten zur Kirche selbst bestimmen und kommunizieren. Angesichts dieser Kenntnisse ermutigt Gemeindeberatung zu reflektierter Kontaktaufnahme und zum partnerschaftlichen Dialog, wobei unterschiedliche Glaubensüberzeugungen der Ausgangspunkt sind.
         
  5. Im Rheinland haben sich seit der Reformation presbyterial-synodale Leitungsstrukturen entwickelt.

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung stützt und fördert diese Leitungsstrukturen, indem sie mit Leitungsgremien deren Leitvorstellungen, Arbeitsorganisation, Sitzungsgestaltung, Entscheidungsprozesse, Informationsabläufe, Beschlussausführung sowie -überprüfung reflektiert und bei Bedarf Alternativen erarbeitet.

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung macht Interessengegensätze durchsichtig und bearbeitet Spannungen und Konflikte, die sich in den Leitungsstrukturen herausbilden.

  6. In der Kirche kooperieren ehrenamtlich und hauptamtlich Arbeitende. Unter ihnen gibt es unterschiedliche Berufsgruppen mit verschiedenen Qualifikationen und Kompetenzen.

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung hilft zur Klärung von Motivationen und Handlungslogiken, von Funktionen und Rollen.

    Gemeindeberatung/Organsiationsentwicklung setzt auf integrierte Fortbildung.
          
  7. Die Kirche reflektiert ihre Praxis in den Disziplinen der theologischen und anderer Wissenschaften.

    Die Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung nimmt Erkenntnisse der praktisch-theologischen Lehre von der Kirchen- und Gemeindeleitung (Kybernetik) auf und setzt sie in die Praxis um. Ebenso versucht sie, Ergebnisse der betriebswirtschaftlichen Disziplin Organisationsentwicklung theologisch reflektiert für kirchliche Strukturen zu nutzen.

  8. Kirche legt mit "ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung" Zeugnis ab (Barmer Theologische Erklärung, These 3).

    Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung arbeitet in allen Aufträgen, die sie entgegennimmt, an der spannungsvollen Beziehung von Botschaft und Organisationsgestalt, von Verheißung und Erfahrung.

http://www.ekir.de/go/cms/?id=

Download als pdf

Zum Download stellen wir zur Verfügung ein kurzes Inhaltsverzeichnis der Qualitätsstandards, die Standards selber, sowie Beschreibungen von wichtigen Unterstützungsprozessen, nämlich
zum Service für Beratungsleistungen (Standard A 5)
zum Beratungsabschluß (Standard A 8)
zum Ablauf der Beratungsvermittlung durch die Dienststelle (siehe C 1)
zur Herstellung von Arbeitsblättern (siehe C 5)
zur Zulassung zur Ausbildung (siehe F 1)
zum Abschlußkolloquium (siehe F 13)
und zur Durchführung der Kundenbefragung (siehe G 2).

Ansprechpartner
Dieter Pohl
0211 3610 244
e-Mail