Gemeindebrief 199

Mai, Juni und Juli 2012

 

 

Kirchenknigge

 

 

Der Geist des Herrn erfüllt das All…
(eg566)    

                                                                                                          
Haben Sie schon einmal eine fremde Wohnung oder ein fremdes Gebäude
betreten und sich unwillkürlich gefragt:
Welcher Geist herrscht hier? –
Haben Sie schon einmal in dem Miteinander mehrerer Menschen gespürt,
dass da ein besonderer Geist herrscht?
Unsere Welt ist voller Geist.
Es gibt den Geist der Liebe und den der Dankbarkeit.
Es gibt den Geist der Freude und den der Achtsamkeit.
Es gibt den Geist des Neides und den der Gleichgültigkeit.
Es gibt den Geist des Streites und den des Widerspruchs.
Es gibt unendlich viele Geister, die in unserer Welt, in unserem Miteinander,
in unseren Räumen und Gebäuden, in unserem Leben herrschen.
Die Bibel erzählt, dass der Geist Gottes schon vor allem Anfang da war
und dass aus ihm die Welt wurde und er seitdem die Welt „am Leben“
hält, sie bewegt und erfüllt.
Und dieser Geist Gottes ist nicht gebunden an Kirchen oder Konfessionen,
an sog. Rechtgläubigkeit oder an „anständiges Leben“.
Er weht, wo er will und er ist ein Geist der Freiheit und des Lebens.
Das bedeutet: Überall dort, wo Freiheit ist oder erstrebt wird; überall
dort, wo dem Leben gedient wird – in welcher Form auch immer –
dort weht Gottes Geist.
Welcher Geist oder welche Geister herrschen in Ihrem Leben?
Hat der Geist Gottes dort seinen Raum?
Er braucht nicht mehr als Ihr Herz, das sich öffnet, um Freiheit und
Leben groß zu machen.
Einen lebendigen und geistvollen Sommer wünsche ich Ihnen!
                                                                   Ihre







 

 

 

Gemeindebrief 198

Februar, März und April 2012

 

Ostern

 

               Christus ist auferstanden!

          Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Dies ist der alte Ostergruß, mit dem sich auch heute noch Christenmenschen in aller Welt am Ostermorgen grüßen.
Auferstehung –
Wer denkt schon gerne mitten im Leben an den Tod und an das, was denn danach kommen könnte, wenn noch etwas danach kommt?
Auferstehung - und damit auch Ostern – das ist wohl etwas für die ganz Frommen und für die, die noch so richtig in der christlichen Tradition verwurzelt sind.
Auferstehung –
     •    Waren Sie schon einmal so richtig krank – eine heftige Grippe mit                Fieber z. B. oder ein langer Krankenhausaufenthalt – und Sie konn-
           ten endlich nach der Zeit des Liegens und ans Bett gefesselt Seins 
           wieder aufstehen?
     •    Wussten Sie schon einmal nicht mehr weiter und waren Sie der Ver-
           zweiflung ganz nah, und dann tat sich für Sie wieder eine Tür auf, ein 
           Weg eröffnete sich oder Sie sahen wieder Licht am Horizont?
     •    Haben Sie es schon einmal gewagt aufzustehen gegen eine Unge-
           rechtigkeit oder gegen Leid oder Not und laut Einspruch zu erheben  
           und „Nein!“ zu sagen – Widerstand zu leisten?
Wenn Sie all das oder auch nur eines davon schon einmal erlebt oder selber gelebt haben, dann bleibt „Auferstehung“ für Sie nicht ein fernes, jenseitiges Wort für Menschen, die auf Besseres nach dem Tod hoffen, weil sie hier am und im Leben leiden.
Dann wird „Auferstehung“ für Sie zu einem Lebenswort, das man schmecken kann, das man tun kann und das einem widerfahren kann – mitten im Leben für ein Leben, das durch jeden Tod hindurch trägt – die alltäglichen Tode und den einen großen Tod.
Auferstehungserfahrung und Lebensfreude wünsche ich Ihnen.
Heute, zu Ostern und alle Tage.
                                                         Ihre 






 

 

Gemeindebrief 197

November und Dezember 2011,

Januar 2012

 

Verantwortung

 

 „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Kor 12, 9)

 

