Pfarrer Friedhelm Waldhausen
Monatsspruch für März 2012:
"Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu
lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben
als Erlösung für viele."
Liebe Gemeindebrief-Leserinnen und -Leser !
Sie kennen diesen Spruch: "Der oder die lebt wie Gott in Frankreich". Gemeint ist, da versteht jemand was vom Leben, vom Rotwein, von schönem Essen, vom Duft der Lavendelfelder, dem lauen Abendlüftchen, das einem um die Nase weht, vom Schlemmen, da lässt es sich jemand so richtig gut gehen.
Das ist schön, das muss sein, wenn man erschöpft ist, müde an Leib und Seele, ausgelaugt, dann, ja dann... "leben wie Gott in Frankreich".
Liebe Leserinnen und Leser, ich kenne das und freue mich darauf, wenn das Wetter wieder schön ist und die Zeiten besser, ich sehne mich danach zu leben wie...
Radikal aber zeigt uns Jesus die andere Seite des Lebens. Jesus öffnet uns den Blick für das verwahrloste Kind, den einsamen alten Mann, die demenz-kranke Frau, die Hilfe beim Essen benötigt, das Leiden der ganzen Familie an einer Krankheit, die Not der Kinder in Äthiopien, den ausgebrannten Manager, den verunglückten jungen Mann, der sich wieder ins Leben einfinden muss...
"Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Erlösung für viele."
Also: gehen wir hin, packen mit an, hören zu, legen Widerspruch ein, spenden für Brot für die Welt, sprechen Trost, sind da in den wirklichen Nöten...
Wo spielt das Leben? Wo liegt das Glück auf der Straße? Wo lebt Gott?
Jesus ist anders gekommen als "Gott in Frankreich". Jesus ist nicht in diese Welt gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen, um zu zeigen, worauf es wirklich ankommt. Lassen wir uns in seinen Dienst nehmen - ich weiß - das ist ein altes und wenig gebräuchliches Wort, aber wir verstehen es.
Natürlich dürfen wir "wie Gott in Frankreich leben", natürlich brauchen wir Ruhe von aller Hast und Erlösung von aller Last. Dennoch kommt Jesus uns radikal dazwischen, indem er uns ermahnt zu dienen, damit das Leben und das Miteinander gelingen, das wir von Gott empfangen haben.
In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen eine gute Zeit und gute Begegnungen.
Ihr
Friedhelm Waldhausen
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