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Synagogenmahnmal in
Blumenthal |
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Es stand im "Kölner Stadtanzeiger":
Dienstag, 2. Juni 2009 Mutwillige ZerstörungMan ist betroffen und schockiertVon F.A. Heinen, 02.06.09, 17:13h, aktualisiert 02.06.09, 17:17h Nach der Zerstörung des jüdischen Mahnmals will die Gemeinde klar Stellung beziehen. Die SPD beantragte eine Sondersitzung, um über angemessene Reaktionen zu beraten.
SPD-Fraktionschef Heinz-Bert Weimbs hatte morgens die Nachricht in der Presse gelesen und war nach eigenen Worten „schockiert“. Bürgermeister Manfred Ernst bezeichnete die Straftat gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ als „verabscheuungswürdig“. Seiner Ansicht nach sei die Gemeinde jetzt gut beraten, klar Stellung zu beziehen und sich um eine Wiederherstellung des Mahnmals zu kümmern. Der Gemeindeverwaltung seien „gewisse Tendenzen in der Gemeinde, aber auch Personen namentlich bekannt“, die möglicherweise dem rechten politischen Spektrum angehörten. Diesbezüglich habe die Kommune im Hintergrund schon seit längerem mit dem polizeilichen Staatsschutz kooperiert. Kritik geäußert Rudolf Westerburg, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters und Kandidat der Opposition für die Bürgermeister-Nachfolge, berichtete, dass die Gemeinde sich an den Kosten für die Errichtung des Mahnmals mit 5000 Euro beteiligt habe. Zuvor habe der Rat beschlossen, dem Arbeitskreis „Judit.H“, der das Mahnmal errichten wollte, das Grundstück an der ehemaligen Synagoge zur Verfügung zu stellen. Der von der Zingsheimer Künstlerin Maggie Töpfer stammende Entwurf für das Mahnmal hatte wegen seiner an ein Schafott erinnernden Form im Vorfeld der Enthüllung Kritik geweckt. Der frühere Bürgermeister Dr. Armin Haas hatte sich für einen anderen Standort des Mahnmals ausgesprochen. Seiner Ansicht nach hätte es besser an den jüdischen Friedhof gepasst. Im Mittelpunkt der Denkmalenthüllung im November vergangenen Jahres stand Margot Heumann, eine heute in den USA lebende Jüdin. Sie musste ihre Heimat mit vier Jahren verlassen und überlebte den Holocaust in Bergen-Belsen. Der katholische Pfarrer Lothar Tillmann hatte zu spät von der Zerstörung erfahren, so dass er in der Sonntagspredigt nicht darauf eingehen konnte. Die Botschaft habe ihn persönlich „erschüttert“, sagte er gestern. Die Gemeinde werde selbst vorerst keine weiteren Ermittlungen nach den Tätern anstellen, sagte Bürgermeister Ernst. Man werde abwarten, welche Erkenntnisse die Polizei gewinne.
KommentarSchluss mit VerdrängenVon F.A. Heinen, 02.06.09, 17:13h, aktualisiert 02.06.09, 17:16h Bisher fuhr die Gemeinde Hellenthal offiziell den Kurs des Bestreitens: Nein, ein Problem mit Rechtsradikalen sei nicht erkennbar. Auch gestern verwies Bürgermeister Manfred Ernst darauf, dass erst kürzlich offensichtlich politisch rechts stehende Leute „aus Euskirchen“ versucht hätten, sich an Hellenthaler Jugendliche heranzumachen. Vielleicht lohnt im Raum Hellenthal doch einmal ein Blick in die eigene Nachbarschaft, um zu sehen, wer wes Geistes ist. Womöglich hört man zu fortgeschrittener Stunde auch mal an der Theke zu, wenn bestimmte Sprüche fallen. Es ist zu spät, um die Probleme zu verdrängen. Sie gehören jetzt auf den Tisch, und zu hoffen bleibt, dass die demokratischen Bürger der Gemeinde Hellenthal ein starkes Signal setzen. Zerstörung des MahnmalsHintergrund noch offenVon Gudrun Klinkhammer, 01.06.09, 17:17h Die Zerstörung des Mahnmals am Standpunkt der ehemaligen Synagoge sorgt für Entsetzen in Blumenthal. Unbekannte Täter haben das Sicherheitsglas vermutlich mit einem spitzen Stein zertrümmert. Die Hintergründe der Tat sind noch offen.