Das Gefühl, etwas alleine zu können, ist großartig! Mein erster Einkauf z.B. lag noch vor meiner Kindergartenzeit. Unbedingt wollte ich selber einkaufen gehen. Also schickte mich meine Mutter zu dem kleinen Laden, der zwei Häuser weiter lag, um zwei Zitronen zu kaufen. (Natürlich schlich sie unbemerkt hinter mir her.) Heute noch erinnere ich mich an das Gefühl, wie stolz ich war, als ich die beiden Zitronen nach Hause brachte.
Ich genoss die Schritte in immer größer werdende Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Der erste selbstständige Urlaub mit 16 Jahren, mein „Wanderjahr“ durch religiöse Gemeinschaften nach dem Abitur, der Auszug aus dem Elternhaus, das Studium, die eigene Familie, die erste eigene Pfarrstelle... Ja, das Gefühl, etwas zu können und aus eigener Kraft zu schaffen, ist großartig!
Doch seit einiger Zeit gesellt sich bei mir zu diesem Gefühl noch ein anderes – und auch das ist ein schönes Gefühl: Ich habe begonnen zu entdecken, dass es Vieles gibt, das ich nicht alleine tun muss. Ich mache die Erfahrung, angewiesen sein zu dürfen. Ich genieße das Gefühl, die Gemeinschaft anderer brauchen zu dürfen. Das gestehe ich mir zu: ja, ich habe Grenzen.
Denn:
Jeder Mensch hat seine Grenzen. Jeder Mensch ist angewiesen auf andere. Und kein Mensch kann alles und weiß alles.
Aber alle Menschen dürfen teilhaben an dem, der keine Grenzen hat, der allumfassend und alles durchdringend ist. An Gott, dessen Kraft für uns unermesslich und unbegreiflich ist.
Dieser Gott sagt: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
Dieser Gott sagt: „Vertrau meiner Kraft mehr als deiner Schwachheit und deinen Grenzen. Dann kannst du die Erfahrung machen, dass meine Kraft gerade dort und durch die wirkt, bei denen wir es nicht erwarten, die in unseren Augen schwach erscheinen. Und dann kannst du die Erfahrung machen, wie wohltuend es ist, nicht immer alles selber können zu müssen.“
Für Gott und vor Gott müssen wir nichts beweisen und nicht größer oder stärker dastehen, als wir sind. Im Vertrauen auf Gottes Kraft dürfen wir in unseren Grenzen sein. Das entbindet uns nicht von der Verantwortung für unser Leben und unsere Welt, sondern es macht uns frei, unser Mögliches zu tun und nicht mehr und nicht weniger. Und wer weiß: Vielleicht kann Gott ja mit Menschen, die zu ihrer Schwachheit stehen weit mehr anfangen als mit solchen, die immer alles selber können!
Ich wünsche Ihnen ein kraftvolles Jahr 2012. Mögen Sie den Segen Gottes in Ihren Grenzen als eine grenzüberschreitende Kraft erfahren.






Gemeindebrief 196

 

August, September und Oktober 2011

 

Hobbys

 

Das Wort „Hobby“ stammt
ursprünglich
aus dem englischen
„hobby-horse“ (kleines Pferd),
bezeichnet aber auch ein Kinderspielzeug,
das „Steckenpferd“.

Dieser deutsche Begriff hat später die
Zweitbedeutung
„Freizeitbeschäftigung“
angenommen.

 

 

Haben Sie sich auch schon mal bei dem Gedanken ertappt:
Jetzt habe ich Gott so inbrünstig, so lange schon und so verzweifelt gebeten, diese oder jene Situation für mich zu lösen oder zum Guten zu wenden oder doch wenigstens etwas zu tun – ein Zeichen zu senden – oder zumindest doch mein Vertrauen zu stärken, dass alles gut ausgeht: Und nichts ist geschehen!

Oder genau andersherum:
Sie erbitten etwas von Gott – sehnen es herbei und es tritt ein und alles ist viel schlimmer als vorher.
Haben Sie das schon einmal erlebt?

Jesus Christus spricht:
Bittet so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden;
klopfet an, so wird euch aufgetan.    (Mt 7, 7)

So lautet der Monatsspruch für den Monat August.
Ein grundpositiver, Mut machender Satz ist das, den Jesus da sagt.
Und zugleich auch ein ganz schwieriger Satz – wie ich finde. Denn dieses Wort Jesu rührt an das in uns wohnende kindliche „Habenwollen“ – gleich ob es sich um Materielles oder Ideelles handelt.  Es rührt an die Vorstellung, dass Glück und Seligkeit gebunden sind an etwas, das wir erreichen oder bekommen. Aber nicht immer liegen Glück und Seligkeit im Haben oder Bekommen. Und schon manches Mal hat sich das Ersehnte als Fluch oder wenigstens als Last erwiesen, wenn es dann da war.

Dietrich Bonhoeffer hat gesagt:
Gott erfüllt nicht alle unsere Bitten, aber er erfüllt alle seine Verheißungen.

Wenn das wahr ist, dann rückt dieser Satz Jesu aus der Bergpredigt ganz nah an das Vaterunser und an dessen Bitten heran:
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. – Sagen wir in diesem Gebet. Und dann mag es bei allem, was wir erbitten und für uns ersehnen darum gehen, dass wir uns mit unseren Bitten einzuschwingen lernen in Gottes großen und guten Willen für uns – der jeder / jedem einzelnen von uns gilt wie seiner ganzen Schöpfung – und uns wird reichlich und überfließend gegeben werden.


Einen reichen Sommer wünsche ich Ihnen






 

 

Gemeindebrief 195

 

Mai, Juni und Juli 2011

 

Wasser

 

Wann haben Sie sich das letzte Mal gewundert?
Gehört das Staunen für Sie zum Alltag?
Der Frühling ist eine Jahreszeit für das Staunen und
Sichwundern.
Während ich das schreibe, öffnen die ersten Osterglocken ihre Kelche und die Tulpenknospen werden prall.
Jeden Tag verändert der Garten vor meinem Arbeitszimmerfenster sein Gesicht.
Es gibt Momente, da kommt mir jedes Blättchen und jeder neue Farbtupfer vor wie ein eigenes Wunder.

Kinder erfahren staunend die Welt.
Das Nachdenken über die Dinge und über das Leben macht gescheit, Staunen aber macht weise.

