
Seit dem 2. Juli ist die Pauluskirche zu einem Kunstobjekt im doppelten Sinne geworden. Sie war ja immer schon ein Baudenkmal aus romantischer Zeit. Für ein halbes Jahr wird sie bzw. ihre Fenster nun darüber hinaus Gegenstand von Aktionskunst sein. Barbara Held und Boris Meißner haben die Fenster mit Pappen verklebt. Im Abstand von ca. 4 Wochen werden jeweils andere Teile dieser Verkleidung freigeschnitten. Sinn und Ziel dieser Aktion: Die bekannten Fenster neu sehen zu lernen. Man wird Details entdecken, über die man sonst leicht hinwegsieht. Das Konzept der Künstler sieht u.a. vor, Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fenstern sichtbar werden zu lassen. Man betrachtet diese Fenster sozusagen durch die Schablone bzw. „Brille“ dieser modernen Künstler, die an den Fenstern eigentlich nichts verändern sondern nur etwas weglassen, indem sie den Blick darauf reduzieren.
Während dieser Aktion sind die Bänke in der Kirche durch Stühle ersetzt worden, so dass die Gemeinde auf die jeweils zu betrachtenden Fenster blicken kann. Der Altar wird ebenfalls durch die Kirche „wandern“. Die Veränderungen der Decollage werden an verschiedenen Sonntagen im Gottesdienst vorgestellt. Was neu zu sehen ist wird im jeweiligen Gottesdienst vorgestellt und in Predigt und Liturgie eine Rolle spielen. Im Januar werden die Fenster in ursprünglicher Gestalt wieder vollkommen zu sehen sein. Die Kunsthistorikerin Gisela Schmoeckel wird die Fenster aus kunsthistorischer Sicht erklären und deuten (Termin wird noch bekanntgegeben).
Mehr Informationen und Fotos finden Sie im Menü oben links unter <Kunstaktion "Décollage der Kirchenfenster">.