In Hellenthal-Blumenthal ist ein jüdisches
Denkmal zerstört worden. Die Polizei
ermittelt. (Bild: Klinkhammer)
Das jüdische Denkmal in Blumenthal, das erst im November 2008 enthüllt worden war, ist in der Nacht zum 30. Mai von einem oder mehreren Unbekannten zerstört worden (Euskirchen-Online berichtete). Das Denkmal aus Stahl und Glas befindet sich an der Stelle, an der früher die jüdische Synagoge stand, eine der größten ihrer Art in der Eifel. Ein Mitglied der Gruppe „JudiT.H“ (Juden im Tal Hellenthal), die Initiator und Financier des Denkmals ist, hatte am Samstag im Bäckerladen zufällig von der Zerstörung erfahren. Von Radfahrer entdeckt Bei „JudiT.H“ handelt es sich um eine Interessengemeinschaft (IG) von Bürgern, die die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde im Schleidener Tal aufarbeitet. Wie in der Bäckerei erzählt wurde, war ein Radfahrer am frühen Samstagmorgen am jüdischen Denkmal vorbeigeradelt und hatte die Scherben der großen, beschrifteten Sicherheitsglasscheibe des Mahnmals auf dem Boden beziehungsweise im Gras liegen sehen. Zudem lag wenige Meter vom zerstörten Objekt entfernt ein einzelner, faustgroßer und an einer Seite sehr spitzer Stein. Auf dem angrenzenden Straßenbelag waren Buchstaben mit Wachs geschrieben, ein Schriftzug lautete „David“. Durch die Sonnenhitze waren die Wachs-Buchstaben teilweise aber schon am Morgen verlaufen. Nicht nur auf Sympathie gestoßen Die herbeigerufene Polizei sicherte Spuren, befragte Anlieger und schaltete den Staatsschutz ein. Beim zerstörten jüdischen Denkmal handelt es sich um eine künstlerische Arbeit der in Zingsheim ansässigen Künstlerin Maggie Töpfer. Auf der Sicherheitsglasscheibe war unter anderem ein Gedicht von Nelly Sachs eingraviert worden. In einem Auswahlverfahren hatten sich die Mitglieder von „JudiT.H“ im vergangenen Herbst mehrheitlich für diese 8000 Euro teure Skulptur entschieden. Die Kosten für das Mahnmal übernahm die Interessengemeinschaft, das Grundstück stellte die Gemeinde Hellenthal zur Verfügung. Die Einrichtung dieser Gedenkstätte stieß in der Bevölkerung nicht nur auf Sympathie. Wie Mitglieder der Interessengemeinschaft berichteten, hatte jemand bereits vor der jetzigen Zerstörung versucht, die beiden Worte „Mitbürger niedergebrannt“ im letzten Satz auf der Glasscheibe wegzukratzen. Karl Reger, der Sprecher von „JudiT.H“, kommentierte den Vorfall: „Die Menschen, die das zerstörte Denkmal sahen, waren entsetzt.“ Es seien auch Tränen geflossen. „Wir lassen uns aber nicht entmutigen. Wir werden erneut Gelder sammeln, um das jüdische Denkmal wieder herrichten zu können. Zudem wird eine Informationstafel aufgestellt“, teilte Karl Reger mit.
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Es stand in der "Kölner Rundschau":PolizeiJüdisches Denkmal zerstörtVon MICHAEL SCHNITZLER, 01.06.09, 21:39h, aktualisiert 02.06.09, 10:08h Das erst im November 2008 fertig gestellte jüdische Denkmal in Blumenthal ist in der Nacht zum Samstag zerstört worden. Unbekannte Täter haben die Glasscheibe des Denkmals am Ort der früheren jüdischen Synagoge in der Alten Schulstraße aus den seitlichen Stahlpfosten herausgeschlagen.
Unbekannte haben in der Nacht von Samstag
auf Sonntag das jüdische Denkmal in
Hellenthal-Blumenthal zerstört. (Bild:
Schnitzler)
Unweit des Denkmals wurden zudem mit Wachs die Namen „David“, „Nicolas“ und „Hannu“ auf den Straßenasphalt geschrieben, die am Freitagabend noch nicht da gewesen seien. Mitglieder der Hellenthaler Interessengruppe „JudiT.H“ (Juden im Tal, Hellenthal), die sich mit der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte im Schleidener Tal auseinandersetzen und das Mahnmal im Wert von 8000 Euro gestiftet hatten, waren am Samstagmorgen auf die Zerstörung hingewiesen worden und hatten die Polizei alarmiert. Zwei Beamte hatten daraufhin die Spuren auf dem der Gemeinde Hellenthal gehörenden Grundstück gesichert und sämtliche Nachbarn als Zeugen befragt. Nach Polizeiangaben habe jedoch keiner der Anwohner etwas von dem nächtlichen Vorfall mitbekommen. Dementsprechend gibt es bei der Polizei bisher noch keine Hinweise auf mögliche Täter oder Hintergründe. Da aufgrund der gezielten Zerstörung eines jüdischen Denkmals eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen werden kann, hat neben der Kriminalpolizei Euskirchen auch der Staatsschutz Bonn die Ermittlungen aufgenommen. |
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