Deshalb sind das Staunen und das Sichwundern können eine Gabe Gottes.
Wer staunen kann und sich wundern, dessen Herz bleibt offen für das Unerwartete, dessen Augen können Schönheit erkennen und dessen Geist glaubt nicht, die Welt und das Leben abschließend verstanden zu haben.
Wer staunt, rechnet mit Gott.
Er gibt Gott einen Platz in unserer Welt und im Leben.

Gott hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder.
(Psalm 111, 4)

Wir können selber Gottes Gedächtnis sein, indem wir uns weigern, fertig zu sein und alles verstanden zu haben; indem wir uns unseres Staunens nicht schämen und es als kindlich und unerwachsen abtun.
Wahrhaft erstaunlich und wunderbar sind doch die Welt und das Leben.
Mögen wir uns also noch wundern – jeden Tag ein wenig!
                                                                                                        
                                                                                      Ihre






 

 

Gemeindebrief 194

Februar bis April 2011

 

Freiheit

 

Lass dich nicht vom Bösen überwinden,
sondern überwinde das Böse mit dem Guten.



So lautet die Jahreslosung für das begonnene Jahr aus Röm 12, Vers 21.
Eine klare Anweisung. Deutlich und ungeschnörkelt ausgesprochen. Nichts anderes ist nötig, als zu tun, was da gefordert wird. Und das ist, so finde ich, unendlich schwer.
Was ist Böse? – Was ist gut? – Auch  Jesus ist so gefragt worden.
Was es Böses außerhalb von mir und meinem Leben gibt, fällt oft einigermaßen leicht, zu erkennen.

     • Was der tut, ist schlecht. Wie die sich verhält, ist nicht gut.
     • Kriege sind schlecht, Gewalt und Ungerechtigkeit ist böse .

Spätestens jedoch, wenn das „Böse“ eine politische Dimension bekommt, herrscht keine Einmütigkeit mehr darüber, ob es nicht vielleicht doch am besten mit denselben Mitteln zu bekämpfen wäre. – Ich erinnere an die Debatte um die Aussagen von Margot Käsmann in ihrer Neujahrspredigt 2010 über Afghanistan und die Empörung und die Versuche Krieg nicht Krieg zu nennen.
Was ist also Böse?
Ist Böse immer Böse oder manchmal Böse, manchmal nötig, manchmal vielleicht sogar gut?
Und wenn schon die Erkenntnis des Bösen nicht leicht und eindeutig ist, wie viel schwerer mag dann seine Überwindung durch das Gute sein. Ich merke, dass ich keine leichte und schnelle Antwort finde.
Nur eine Idee:
Solange ich das Böse als etwas sehe, das mit mir selber nichts zu tun hat, das immer nur die anderen betrifft –  gleich ob es einzelne, konkrete Menschen sind oder ganze Völker oder Nationen, wird jeder Versuch, das Böse durch Gutes (was auch immer das ist) zu überwinden zu einem Kampf, bei dem es um Gewinnen und Verlieren geht und aus dem schon deswegen nichts nachhaltig Gutes erwachsen kann.
Denn gut zu sein, weil der andere oder etwas anderes böse ist, das ist leicht.
Wenn ich aber sehen kann, dass das Böse zur Welt und zum Menschsein dazugehört und deshalb auch in mir ist, dann ist es vielleicht möglich, ebenso zu entdecken, dass auch das Gute unabdingbar zur Welt und zum Menschsein gehört und deshalb ebenso zum anderen wie zu mir.
– Die Bibel nennt das im Blick auf uns Menschen die Gottebenbildlichkeit. –
Dann mag ein Kampf gegen das Böse nicht bedeuten: Du bist oder das ist schlecht und ich bin oder weiß, wie es besser und gut ist. Sondern: Ich sehe dich mit dem, was Böse ist und ich erkenne mich selber darin. Ich suche nach dem Guten und danach, es stark zu machen, weil ich weiß, es ist in dir ebenso wie in mir.
Kein einfacher Weg, glaube ich. Doch glaube ich auch, ein Weg, auf dem Heilung liegen kann für unzählige Verletzungen, die wir Menschen einander zufügen.
Ein Weg für das begonnene Jahr 2011?     
                                                                                                         Ihre





 

 

 

              Gemeindebrief 193

              Dezember 2010 und Januar 2011


Leben

 

Leben...
Und wir hören in den Beiträgen dieser Ausgabe von der Vielfältigkeit menschlichen Lebens, von seinem Anfang und von seinem Ende und davon, was das Leben dazwischen lebendig und sinnvoll macht.
Leben…
… und davon, dass Leben Entwicklung und Wandlung ist.
Ja, Leben kann man nur vorwärts niemals rückwärts. – Wer das versucht, kann daran zerbrechen, dass Vergangenes nicht wieder gegenwärtig werden kann.
Und nun der Monatsspruch für Dezember?
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Mt 3,2
Kehrt um! – Wie kann das sein?
Ist das Himmelreich nicht etwas, das vor uns liegt, zu dem es uns
ziehen kann und von dem wir an Weihnachten einen Vorgeschmack
bekommen? – Gottes Friede kommt auf die Erde!
Wie soll man sich da umkehren? Großes entsteht niemals, wenn man nach rückwärts gewandt lebt, sondern immer nur im Vorwärtsgehen.
Kehrt um!
Es kann aber auch vorkommen, dass man ganz ergriffen von einem Gedanken und von dem Wunsch, davon ihn einzulösen, vorwärts
stürmt – und sich verrennt. Innehalten kann dann heilsam sein.
Die Blickrichtung wechseln und alles aus einer anderen Perspektive betrachten, eröffnet oft neue Wege.
Kehrt um!
Johannes der Täufer ruft so.
Und er ruft so, um die Menschen in ihrem Alltagseinerlei
aufzurütteln, so dass ihre festgefahrene Hoffnung aufbricht.
Haltet inne in Eurem Lauf!
Haltet inne und wagt es, den Blick umzuwenden und eure Richtung
zu überprüfen.
Liegt dort das Leben und in eurem Lebenslauf, eurem Lebensrun,
liegt dort die Lebendigkeit?
Habt Ihr noch ein Gespür dafür, was Leben bedeutet, was Liebe ist,
wie Frieden werden kann?
Haltet inne und sucht den neuen Blick, damit ihr das Leben erkennt, wenn es euch begegnet – klitzeklein und verletzlich, wie in der Krippe oder unerwartet anders, als vermutet.
Mut zum Innehalten – und den Blick wenden, ja wenn es sein muss
auch umkehren – das wünsche ich uns allen nicht nur für die
Adventszeit, sondern für das ganze nächste Jahr.
Gottes Segen!
                             Ihre







       Gemeindebrief 192

       Oktober und November 2010


 

 „Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen.“ 

(Offenbarung 3, 8)     

Kennen Sie diesen Satz:

„Wenn eine Tür zufällt, dann öffnet sich eine andere.“?Hoffnung drückt sich darin aus. Zuversicht – nicht nur, dass es „irgendwie immer weiter geht“, sondern dass sich neue Wege auftun und neue Chancen eröffnen.Dass möglicherweise sogar ein Sinn darin liegt, dass sich eine Tür geschlossen hat, denn hätte sie sich nicht geschlossen, würde sich die andere nicht öffnen können.  

  - Ein Sinn, der sich nicht im Vorhinein erschließt, sondern erst im Nachhinein.

Die Türen, von denen dieser Satz:

                    „Wenn eine Tür zufällt, dann öffnet sich eine andere.“

spricht, sind die Türen im Leben.

Es sind die Türen auf dem Lebensweg, der ein Weg ist, der sich stetig zwischen Abschiednehmen und Neubeginn bewegt.  

  - Abschiednehmen und Neubeginn von Menschen und Orten, von Möglichkeiten und Träumen von einer Lebensphase zur nächsten.

Die Tür, von der der Seher Johannes in dem Buch der Offenbarung spricht, ist die Tür zum Leben.Mit unserer Geburt öffnet Gott uns die Tür zum Leben.

In der Taufe sagt er uns, welchen Namen diese Türe trägt: Leben aus Gottes Liebe und in der Fülle der von ihm geschenkten Gaben.

Und diese Tür steht offen.

Diese Tür bleibt offen – unser Leben lang und auch und erst recht, wenn wir das Ende unseres Lebens hier erreicht haben.

Denn Gott ist kein wankelmütiger Gott – so heißt es im Alten Testament.

Er ist treu – sich selber und seinem Wort treu.

Weder wird er zulassen, dass jemand die Tür, die er zum Leben hin geöffnet hat, schließt, noch wird er selber das tun.

Sie ist offen und bleibt es in Ewigkeit.

Und was DAS bedeutet, können wir ebenso wenig im Vorhinein verstehen, wie wir es bei den Türen im Leben verstehen können.

Was das bedeutet wird sich uns aufschließen, wenn wir die letzte Tür im Leben durchschritten haben.  

  - Die Tür, die uns durch den Tod hindurchführt zu dem Leben, das wir ewig nennen.

Dann werden wir sehen, welche Chance, welche Wege, welche Erfüllung dahinter liegt.

Und Gott wird uns erwarten.   

Ihre 






 

 

Gemeindebrief 191

 

Juli / August / September 2010

 

 

 

 


Begabt und begeistert leben –

Gedanken zu Pfingsten (und darüber hinaus)

 

„Sind Sie begabt?“

„Wer? Wie? Ich jetzt?“

 

„Klar, Sie! Ich meine genau Sie!“

 

„Aber... aber...

Nein! Ich kann nichts Besonderes. Kann nicht singen. Kann nicht malen. Spiel kein Musikinstrument. Kann nicht kochen...

Nein, ich kann nichts Besonderes.“

 

„Danach habe ich auch nicht gefragt.

Begabung kommt von Gabe, nicht von Können.

In der Bibel steht:

 

Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

(Pred 3, 13)“

 

„Was muss ich dafür tun, um guten Mutes zu sein bei all meinen Mühen?“

„Sie? Dafür tun?

Ich fürchte, dafür tun, können Sie nichts.

Höchstens dafür – SEIN.“

 

Herzliche Grüße und viel Freude beim Leben Ihrer Begabungen!


Ihre



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Gemeindebrief 190

 

April / Mai / Juni 2010

 

 

Iss freudig dein Brot und trink vergnügt deinen Wein, denn das was du tust, hat Gott längst so festgelegt, wie es ihm gefiel. (…)

Mit dem Menschen, den du liebst, genieße alle Tage deines Lebens voll Windhauch; die er dir unter der Sonne geschenkt hat.

 

 

 

 


Diese Worte stehen im sog. Alten, dem Ersten Testament unserer Bibel. Und sie stehen nicht irgendwo, sondern im Buch Kohelet und gelten als „Weisheit“, erwachsen aus der besonderen Erkenntnis des Lebens.

Das mag den Einen oder die Andere erstaunen.

Weit bekannter als diese (und andere) biblische Aufforderung, das Leben mit allen Sinnen zu genießen, sind ja doch die Mahnungen zur Mäßigkeit – besonders durch Paulus – oder die Aufforderung zu teilen und sich um die soziale Gerechtigkeit zu kümmern – wie z. Bsp. durch den Propheten Jesaja.

Wie passt das zusammen?

 

Zwei Dinge fallen mir dazu ein:

 

1. Das Leben ist uns geschenkt. Wir dürfen uns daran freuen und dazu unsere Sinne und die Fähigkeit mit ihnen das Leben zu genießen, gebrauchen. Uns am Essen und Trinken, an der Liebe und an allem, was das Leben schön macht, zu freuen, ist Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott, der uns das Leben mit seinen Möglichkeiten gegeben hat.

 

2. Was ich für mich als gültig erkannt habe, gilt auch für jeden anderen Menschen. Deshalb ist Genuss nur dann echter Genuss, wenn ich weiß: der neben mir kann ihn auch erleben. Weder nehme ich jemand anderem etwas weg, wenn ich es mir gut ergehen lasse, noch verstellt mir der Genuss die Sicht auf Gott.

 

Deshalb mag es auch und gerade beim Thema Essen nicht nur um das „Was“ und „Wie viel“ des Essens gehen, sondern auch um die Freude und Dankbarkeit, mit der wir es genießen und darum, über dem Genuss nicht zu vergessen, dass es Menschen gibt, denen es nicht vergönnt ist.

 

Ihnen allen einen reichen Frühling und schönen Start in den Sommer!

Ihre




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Gemeindebrief 186

 

Juli / August / September 2009

 

 

 

 

 


Kindsein

Nicht erwachsen sein – nicht alles selber können,

aber auch nicht alles selber tun müssen.

 

Kindsein

Sich darauf verlassen können, dass da jemand ist, der für einen sorgt.

Lachen dürfen – weinen dürfen

und jemand ist da, der sich mitfreut und der tröstet.

 

Kindsein

Dazugehören – zu Mutter und zu Vater.

Wissen, was ihnen gehört, gehört auch mir.

Ein Zuhause haben – einen Ort, der Sicherheit gibt und Geborgenheit, an den man jederzeit wieder zurückkehren kann.

Kind der eigenen Eltern bleiben – auch wenn man schon erwachsen ist.

 

So bezeugt der Geist selber unserem Geist,

dass wir Kinder Gottes sind. (Röm 8, 16)

 

Wir sind Kinder Gottes – wir dürfen uns so nennen – Gott selber nennt uns so. Wir sind erwachsen und müssen dennoch nicht alles selber und nur aus uns selbst heraus können. Es gibt auch Dinge, die wir nicht tun müssen, weil sie unsere Möglichkeiten übersteigen. Wir dürfen zu Gott Vater sagen oder Mutter.

 

Wir sind Kinder Gottes – wir dürfen uns so nennen – Gott selber nennt uns so. Wir sind erwachsen und wir dürfen uns freuen wie ein Kind und traurig sein und weinen wie ein Kind. Gott ist da, hört und sieht uns, freut sich mit uns, tröstet uns.

 

Wir sind erwachsen und können dennoch darauf vertrauen, dass Gott uns in jeder Situation genau soviel Kraft gibt, die wir brauchen, um diese Situation zu bestehen (D. Bonhoeffer)

 

Wir sind Kinder Gottes – wir dürfen uns so nennen – Gott selber nennt uns so. Wir sind Gott ähnlich. Wir sind nach seinem Bild geschaffen. Wir sind mit seinem Lebensatem beseelt.

 

Von Gott kommen wir her. – Zu ihm kehren wir mit unserem Leben auch wieder zurück am Ende unserer Zeit. Bei ihm sind wir zuhause zu jeder Zeit.

Einen gesegneten Sommer wünsche ich Ihnen

Ihre





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Gemeindebrief 185

 

April / Mai / Juni 2009

 

 

 

 

 


Monatsspruch Mai

Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden,

was wir gesehen und gehört haben.

Apostelgeschichte 4, 20

 

 

 

 

Von meinem Opa ist der Ausspruch überliefert: „Kinder soll man sehen und nicht hören!

Ich fürchte, mein Opa hätte sich an unserm Esstisch nicht sehr wohl gefühlt. Da wird munter drauf los geplappert und erzählt, gerade auch von unsern Kindern. „Ich hab mich heute in Mathe gemeldet.“ „Nächste Woche schreiben wir Franze.“ „Boa, unser Meister ist echt voll krass.“

Ich kenne es von mir selber auch. Dieses Bedürfnis danach, unbedingt erzählen zu wollen. Weil ich möchte, dass andere teilhaben an dem, was mich bewegt. Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude. Ja, das Anteil nehmen an den Erfahrungen und Erlebnissen anderer kann durchaus für einen selbst eine Bereicherung sein. -

Johannes und Petrus stehen vor dem Hohen Rat, dem jüdischen Gerichtshof. Man wolle noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen, wenn die beiden nur nicht mehr von diesem Jesus von Nazareth erzählen würden. Auf diesen deal können sich die beiden Jünger nicht einlassen. Es sprudelt aus ihnen heraus, sie müssen erzählen, was sie gesehen und gehört haben, nämlich von Gottes Liebe im Wirken, im Sterben und im Auferstehen Jesu Christi. Diese Liebe hat Spuren in ihrem Leben hinter lassen und nun ist der Redefluss in Gang gesetzt.

Liebe Gemeinde, vielleicht können wir uns von der kindlichen Unbekümmertheit inspirieren lassen und es auch einmal versuchen, einfach zu erzählen von dem, was wir in unserm Leben – von Gott – gesehen und gehört haben.

 

Herzlichst, Irene Gierke

 

 

 


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Gemeindebrief 184

 

Februar / Maerz 2009

 

 

 

 

 


Monatsspruch Februar

Wo ist euer Glaube?

Lukas 8,25

 

 

 

 

 

„Was für eine Frage!“ – dachte ich, als ich diesen Monatsspruch las. Was für eine Frage!

Wen interessiert das eigentlich, wo mein Glaube ist. Und überhaupt das Wörtchen „Wo“ – als ob der Glaube irgendwo verlegt werden könnte, unterwegs verloren gehen könnte und dann dort, wo man ihn verloren hat, liegt und man ihn auch an demselben Ort wiederfinden kann.

Als ob man ihn bei sich tragen kann in einer Tasche oder ihm einen Platz bin seiner Wohnung geben kann.

Als ob der Glaube einen festen, benennbaren Ort hat – im Kopf oder in den Gefühlen oder wo auch immer.

Wo ist euer Glaube?

Jesus ist es, der so fragt. Er fragt seine Jünger, nachdem er den Sturm auf dem See Genezareth gestillt hat, der seine Jünger in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Wo ist euer Glaube, fragt er und meint – so wie ich diese Geschichte verstehe: Wo ist euer Vertrauen in Gott?

Stürme haben es an sich, Angst zu machen.

Stürme in der Natur ebenso wie Stürme im Leben. Und Angst löst bei uns aus, weglaufen zu wollen, uns zu wehren oder vor Scheck zu erstarren. – Ein ganz altes Erbe aus früher Zeit ist dies, das man auch bei Tieren beobachten kann.

Und ist man mitten drin in der Angst, kann es sein, dass man nichts mehr sieht als eben das, was einem Angst macht. Die Jünger Jesu habe es in dem Sturm auf dem See so erlebt.

Und dann kann es heilsam sein und helfen, wenn jemand von außerhalb der Bedrohung kommt und fragt: Da gibt es doch etwas, was dir bislang Mut gemacht hat, woraus du Kraft gezogen hast, was dir Halt gegeben hat. Erinnere dich daran und such danach. Es kann nicht weg sein. Wo ist es? Wo ist dein Glaube, wo dein Vertrauen in Gott?

Menschen, die Sie so fragen, wenn Stürme Ihr Leben durchrütteln und die Ihnen helfen, (wieder) zu finden, was Ihnen Halt gibt und Ihr Vertrauen stärkt, die wünsche ich Ihnen.

Vielleicht können wir solche Menschen ja für einander sein in unserer Gemeinde.

Herzlichst Ihre




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Gemeindebrief 183

 

Dezember 2008 / Januar 2009

 

 

 

 

 


Jahreslosung 2009

Jesus Christus spricht:

Was bei den Menschen unmöglich ist,

das ist bei Gott möglich.

Lukas 18,27

 

 

 

 

Wir leben in einer Welt vieler und großer Versprechungen aus Politik und Wirtschaft. – Nichts ist unmöglich…

- Du könntest eine monatliche Sofortrente von 3000,00 Euro auf 25 Jahre gewinnen

- Du könntest die Liebe deine Lebens im Internet finden

- Du könntest groß rauskommen

Was du nur dazu brauchst ist Erfolgsstreben, Durchsetzungsvermögen, Steigerung der Aktienkurse, Einkommensverbesserung…

All das wird als Erfolgsgaranten genannt. Doch Sinn können wir uns damit nicht geben.

 

Wer an der Schwelle des neuen Jahres steht und zurückblickt und vorausblickt, wird vielleicht in aller Ehrlichkeit zu sich selber sagen: Es liegt nicht in meiner Hand. Weder kann ich das Glück schmieden, noch Sorgen einfach verscheuchen und von Fehlern, Angst und Scheitern kann ich mich auch nicht mal eben befreien.

 

Für die Bibel stehen die oben erwähnten „Erfolgsgaranten“ deshalb in der Nähe zum Geiz und – „Geizige werden das Reich Gottes nicht erben“ schreibt Paulus im 1. Kor 6, 10. Geizig aber ist der, der nicht frei ist von dem, was sein Leben von außen her bestimmt, sondern der es festhalten will und meint sich dadurch Lebensberechtigung und Sinn zu geben.

 

Im Reich Gottes ist es anders. Dort geht es um die Sanftmütigen, um die Sehnsüchtigen nach Gerechtigkeit, um die Barmherzigen.

 

Im Reich Gottes geht es darum, einander – und dazu zuerst sich selber mit den Grenzen seiner Möglichkeiten zu sehen und zu erkennen: Ich bin angewiesen darauf, dass Gott mich trägt und mir Sinn zuspricht. Und dann loszulassen, was Sicherheit und Halt von außen verspricht. Das mag nicht leicht sein und dieses Vertrauen lässt sich nicht lernen oder zwingen. Man kann es nur wagen und dann womöglich erfahren: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“

 

Ein gesegnetes Jahr 2009 wünsche ich Ihnen!




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Gemeindebrief 180

 

April / Mai / Juni 2008

 

 

 

 

 


So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,

sondern Mitbürger der Heiligen

und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

 

 

 

 

 

Liebe Gemeinde,

neulich bat mich ein Kollege bei einem Zusammentreffen einmal spontan und ohne nachzudenken eine Frage zu beantworten. Er sammle Anregungen und Material für eine Predigt.

Die Frage lautete: Wo gehörst du hin?

Wo gehör‘ ich hin? – Gute Frage, dachte ich. Und dann hab ich ihm geantwortet, was mir eben spontan und schnell in den Sinn kam.

Doch die Frage hat mich weiter begleitet. Wo gehöre ich hin?

Es gibt Orte, an denen ich mich wohl fühle – aber gehöre ich dorthin?

Es gibt Menschen, die zu meinem Leben dazu gehören und die ich nicht missen möchte, aber gehöre ich zu ihnen?

Es gibt schließlich Dinge, die ich tue, mein Beruf, den ich gern habe und von dem ich sagen würde, dass er zu mir gehört. Aber gehöre ich zu ihm?

Wo gehörst du hin?

Mir fällt ein, dass die Bibel davon spricht, dass wir Gäste und Fremdlinge auf der Erde sind (Hebr. 11, 13 u.ä.) Gehören wir also nirgendwo wirklich hin?

In einer kurzen Geschichte wird erzählt:

Ein Tourist macht Station in einem Kloster. Er wird freundlich aufgenommen, und man bietet ihm eine Mönchszelle als Schlafquartier an. In der Tür fragt der Tourist erstaunt: „Wo sind denn Ihre Möbel?“ „Wo sind denn Ihre?“ erwidert der Mönch. Verwirrt antwortet der Tourist: „Ich bin doch nur auf der Durchreise.“ Der Bruder lächelt: „Wir auch.“

Wo gehöre ich hin? – Vielleicht ist das ja gar nicht die richtige Frage. Vielleicht muss die Frage ja vielmehr lauten: Was ist mir so wichtig, dass ich es auf meiner Lebensreise in meinem Koffer mitnehmen möchte? Was gehört zu mir?

Was ist Ihnen so wichtig? – Was gehört zu Ihnen dazu, dass sie es auf Ihrer Lebensreise mitnehmen?

 

 


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Gemeindebrief 179

 

Februar / März 2008

 

 

 

 

 


Monatsspruch Februar 2008

Jesus Christus spricht:

Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden.

Markus 11,24

 

 

 

 

Das wär was, liebe Gemeinde! So etwas wie ein „Pray –o-mat“! Oben könnten wir unsere Hoffnungen und Wünsche über eine Tastatur eingeben. Rechts davon ein Schlitz, in den hinein wir unsern Glauben einwerfen könnten. Und aus dem unteren Ausgabefach müssten wir nur noch die Erfüllung unserer Gebetsanliegen entnehmen. Wär das was, liebe Gemeinde? -

Höchstens auf den ersten Blick. Ein sehr verlockender Blick, gebe ich zu. Ich habe auch schon so gebetet: „Gott, bitte, lass dies oder jenes eintreten! Sonst kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, das, was auf mich zu kommt, meistern zu können.“ Doch auch diese Erfahrung habe ich gemacht: das, worum ich gebeten habe, ist nicht eingetreten. Ich musste einen Weg gehen, den ich nicht im Blick hatte. Nicht unbedingt ein einfacher Weg, aber ein Weg, der mich weiter gebracht hat.

Nein, der Monatsspruch für Februar verspricht uns keinen „Pray-o-mat“. Jesus spricht vielmehr von dem lebendigen Gott, der nicht kalt wie eine Maschine funktioniert, sondern der jeden einzelnen Menschen liebt und kennt und deshalb mit jedem einzelnen Menschen eine Beziehung eingehen will. Bonhoeffer hat es einmal so formuliert: „Gott erfüllt nicht all unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen.“ Seine Verheißungen, die auch und gerade Ihnen gelten, liebe Gemeinde.

 

Herzlichst, Irene Gierke

 

 


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Gemeindebrief 173

 

Dezember 2006 / Januar 2007

 

 

 

 

 


Monatsspruch Dezember 2006

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude

aus den Quellen des Heils.

Jesaja 12,3

 

 

 

 

Liebe Gemeindemitglieder,

 

es gab Zeiten, da haben wir geglaubt: Wir können aus dem Vollen schöpfen. Es schien ja alles reichlich vorhanden zu sein. Aber die Zeiten haben sich geändert, ziemlich viele Menschen können nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Die Quellen versiegen für sie mehr und mehr. Immer stärker ist die Frage: Was macht unser Leben eigentlich aus? Was brauchen wir, damit unser Durst nach frohem, lohnendem, erfülltem Leben gestillt wird?

Die Hirten, von denen die biblische Weihnachtsgeschichte erzählt, können auch nicht gerade aus dem Vollen schöpfen. Aber als sie zur Krippe kommen, ahnen sie: Hier sind wir an der Quelle. Hier finden wir die Geltung, Akzeptanz und Liebe, nach der wir uns sehnen. Hier können wir neue Kraft und neuen Lebensmut schöpfen.

Ich wünsche Ihnen und mir selbst ein frohes Weihnachtsfest. Eine schöpferische Ruhepause, in der wir uns auf Jesus besinnen. Er will unseren Durst stillen.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr




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Gemeindebrief 172

 

Oktober - November 2006

 

 

 

 

 


Monatsspruch November 2006

Gott spricht:

Seht, ich mache alles neu.

Offenbarung 21, 5

 

 

 

Liebe Gemeindemitglieder,

 

Die letzten Monate des Jahres sind von Abschieden gezeichnet: Der Herbst erstrahlt in vielen Farben, bevor dann die dunklen Monate kommen, der November, das Ende des Kirchenjahres. Wir erinnern uns an unsere Verstorbenen, nehmen Abschied von der warmen Jahreszeit. Für viele Menschen sind dies traurige Monate. Und genau zu dieser Zeit ein Monatsspruch, der von einem neuen Anfang erzählt. „Ich mache alles neu“, spricht Gott - gehört das nicht eher in die Frühlingszeit?

Nein, dies Wort gehört genau in diese Monate:

Ganz am Ende unserer Bibel, nach den vielen Geschichten von Freud und Leid der Menschen, ganz am Ende einer langen Geschichte zwischen Gott und den Menschen - ganz am Ende steht: Der neue Anfang. „Ich mache alles neu“, spricht Gott.

Für Menschen sind Abschiede schwer, sind Veränderungen schwer, beängstigend. Doch Gottes Geschichte mit uns ist neu - jeden Tag:

Alles mache ich neu - das ist das letzte Wort, das Gott über unsere Welt, über unser Leben spricht. Voller Trost, voller Zuversicht, voller Hoffnung. So sollen wir uns verabschieden von unseren Lieben, von diesem Jahr, von vielen Dingen. Voller Trost, voller Zuversicht, voller Hoffnung - mit gutem Grund, denn: Gott macht alles neu.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre




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Gemeindebrief 171

 

Juli - August - September 2006

 

 

 

 

 


Monatsspruch Juli 2006

Jesus Christus spricht:

Wer zu mir kommt,

den werde ich nicht abweisen.

1. Johannes 6, 37

 

 

 

Liebe Gemeindemitglieder,

 

abgewiesen werden - keine schöne Erfahrung. Und doch hat jede und jeder sie schon machen müssen:

Kleine Kinder wissen genau, mit wem sie spielen wollen und wer doof ist und darum nicht eingeladen wird. Jugendliche wissen genau, wer cool ist und mit wem man sich besser nicht blicken lassen sollte. Erwachsene achten besonders auf die rar gewordene freie Zeit und weisen so einige ab, die die Mußestunden beeinträchtigen könnten mit anstrengenden Bitten oder Vorschlägen. Älteren wiederum ist ihre Zeit zu kostbar, um sie noch mit unangenehmen Menschen zu verbringen.

Jede und jeder von uns hat schon mal jemanden abgewiesen - und sicher auch „mit gutem Grund“. Und gleichzeitig sind wir auch alle schon einmal abgewiesen worden - und haben schmerzlich diese Zurückweisung erfahren.

Jesus Christus hat es von Anfang an anders gemacht: Zu ihm kamen sein Leben lang arme Hirten und reiche Könige, ausgestoßene Raffgeier und barmherzige Helferinnen, Ehebrecher und Kranke, freundliche und eigensüchtige, selbstbezogene Mitmenschen. Keinen hat Jesus weggeschickt, keine ist je von ihm abgewiesen worden. Es genügte, sich zu Christus hinzuwenden. Dann konnte man seine Botschaft hören und erfahren: Gott nimmt Dich an, ohne Vorleistung; wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Die Menschen damals schöpften neue Kraft, neuen Mut, lebten ihr Leben neu: Erfüllt von dieser Botschaft, getragen von Gottes Liebe.

Dass uns das heute auch gelingen möge, das wünsche ich uns allen.

Bleiben Sie gut behütet.

 




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Gemeindebrief 170

 

April - Mai - Juni 2006

 

 

 

 

 


Monatsspruch April 2006

Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden,

nicht allein aber für die unseren,

sondern auch für die der ganzen Welt.

1. Johannes 2,2

 

 

Liebe Gemeindemitglieder,

wenn wir uns ansehen, was andere Menschen und auch wir selber manchmal tun, dann ahnen wir: Gott hat Grund, zornig zu sein. Allzu oft fragen wir nicht nach ihm. Aber wenn wir Jesus ansehen, dann ahnen wir auch, was Versöhnung bedeutet. Er hängt da am Kreuz und breitet seine Hände über alle aus. Über die Anordnenden und die Ausführenden. Über die Anstifter und die Mitläufer. Über die Schaulustigen und die Spötter. Von seinen eigenen Leuten sind nur einige Frauen da, die um ihn trauern. Die anderen haben ihn aufgegeben. Aber Jesus hat kurz vorher mit ihnen Abendmahl gefeiert. Wenn wir auf ihn sehen, dann ahnen wir, was Versöhnung bedeutet.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr





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